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Wittstock/Dosse Soldatengrab in Berlinchen aufgewertet
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Soldatengrab in Berlinchen aufgewertet
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13:31 11.09.2018
Landschaftsplaner Steffen Jander, Restauratorin Paula Kropius und Christina Schlumbach (v.l.) von der Stadt Wittstock am restaurierten Grabstein am Soldatengrab in Berlinchen. Quelle: Björn Wagener
Berlinchen

Wenige Tage vor Kriegsende fielen am 2. Mai 1945 in Berlinchen 17 Soldaten – Leutnant Johann Ulmer, Maat Franz Sobotta und 15 weitere unbekannte Soldaten. Auf dem Friedhof in Berlinchen fanden sie ihre letzte Ruhe. Die Grabanlage mit dem markanten Stein, die Anfang der 1950er Jahre entstand, wurde jetzt aufgewertet. Auffälligste Veränderung: Vor den namentlich genannten Gefallenen stehen nun wieder ihre Dienstgrade. Außerdem wurde auch die weitere Inschrift auf dem Stein restauriert.

Dienstgrade waren gründlich entfernt

Diese Arbeit erledigte Diplom-Restauratorin Paula Kropius. „Die Dienstgrade waren total weggemeißelt worden – so stark, dass nicht

Grabstein des Soldatengrabes in Berlinchen. Quelle: Björn Wagener

einmal mehr Vertiefungen erkennbar waren. Das machte die Wiederherstellung schwierig“, sagt sie. Aber mit farblich dem Stein angepasster Ergänzungsmasse sei es dennoch gelungen. Die restliche Schrift sei gereinigt und nachgezogen worden.

Bevor Paula Kropius jedoch an die Arbeit gehen konnte, mussten zunächst die korrekten Dienstgrade und Abkürzungen recherchiert werden. Vor allem bei Franz Sobotta sei fraglich gewesen, ob er Unteroffizier oder Maat gewesen ist. Zeugenbefragungen hätten unterschiedliche Ergebnisse zu Tage befördert, berichtet Landschaftsplaner Steffen Jander, der sogar Kontakt zum Sohn von Leutnant Johann Ulmer hat. Letztlich sollte auf dem Stein „Maat“ vor Sobottas Namen stehen.

Die Sache mit dem kleinen t

Vor allem das kleine t in „Ltn“ und „Maat“ sei schwierig herzustellen gewesen, weil es im übrigen Text nicht vorkommt und

So sieht der nahezu identische Stein für russische Gefallene bei Groß Haßlow aus. Quelle: Björn Wagener

es deshalb keine Vorlagen gab. Doch Paula Kropius kam der Umstand zu Hilfe, dass es diesen Grabstein in nahezu identischer Ausführung auch auf einem abgelegenen Grab bei Groß Haßlow gibt. Die dortige Inschrift erinnert an „35 Bürger der UdSSR, die im Kampf um die Befreiung von Faschismus und Unterdrückung ihr Leben geopfert haben.“ Dort gab es also das kleine t.

Arbeiten gehen weiter

Drei Monate habe die Arbeit gedauert. Die Kosten von knapp 1000 Euro übernehme der Landkreis, berichtet Christina Schlumbach von der Stadt Wittstock. Die Arbeiten an der Grabanlage sollen noch weiter gehen. Demnächst werde der Zaun abgebaut, gesandstrahlt, verzinkt, tief dunkelgrün gestrichen und wieder montiert. All das geschehe teils in Eigeninitiative, teils mit Unterstützung der Stadt Wittstock. Darüber hinaus sei geplant, die ursprüngliche Größe des Soldatengrabes mit Holzhackschnitzeln anzudeuten. „Es soll keine Heldenverehrung sein, sondern eine würdevolle Gestaltung“, so Jander.

Von Björn Wagener

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