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Wittstock/Dosse Dem Kind fehlt die Nase
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Dem Kind fehlt die Nase
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00:49 20.04.2018
Der Steinstatue im Friedrich-Ebert-Park fehlt nicht zum ersten Mal die Nase. Quelle: Christian Bark
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Wittstock

Seit einigen Monaten ist es Passanten nicht mehr möglich, den Friedrich-Ebert-Park zu betreten. Der gehört zum insgesamt 13,5 Hektar fassenden Gelände, auf dem 2019 die Landesgartenschau (Laga) in Wittstock stattfinden soll.

Sonst wäre aufmerksamen Bürgern wahrscheinlich schon früher aufgefallen, dass an dem Denkmal für die Opfer des Faschismus (OdF) – auch wegen der beiden Figuren im Volksmund als „Mutter-KindDenkmal“ bezeichnet - etwas beschädigt worden ist. „Dem Kind fehlt die Nase“, berichtete Laga-Geschäftsführer Christian Hernjokl beim jüngsten Streifzug über das Gelände.

Das Denkmal zeigt deutliche Verwitterungsspuren. Quelle: Christian Bark

„Das war uns bisher nicht bekannt“, sagte Wittstocks Stadtsprecher Jean Dibbert im MAZ-Gespräch am Dienstag. Ob es sich um eine durch Vandalismus oder durch Witterungseinflüsse bedingte Beschädigung des um 1950 von Karl Lühnsdorf kreierte Denkmal handelt, lässt sich nur schwer nachvollziehen, so der Stadtsprecher. „Die Nase ist vor Jahren mal abgeschlagen und bisher immer notdürftig angebracht worden“, erinnert sich Kerstin Zillmann von der Links-Fraktion in der Wittstocker Bürgerschaft. Das Problem sei also nicht neu.

Wichtig ist, dass das Denkmal zur Laga 2019 aus seinem traurigen Zustand erlöst wird, wie Christian Hernjokl ankündigt. Die Zeit und die Witterung haben ihre Spuren an dem denkmalgeschützten Kunstwerk hinterlassen. Die sollen noch in diesem Jahr weitgehend beseitigt werden, so Jean Dibbert. „Dabei werden wir eng mit der unteren Denkmalschutzbehörde zusammenarbeiten“, sagt der Stadtsprecher.

Denkmal soll gereinigt und restauriert werden

Erste Schritte zur Verschönerung sind laut Christian Hernjokl schon erfolgt. Um das Denkmal herum wurden Blumen gepflanzt, die jetzt schon blühen. „Im Zuge der Laga-Vorbereitungen werden wird das Kunstwerk reinigen und restaurieren lassen“, sagt Jean Dibbert. Dabei würden womöglich weitere Beschädigungen entdeckt und könnten ausgebessert werden.

Noch bis zum vergangenen Jahr war das Denkmal Ort von Gedenkveranstaltungen wie dem „Holocaust-Gedenktag“ am 27. Januar sowie dem „Tag der Befreiung“ am 8. Mai. Die Mutter und das Kind stehen für mehr als nur für sich selbst, wie der Wittstocker Historiker Wolfgang Dost erklärte. Nämlich für die Opfer unter der Nazi-Herrschaft – von alt bis jung.

Tatsächlich ist das als OdF-Denkmal bekannte Kunstwerk aber seit Jahrzehnten als VdN-Denkmal in die Denkmalliste eingetragen, wie Wolfgang Dost berichtete. VdN stehe für „Verfolgte des Naziregimes“. Als solches habe es in Wittstock einen festen Platz in der Erinnerungskultur an die jüngste Geschichte.

Von Christian Bark

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