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Wittstock/Dosse Kritik: Förderanträge sind zu kompliziert
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Kritik: Förderanträge sind zu kompliziert
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00:22 02.03.2019
Ob Segeln oder Fußball: gerade die kleinen Vereine der Region haben oft Probleme bei der Fördermittelvergabe. Quelle: verein
Wittstock

Sport ist in Ostprignitz-Ruppin ein der wichtigsten Freizeitbeschäftigungen überhaupt. Über 13 000 Menschen sind im Landkreis allein in den 162 Vereinen organisiert. Grund genug für die Kreis-CDU, sich diesem Thema in einer Diskussionsrunde zu widmen und über eventuelle Probleme zu sprechen.

„Nach unserem Ehrenamts- und Bildungsforum haben wir nun zum Sportforum geladen“, sagte der CDU-Kreistagsabgeordnete Sebastian Steineke am Dienstagabend im Hotel „Stadt Wittstock“. Die Veranstaltung in Wittstock machte den Abschluss von insgesamt drei Foren, die in den Altkreisen Neuruppin, Kyritz und Wittstock stattgefunden hatten.

Auf dem Sport-Forum der Kreis-CDU sprachen Vereine und Thomas Krieglstein (Mitte) vom Kreissportbund über Probleme im Sport. Quelle: Christian Bark

Sebastian Steineke und der CDU-Landtagsabgeordnete Jan Redmann hatten für das Forum neben Egbert Simons, Vorstandsvorsitzender des Ruppiner-Segler-Clubs, auch Walter Eisermann, Vorsitzender des Sportvereins MTV Freyenstein, und Thomas Krieglstein, Geschäftsführer des Kreissportbundes (KSB) Ostprignitz-Ruppin, zum Gespräch geladen.

Das große Problem der vergangenen Jahre, Nachwuchs für die Vereine zu finden, hat sich inzwischen relativiert. „Wir haben keine Sorgen um den Kinder-, Jugend- und Seniorenbereich“, sagte Thomas Krieglstein. Was fehlen würde, sei die Generation dazwischen. „Sobald junge Leute in die ’Pflegeljahre’ kommen, haben sie weniger Zeit für und Interesse am Sport“, sagte der KSB-Geschäftsführer.

Um die Jüngsten müssen sich die wenigsten Vereine Sorgen machen. Häufig fehlt es jedoch an qualifizierten Trainern. Quelle: ROLAND MOELLER

Mit der Lücke tue sich aber ein weiteres Problem auf: der Mangel an Übungsleitern – wohl bemerkt an qualifizierten. „Wir werden künftig wohl nicht um eine Aufwandsentschädigung für unsere Übungsleiter herumkommen“, sagte Günter Redmann vom FK Hansa Wittstock, der im Publikum saß. Es könne nicht sein, dass Ehrenamtler für ihr Engagement auch noch aus eigener Tasche draufzahlen müssen.

Thomas Krieglstein stimmte dem zu, forderte jedoch, dass die Aufwandsentschädigung an entsprechende Qualifikationen gebunden sei. Der KSB biete in der Hinsicht eine Reihe an Fortbildungsmöglichkeiten.

Walter Eisermann (l.) kritisierte die komplizierte Fördermittelantragstellung. Quelle: Christian Bark

Darüber hinaus wurde auf dem Forum die Differenz Stadt-Land angesprochen. „In Potsdam komme ich mit der Tram schneller zu meinem Verein, als in der Prignitz“, sagte Thomas Krieglstein. Das müsse auch von der Landespolitik beachtet werden. Lange Strecken und Fahrdienste, um allein die Spieler auf den Platz zu bekommen, gibt es auch beim SV Blumenthal-Grabow, wie ein Vereinsmitglied im Publikum bestätigte.

Entsprechend müsse sich im Land auch die Förderstruktur verändern, wie von einigen Teilnehmern des Forums gefordert wurde. „Sie ist bisher zu stark auf die großen Vereine im Land zugeschnitten“, kritisierte Thomas Krieglstein.

Finanzierungshilfe erwünscht

Diese verfügten meist über hauptamtlich Beschäftigte – was sich erst bei einer Vereinsgröße ab 1000 Mitglieder rechne. Den kleinen Vereinen auf dem Land fehlten diese professionellen Mitarbeiter.

Dass Fördermittelanträge immer komplizierter auszufüllen sind, beklagte auch Walter Eisermann. „Da muss man ja heute fast schon für studiert haben, um bei der Antragstellung durchzusehen“, sagte er. Da wünsche er sich eine spezielle Anlaufstelle für. Auch Egbert Simons stimmte zu. Selbst wenn er beruflich aus der Verwaltung kommen würde, liege der „Teufel doch meistens im Detail“.

Die Ruppiner Segler beschäftige aber derzeit ein anderes Fördermittelproblem. Die letzte Rate an Fördergeldern für die gut 150 000 Euro teure Aufwertung ihrer Vereinsanlagen sei wegen Bauverzögerungen zurück an das Ministerium geflossen. Immerhin 15 000 Euro.

Ronny Sobek (l.) und Robert Dicke vom TC Wusterhausen beklagten den hohen Eigenanteil, den sie beim Förderprojekt LEADER aufbringen müssen. Quelle: Christian Bark

„Für manche Vereine kann das schon existenzbedrohend sein“, bemerkte Sebastian Steineke. Einen relativ hohen Eigenanteil für die Aufwertung seiner Anlagen muss auch der Tennis Club Wusterhausen aufbringen. 35 000 Euro, wie Vereinsmitglied Robert Dicke informierte. Hilfe dabei erhoffe sich der Verein von der Stadt. „Mischt Euch politisch ein, macht auf Euch aufmerksam“, empfahl Thomas Krieglstein.

Die Teilnehmer des Forums waren sich zuletzt alle einig darüber, dass die Politik den Sport nicht nur aus „Freigiebigkeit“ fördern dürfe. „Die Vereine nehmen eine soziale und präventive Aufgabe wahr“, betonte Egbert Simons. Und auch Walter Eisermann mahnte, dass der Sport nicht nur vom Sponsoring privater Unternehmen oder der Kreissparkasse leben könne, sondern politisch gefördert werden müsse.

Von Christian Bark

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