Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wittstock/Dosse Junge Migrantinnen lernten schwimmen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Junge Migrantinnen lernten schwimmen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:21 06.11.2018
Schwimmkurs für Flüchtlinge in Wittstock: Vier von neun Teilnehmerinnen (vordere Reihe von rechts). Quelle: Björn Wagener
Wittstock

„Ich hatte Angst vorm Wasser, aber jetzt nicht mehr. Trotzdem muss ich noch weiter lernen“, sagt Malika Rafie aus Afghanistan. Sie ist eine von neun Migrantinnen im Alter von 18 bis 40 Jahren, die in der Schwimmhalle in Wittstock das Schwimmen gelernt haben. Zehn Wochen lang dauerte der Kurs, der die Frauen dort jeweils samstags von 9 bis 10 Uhr zusammenführte. Am vergangenen Sonnabend endete er.

Zwei Partner, ein Ziel

Möglich gemacht worden war das Ganze vom Kreissportbund (KSB) in Zusammenarbeit mit der Brandenburgischen Sportjugend, die den Kurs gefördert habe, sagt Thomas Krieglstein, Geschäftsführer des KSB. Zwei Trainerinnen – Dorina Weiß vom FK Hansa Wittstock und Michelle Tiede von der Sportjugend – leiteten die Anfängerinnen an.

Gelehrt wurde das Brustschwimmen. Dabei gingen die Trainerinnen individuell vor. „Die Fähigkeiten waren sehr unterschiedlich. Da gab es auch Ängste und Hemmungen. Denn die Frauen lernen in ihren Herkunftsländern das Schwimmen nicht“, sagt Dorina Weiß. Die Jüngeren seien da unbefangener herangegangen. Sich zu überwinden, nach und nach die Scheu abzulegen und schließlich das Schwimmen zu erlernen, hält die Trainerin für eine sehr wichtige Fähigkeit für das Leben in Deutschland, wo das bereits den Kindern gelehrt wird. Die Kommunikation sei „einfacher als gedacht“ gewesen und habe auf Deutsch ganz gut geklappt, berichtet Dorina Weiß.

Hürden überwunden

Doch es habe auch Hürden gegeben, die zunächst einmal überwunden werden mussten, sagt Thomas Krieglstein. Das fing schon mit dem Erstkontakt an. Es sei gar nicht leicht gewesen, an potenzielle Teilnehmerinnen für den Kurs heranzukommen. Denn sie leben ja an verschiedenen Orten in Wittstock. Doch es gibt den Wohnverbund an der Ecke Gröperstraße/Kettenstraße, wo Migranten zusammenkommen können, um sich auszutauschen und gemeinsam Zeit zu verbringen. Dort habe der KSB angesetzt und bei Frauen erfragt, wer Interesse hätte, das Schwimmen zu erlernen. So sei die Gruppe schließlich entstanden. Ihr gehörten Frauen aus Afghanistan, Tschetschenien, Iran und Syrien an. Der Kurs sei kostenlos gewesen. Lediglich den Eintritt in die Schwimmhalle hätten die Frauen selbst beisteuern müssen, so Krieglstein. Jede von ihnen habe auch eine Badekappe erhalten. Die Lernstunden seien weitgehend in den normalen Betrieb der Halle integriert worden. Eine Bahn habe jeweils für die Kursteilnehmerinnen zur Verfügung gestanden.

Unterschiedliche Badebekleidung

Die Badekleidung sei unterschiedlich gewesen. Eigentlich schreibe die Religion Burkini vor. Aber diese Art von muslimischem Badeanzug sei teuer, sagt Koordinatorin Sieglinde Czegledi von der Brandenburgischen Sportjugend. Deshalb improvisierten die Frauen zuweilen. Für Czegledi ist jedoch wichtig, dass die Badebekleidung eng am Körper anliegt. Weite Kleidung sei in der Schwimmhalle „eigentlich nicht erlaubt“ und könne sogar gefährlich werden. In Sachen Kleiderordnung stehe man noch am Anfang. Eine endgültige Lösung sei noch nicht gefunden.

Freundschaften knüpfen

Sieglinde Czegledi sieht in Schwimmkursen wie diesen auch einen sozialen Aspekt. Denn sie böten neben der Bewegung im Wasser auch die Gelegenheit, „Menschen kennenzulernen und Freundschaften zu knüpfen.“ Ob es einen weiteren Schwimmkurs in Wittstock geben wird, sei noch offen. „Es war ein erster Versuch. Es muss sich herumsprechen. Wir brauchen Multiplikatoren“, sagt Thomas Krieglstein.

Von Björn Wagener

Das hat selbst die Polizei noch nicht erlebt: In Wittstock wurden zehn größtenteils angeschlossen abgestellte Fahrräder offenbar gestohlen und kurz darauf vor der Stadtverwaltung abgestellt – noch immer angeschlossen.

06.11.2018

Rund 300 Gäste nutzten am Wochenende noch einmal die Gelegenheit, um sich einen Eindruck von dem zu verschaffen, was die Landesgartenschau im nächsten Jahr bieten wird.

05.11.2018

Jedes Jahr gehen von Wittstock aus hunderte Päckchen auf Reisen, um in Osteuropa Kinder zu erfreuen. Die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ gibt es in der Dossestadt schon zum 20. Mal. Das wurde gebührend gefeiert.

05.11.2018