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Wittstock/Dosse Heimische Arten stärker schützen
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02:16 28.04.2018
Die Exkursion durch den Wald vor dem Hintergrund der Managementplanung startete am Todesmarschmuseum im Belower Wald. Quelle: Björn Wagener
Alt Daber

Die Oberheide ist ein 148 Hektar großes Naturschutzgebiet im Wittstocker Stadtwald. Es liegt etwa fünf Kilometer nördlich von der Stadt entfernt.

Aufgrund seiner biologischen Vielfalt wurden Teile daraus zusätzlich als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH) in das Europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000 aufgenommen. Dieses Netz ist das größte seiner Art weltweit und zieht sich durch die gesamte Europäische Union (EU). In Natura 2000 soll dafür gesorgt werden, dass jeweils standorttypische heimische Arten dauerhaft überleben.

Um das zu erreichen, wird bis 2020 ein Managementplan erstellt. Das heißt, Mitarbeiter der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg stimmen sich im Auftrag des Landes mit regionalen Akteuren wie Planungsbüros oder Landeigentümern darüber ab, welche Schutz- und Bewirtschaftungsmaßnahmen sinnvoll sind, um die Qualität des FFH-Gebietes zu erhalten.

Verschlechterung darf nicht sein

„Denn es gilt ein Verschlechterungsverbot“, sagt Koordinator Frank Berhorn von der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg. Das heißt, der jeweils einem Gebiet zugewiesene Status müsse erhalten oder verbessert werden, dürfe sich jedoch nicht verschlechtern. Der Stiftung sei es daher wichtig, mit möglichst vielen Menschen zusammenzuarbeiten, die sich in Naturschutzbelangen in der Oberheide gut auskennen. Daher soll eine regionale Arbeitsgruppe gebildet werden.

Erstes Treffen der Arbeitsgruppe

Am Dienstagnachmittag gab es in Alt Daber ein erstes Treffen von Menschen, die sich in dieser Arbeitsgruppe engagieren wollen – darunter Vertreter der unteren Naturschutzbehörde des Kreises, der Forst, der Stadt Wittstock und des Todesmarschmuseums im Belower Wald. Denn es liegt im FFH-Gebiet. Frank Berhorn und Biologe Stephan Runge stellten das Projekt rund um Natura 2000 und den Managementplan näher vor.

Ende 2019 sollen die Ergebnisse vorliegen und im Frühjahr 2020 ein erster Entwurf präsentiert werden. Im Mittelpunkt steht dabei die sogenannte Kartierung von Fledermäusen. Das heißt, ihre Lebensräume werden erfasst und ihre Bedeutung für die Natur in dieser Region bewertet. Andere Arten würden im Managementplan „auch irgendwie berücksichtigt“, wie Stephan Runge sagte. Aber bei der Kartierung geht es allein um Fledermausarten, speziell die seltene Mopsfledermaus.

Exkursion durch den Wald vor dem Hintergrund der Managementplanung im Natura2000 Gebiet Oberheide bei Alt Daber/Belower Wald. Quelle: Björn Wagener

„Dann geht es hier doch nicht um ein FFH-Gebiet, sondern um ein Fledermausgebiet“, sagte Björn Plazikowski vom Landesforstbetrieb und nannte diese Art der Betrachtung „sehr einseitig“, denn es könnten noch viele andere Arten kartiert werden, die in der Oberheide heimisch sind.

Land gibt Fledermaus-Kartierung vor

Diesen Einwand konnten Berhorn und Runge zwar nachvollziehen, jedoch arbeite die Stiftung „nach dem Fahrplan des Landes“. Das habe die Kartierung der Fledermäuse vorgegeben. „Wir sind sehr froh, dass wir die Fledermäuse haben. In anderen Managementplänen sind gar keine Tierarten enthalten“, sagte Berhorn. Die Fachleute führten das darauf zurück, dass die EU Druck auf das Land ausübe, die Pläne umzusetzen. Deshalb beschränke man sich dort auf das „Pflichtprogramm“.

Nach der Theorie im Daberturm unternahm die etwa zehnköpfige Gruppe eine Exkursion durch das FFH-Gebiet. Die Runde startete vom Todesmarschmuseum aus.

Termine und nähere Informationen zu den Gebieten sind auf der Projektseite www.natura2000-brandenburg.de zu bekommen.

Von Björn Wagener

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