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Wittstock/Dosse Spanplattenriesen kommen aus der Ostprignitz
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Spanplattenriesen kommen aus der Ostprignitz
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02:15 13.03.2016
Auf über 50 Monitoren überwachen Florian Lüdtke (vorne), Peter Dohnke und ihre Kollegen den Produktionsprozess. Quelle: Peter Geisler
Heiligengrabe

In der Verladehalle des Krono-Werks in Heiligengrabe herrscht an diesem Donnerstag Hochbetrieb. Stück für Stück werden 189 Grobspanplatten auf insgesamt sieben Lastwagen verteilt. An und für sich ist das Routine für die Heiligengraber, doch in diesem Fall müssen sie mit besonderer Sorgfalt vorgehen, denn die verladenen Platten sind eine Weltneuheit.

Statt der üblichen maximal 15 Meter haben diese Platten eine Länge von 17,5 Metern. „Dazu haben wir einiges im Werk umrüsten müssen“, erklärt Geschäftsführer Uwe Jöst. So musste zum Beispiel die Verlademaschine, die die Platten schonend mit spezieller Vakuumtechnik ansaugt und auf die Lastwagen legt, verlängert werden. Drei Stapel á neun Platten kommen jeweils auf einen der Spezialtransporter. Die Produkte gehen in die Schweiz, wo sie von einem Holzbauer zu 85 Modulen für einen temporären Schulneubau verwendet werden.

Dirk Wichmann fährt einen der sieben Laster, die jeweils mit 27 Grobspanplatten beladen sind, über die Schweizer Grenze. Quelle: Peter Geisler

Einer der Lkw, den die Maschine mit der insgesamt gut 20 Tonnen schweren Ladung versieht, wird von Dirk Wichmann gefahren. Der 52-Jährige stammt aus Altentreptow in Vorpommern und fährt seit über 25 Jahren Laster, wie er sagt. „Wir hatten vergangene Woche schon Generalprobe“, erinnert sich der Fahrer. Eine „Trockenübung“ ohne Ladung, nur um zu gewährleisten, dass bei der Premiere nichts schiefgeht.

Nach der Beladung fährt Wichmann den Laster zur Transportsicherung. Dort steht schon Oskar Behnke mit einer Rolle Stahlband bereit. Fünf mal sechs Meter wickelt er um jedes der drei Plattenstapel rum. Seit vergangenem Jahr arbeitet Behnke bei Krono. „Vorher hatte ich lebende Puten verladen“, sagt der Dahlhausener. Das sei bei 1000 Tieren pro Nacht aber bedeutend anstrengender gewesen, als die Arbeit hier. Ungefähr eine halbe Stunde benötigt Behnke für das Sichern. Danach kommt als Witterungsschutz noch eine Plane über die Ladung.

Neue Länge ist Herausforderung für Mensch und Maschine

In der Zeit erläutern die Krono-Geschäftsführer Hendrik Hecht und Uwe Jöst den Produktionsprozess bei einer Werksführung. Bevor die fertigen Platten verladen werden könnten, müssten die Späne zunächst aus den gelieferten Baumstämmen geschält werden. „In der Regel verarbeiten wir märkische Kiefern“, sagt Jöst. Auf Wunsch der Schweizer sei aber für diese Platten Fichtenholz verwendet worden. Wegen des geringen Eigengeruchs.

Die Krono-Geschäftsführer Hendrik Hecht (links) und Uwe Jöst erklären den Produktionsprozess. Quelle: Peter Geisler

„Sie müssen sich das Herausschälen der Späne wie in einem großen Anspitzer vorstellen“, erklärt Marketingleiter Uwe Petzold. Die Späne würden dann getrocknet, auf dem Fließband mit Kleber besprüht und dann zu Platten zusammengepresst. „Wir überlegen, künftig statt Kleber, Stärke aus natürlichen Produkten zu verwenden“, kündigt Jöst mit Blick auf eine nachhaltige Produktion an. Überhaupt wolle die Krono-Gruppe am Standort künftig noch energieeffizienter arbeiten.

Die getrockneten Späne werden mit Kleber besprüht und danach zusammengepresst. Quelle: Peter Geisler

In oranger Arbeitsjacke saust einer der Krono-Mitarbeiter auf einem Fahrrad am Fließband vorbei. Es ist Anlagenfahrer Florian Lüdtke. Mit „Fahren“ habe der Job aber nichts zu tun, sagt der 24-Jährige. Sondern mit dem laufenden Prozess. Mit dem Rad sei er nur unterwegs, wenn er von der Überwachungszentrale mal eben fix die Maschinen neu justieren müsse. Und das sei besonders bei den neuen Längen der Fall gewesen, wie er und sein Schichtleiter Peter Dohnke berichten. „Eine Vielzahl an Sensoren überwacht jeden einzelnen Produktionsschritt“, erklärt Dohnke. Das können er und seine Kollegen an über 50 Monitoren mitverfolgen. Wenn es Probleme gibt, wissen sie, zu welcher Stelle der Anlage sie fahren müssen.

Die Verlademaschine saugt die Platten durch spezielle Vakuumtechnik an. Dadurch wird das Holz nicht beschädigt. Quelle: Peter Geisler

„An die neuen Maße müssen wir uns erstmal gewöhnen“, weiß auch Geschäftsführer Hendrik Hecht. Da seien Anlaufschwierigkeiten einkalkuliert. Trotzdem ist er sich sicher, dass das Unternehmen mit den langen Grobspanplatten eine Marktlücke füllen kann. Besonders dann, wenn die Produktion noch optimiert werde. Zudem wollen die Heiligengraber mit ihren Produkten weiter die Welt erschließen, wie Hecht informiert. Dann gingen Laminatböden mit Namen „Mueritz-Ahorn“ oder „Ruppiner Eiche“ nach Afrika, Asien oder Amerika.

Das Krono-Werk in Heiligengrabe

Seit 1993 produziert die Schweizer Krono-Gruppe in Heiligengrabe Spanplatten und Bodenlaminat.

734 Mitarbeiter beschäftigt das Werk in Heiligengrabe. Damit gehört es zu den größten Arbeitgebern im Land Brandenburg. Für die Krono-Gruppe arbeiten weltweit über 4500 Menschen. Darunter in Polen, der Ukraine und in Frankreich.

Über 70 Prozent der Mitarbeiter in Heiligengrabe stammen aus der Region und haben einen maximalen Anfahrtsweg von 75 Kilometern.

Von Christian Bark

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