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Neues Dorfgemeinschaftshaus umstritten

Einwohnerversammlung in Heiligengrabe Neues Dorfgemeinschaftshaus umstritten

Der Pavillon hinter der Nadelbachgrundschule soll Heiligengrabes neues Dorfgemeinschaftshaus werden. Die Machbarkeitsstudie wurde am Dienstag den Heiligengrabern vorgestellt. Doch längst nicht alle sind mit dieser Option zufrieden. Insbesondere der ehemalige Dorfkrug wurde als mögliche Alternative immer wieder ins Spiel gebracht, so auch am Dienstag.

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Die anwesenden 58 Gäste hatten die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Anregungen zu geben.

Quelle: Christian Bark

Heiligengrabe. „Sie werden sich hier wohlfühlen können und Sie werden ein Multifunktionshaus haben, nämlich im Pavillon hinter der Grundschule“, blickte Heiligengrabes Bürgermeister Holger Kippenhahn am Ende der Einwohnerversammlung zum neuen Dorfgemeinschaftshaus am Dienstagabend in die Zukunft. Eine Vision, der längst nicht alle Heiligengraber folgen wollen. Während der Versammlung in der Turnhalle der Nadelbachgrundschule traten die unterschiedlichen Auffassungen der 58 anwesenden Gäste aus Heiligengrabe und Umgebung mehr oder weniger offen zutage.

„Mir ist klar, dass dabei die Meinungen auseinander gehen“, sagte Kippenhahn zum Publikum. Deshalb wolle man sich an der Stelle dem Disput stellen. Dieser war im Übrigen auf Antrag einer Bürgerin zustande gekommen, wobei der über Jahre hinweg währenden Kontroverse bereits etliche Bürger-Foren und öffentliche Diskussionen vorausgegangen waren. „Auf 21 Ausschuss- und Ortsbeiratssitzungen wurde das Gemeinschaftshaus bereits thematisiert“, blickte Kippenhahn im Gespräch mit der MAZ auf die vergangenen fünf Jahre zurück. Mehr Bürgerbeteiligung gehe nicht und mittlerweile sei das Thema eine leidige Angelegenheit geworden, die nun endlich mal einer Entscheidung bedurfte.

Uta Köhn (l) präsentierte ihr Konzept für den Heiligengraber Krug

Uta Köhn (l.) präsentierte ihr Konzept für den Heiligengraber Krug.

Quelle: Christian Bark

Diese sei im Ortsbeirat Ende Januar bereits einstimmig gefallen: Der Pavillon soll das Rennen machen. Und zwar nicht nur als Dorfgemeinschafts, sondern als Multifunktionshaus, das vom Grundschulhort, den Vereinen sowie der Dorfgemeinschaft gleichermaßen genutzt werden kann. Damit sind Kippenhahn zufolge die Chancen auf ohnehin schon immer knapper bemessene Fördermittel wesentlich höher, als bei einem reinen Dorfgemeinschaftshaus.

Dieses wäre nach Meinung des Vereins „Pro Krug Heiligengrabe“ und dessen Vorsitzender Uta Köhn in der ehemaligen Gaststätte „Heiligengraber Krug“, die seit Jahren leer steht, weitaus besser aufgehoben. Köhn stellte die an diesem Abend der Öffentlichkeit ihr Konzept für das Dorfgemeinschaftshaus im Krug vor. Allein die zentrale Lage im Ort, die große Küche sowie die größere Nutzfläche sind demnach die Pluspunkte für das Gebäude.

Sanierung und Unterhaltungskosten für Krug zu teuer

Eben in diesem Punkt liegt laut Kippenhahn die Problematik. Den Berechnungen des Pritzwalker Architekten Jörg Meseck nach, der den Heiligengrabern an diesem Abend seine Machbarkeitsstudie für die Umgestaltung des Pavillons zum Multifunktionshaus präsentierte, habe die Sanierung ähnlicher Mehrzweckgebäude im Schnitt 1600 Euro pro Quadratmeter gekostet. Damit würden die rund 850 Quadratmeter des Kruges, und die nur im Erdgeschoss, gegenüber den gut 500 Quadratmetern des Pavillons absolut den finanziellen Rahmen sprengen. „Außerdem brauchen Sie Menschen, Vereine, die das Gebäude in Schuss halten“, betonte Kippenhahn. Von den Nebenkosten ganz zu schweigen.

Die Erdgeschossfläche des Kruges könnte nach Köhns Berechnungen allerdings um fast 30 Prozent auf 618 Quadratmeter verringert werden. Auch der Kaufpreis des Gebäudes nebst 5000 Quadratmeter großem Grundstück habe sich mittlerweile auf einen fünfstelligen Betrag verringert.

Und genau darin lag nach Kippenhahns Ausführung erneut ein Knackpunkt. „Der Krug gehört im Gegensatz zum Pavillon nicht der Gemeinde“, sagte er. Man müsse sich zunächst darauf beschränken, was man besitze. Jede Neuanschaffung bedürfe entsprechender Begründung und die sei gegenüber dem Pavillon schwer zu finden.

Heiligengrabes Ortsvorsteher Ulf Bumke verteidigte die Entscheidung des Ortsbeirats

Heiligengrabes Ortsvorsteher Ulf Bumke verteidigte die Entscheidung des Ortsbeirats.

Quelle: Christian Bark

„Was ist mit Hochzeiten und Großveranstaltungen wie Public Viewing bei Fußballspielen?“, wollten Uta Köhn und eine weitere Bürgerin wissen. Dafür würde Platz im Pavillon nicht ausreichen. „Ein Dorfgemeinschaftshaus ist in erster Linie für die Gemeinschaft da, nicht für Privatveranstaltungen“, erläuterte Heiligengrabes Ortsvorsteher Ulf Bumke den Zweck des Gebäudes. Zudem wolle man auf gar keinen Fall in Konkurrenz zur hiesigen Gastronomie treten. Der Ortsbeirat sei davon überzeugt, mit dem Pavillon den besten Standort ausgewählt zu haben, rechtfertigte er den Entschluss des Gremiums. Dabei sei auch der bereits 2013 erstellte Variantenvergleich ausschlaggebend gewesen, in welchem der Pavillon am besten abschneide.

Variantenvergleich von 2013 bot Grundlage für Entscheidung

„Und genau darum geht es in dieser Versammlung“, betonte Kippenhahn immer wieder. Eben nur um eine Machbarkeitsstudie für die Umgestaltung des Pavillons, der im Vorfeld als bestes Objekt beurteilt worden wäre. Der Frage des Einwohners Gerhard Gottwald, warum denn nicht auch ein Gutachten für den Krug erstellt worden sei, entgegnete der Bürgermeister: „Wir mussten ein Ausschlusskriterium finden.“ Die Prüfung jedes zur Debatte stehenden Objekts, sei zu teuer geworden.

Nachdem die Sache nun beschlossen sei und die Einwohner informiert wurden, könne zeitnah ein Planungsbüro für die Umgestaltung des Pavillons beauftragt werden, so Kippenhahn. Die Zukunft des Kruges bleibt derweil ungewiss. „macht doch Wohnungen rein“, hieß es aus dem Publikum. Kippenhahn selber könnte sich eine erneute gastronomische Nutzung vorstellen. „Der Bedarf ist da“, sagte er.

Von Christian Bark

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