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Wittstock/Dosse Diese historischen Mauern schafften den Sprung in die Zukunft
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Diese historischen Mauern schafften den Sprung in die Zukunft
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06:02 13.12.2018
Blick von der Kirchturmspitze in Freyenstein auf das dortige Schloss. Quelle: Björn Wagener
Freyenstein

Jeden Tag öffnen wir im MAZ-Adventskalender ein Türchen und erzählen die Geschichte eines besonderen Gebäudes aus der Prignitz und Ostprignitz-Ruppin. Diesmal: das freyensteiner Schloss.

Das Schloss in Freyenstein gehört zu den beliebtesten touristischen Angeboten der Region. Wer es besucht, kann erleben, wie Historie und Moderne Hand in Hand gehen. Denn seit dem Abschluss der Sanierungsarbeiten von 2011 bis 2016 präsentiert sich das mächtige Gebäude am Eingang zur Freyensteiner Innenstadt völlig neu, ohne seine Vergangenheit zu verleugnen.

Raum für Konzerte und Hochzeiten

Besonders deutlich wird das in der großen Hofstube im Erdgeschoss. Auffällig ist das Gewölbe mit dem Stuck. Denn an den etwas dunkleren Flecken konnte alter Putz aus dem 16. Jahrhundert erhalten werden. In der großen Hofstube finden heute Konzerte und festliche Veranstaltungen statt. Auch bei Hochzeitspaaren ist sie als Location sehr beliebt.

Karten für den archäologischen Park

Im Erdgeschoss befindet sich auch die Anlaufstelle für Gäste, die den archäologischen Park – die zweite touristische Attraktion des Städtchens – besuchen möchten. Denn im Schloss gibt es die Eintrittskarten. Im Obergeschoss ist die Außenstelle der Wittstocker Stadtbibliothek untergebracht. Sie besticht ebenfalls durch ihren urigen und gleichzeitig modernen Stil. Wer möchte, kann einen Aufzug dorthin nutzen.

Auch wenn es bisher noch nicht gelungen ist, das erste Obergeschoss zu sanieren, so präsentiert sich das Schloss dennoch insgesamt in einem völlig neuen Ambiente und hat somit den Sprung in die Zukunft geschafft.

Seit dem Dreißigjährigen Krieg im Besitz der Winterfelds

Erbaut wurde es Ende des 15. Jahrhunderts von der Familie von Rohr. Diese verkaufte es zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges an das Adelsgeschlecht der von Winterfelds, die es 1620 bezog. Bis auf eine kurze Unterbrechung von 1659 bis 1663 prägten die von Winterfelds jahrhundertelang die Historie des Hauses, das Fachleute als ein „Zwischending“ bezeichnen – teils Burg, teils Schloss. Letzter Bewohner war Friedrich von Winterfeld, der bis 1938 dort lebte.

Bis zur Wende Obertrikotagen im Obergeschoss

Bis Ende 1950 existierte das Schlosshotel. In den folgenden Jahrzehnten diente das stadtbildprägende Gebäude vielen verschiedenen Zwecken. Von 1951 bis 1976 befand sich dort die Schule – und bis zur Wende 1990 im zweiten Obergeschoss ein Teil des Obertrikotagenbetriebes (OTB) in Wittstock.

Bibliothek und Bücheremarkt

Auch die Bibliothek und der Alternative Büchermarkt waren in den Folgejahren dort zeitweise untergebracht. Im November 2015 zog die Stadtbibliothek von der ehemaligen Schule ins zweite Obergeschoss. Am 1. Juli 2016 wurde das Schloss feierlich seiner Bestimmung übergeben.

Platz für die Ahnengalerie

Die von Winterfelds halten bis heute Kontakt zu ihrem alten Familiensitz. Erst Anfang Oktober kamen sie nach 13 Jahren dort zu einem großen Familientreffen zusammen. Gern würden sie dabei helfen, auch das erste Obergeschoss zu sanieren, um dort ihre Ahnengalerie unterzubringen. Ob das tatsächlich einmal realisiert werden kann, ist momentan noch unklar.

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2. Dezember: Wie die Pritzwalker Tuchfabrik zum Symbol für die Industrialisierung wurde.

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8. Das Herbstsche Haus in Wusterhausen – vom Kaufmannsladen zum Kulturzentrum

9. Dezember: Schloss Meyenburg ist noch immer in Mode

10. Dezember: Neuruppins Pfarrkirche ist Kulturort

11. Dezember: Zisterzienserinnenkloster in Lindow – Altehrwürdige Ruinen am malerischen Wutzsee

12. Dezember: Das Neustädter Landstallmeisterhaus vereint seit über 200 Jahren Architektur, Nutzwert und preußische Geschichte

Von Björn Wagener

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