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Wittstock/Dosse Frische Farbe für die Grabsteine
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Frische Farbe für die Grabsteine
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11:04 11.03.2019
Diplomrestauratorin Paula Kropius beim Aufarbeiten der Inschriften auf dem sowjetischen Ehrenfriedhof in Wittstock. Quelle: Björn Wagener
Wittstock

 Ein Arbeitsplatz im Liegen – das klingt verlockend, ist aber anstrengend und verlangt höchste Konzentration: Auf dem Sowjetischen Ehrenfriedhof gegenüber dem ehemaligen Bahnhofsgebäude in Wittstock ist momentan eine ruhige Hand und viel Geduld gefragt. Die Diplomrestauratorin Paula Kropius arbeitet dort die Inschriften der Grabsteine auf. Unterstützt wird sie von Diplomrestauratorin Silvia Gering und Grafikdesigner Sebastian Stötzer.

Buchstabe für Buchstabe

Allein die geringe Arbeitshöhe ist dabei eine Herausforderung. Paula Kropius benutzt eine Spanplatte als Unterlage. Auf dem Bauch liegend nimmt sie sich Buchstabe für Buchstabe vor und füllt sie mit einem kleinen Pinsel mit roter Farbe auf. Silvia Gering bevorzugt die Arbeit im Sitzen. So geht es langsam, aber stetig voran – Zeile für Zeile, Stein für Stein.

Ausgeführt werden diese Arbeiten im Auftrag der Laga-Gesellschaft. Laut deren Sprecher Matthias Bruck stünden dafür 40.000 Euro aus Mitteln von Parteien und Massenorganisationen der DDR (PMO) zur Verfügung.

Zuerst mit Dampf gereinigt

Die ersten Probearbeiten begannen rund um den Jahreswechsel. Nach einer Pause im Januar ging es im Februar richtig los. „Zunächst wurden die Steine dampfgereinigt“, sagt Paula Kropius.

Dann wurden die vier alten Farbschichten, die sich in den Namenszügen der gefallenen Soldaten befanden, reduziert. Die neue Farbe sei mit dem Denkmalschutz abgestimmt worden und orientiere sich am ältesten Anstrich.

Fast alle Inschriften auf den Steinen würden mit der roten Farbe versehen. Bei wenigen Ausnahmen richte man sich aber ebenfalls nach den Farbbefunden der Erstanstriche, so Paula Kropius.

Insgesamt 51 Grabsteine

Insgesamt müssen 51 Grabsteine auf Vordermann gebracht werden. Sämtliche Farbaufträge werden in zwei Schichten hergestellt. Bis

Diplomrestauratorin Silvia Gering bei der Arbeit. Im Hintergrund: Grafikdesigner Sebastian Stötzer. Quelle: Björn Wagener

zum Beginn der Landesgartenschau am 18. April soll sich der Friedhof mit den neuen, besser lesbaren Inschriften präsentieren. Ausbremsen könnte die Restauratoren nur das Wetter. Bei Regen oder Temperaturen unter fünf Grad werde nicht gearbeitet, sagt Paula Kropius.

Der Friedhof an prominenter Stelle in Wittstock ist ein Mahnmal. 143 Soldaten und Offiziere der Roten Armee, die in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs in und um Wittstock gefallen sind, haben dort ihre letzte Ruhestätte gefunden. Jeweils zum Volkstrauertag im November werden dort Kränze und Blumen niedergelegt. Mit den Jahren waren die Steine jedoch verwittert und die Inschriften nur noch schlecht zu entziffern.

Das ändert sich nun. Wenn die Arbeiten beendet sind, wird sich der Sowjetische Ehrenfriedhof gut in das komplett sanierte Bahnhofsensemble einfügen.

Von Björn Wagener

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