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Wittstock/Dosse Mördersuche beim Stadtfest
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16:49 16.09.2018
Inspektor Holmes (v. l.) und sein Assistent verhörten bei den Ermittlungen auch Kellnerin Lola.
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Freyenstein

Am Samstag ist der Freyensteiner Schlosspark buchstäblich wieder zur Flaniermeile geworden. Neben den Fahrzeugen der Feuerwehr sowie der Schrauberbrigade waren auch zahlreiche Trödelmarkthändler beim Stadtfest vertreten.

Darunter auch das Ehepaar Dengle aus Teetz bei Kyritz. „Die Steingartenpflanzen waren besonders beliebt“ sagte Brigitte Dengle. Sie und ihr Mann würden häufig an Trödelmärkten teilnehmen, weil sich zu Hause so viel angesammelt habe.

Ein Trödelmarkt, Mitmachstände und eine Krimistück. Das diesjährige Stadtfest in Freyenstein hatte viel zu bieten.

Ähnlich ging es auch Jutta Arndt. Die Wittstockerin kommt bei der Gelegenheit auch gleich „unter Leute“, wie sie sagte. An ihrem Stand waren die Stadtfestbesucher besonders an alten Werkzeug- und Besteckkästen interessiert.

Weiter in Richtung altes Schloss hatten die Mitglieder des Sportvereins MTV Freyenstein zahlreiche Mitmachstände aufgebaut. Von Hufeisenwerfen, über Zielgolfen bis zum Bierglasweitschieben – jeder konnte sich in Geschicklichkeit üben. Wer wollte, konnte sich bei der Schrauberbrigade und der Feuerwehr über deren Fahrzeuge informieren. Die Schrauber hatten auch wieder ihr Steinzeitmobil dabei.

Jutta Arndt war eine der Trödelmarkthändlerinnen. Quelle: Christian Bark

Höhepunkt des Stadtfestes war am Nachmittag das Theaterstück, dass Freyensteiner in ihrer Freizeit einstudiert hatten. Statt eines Mittelalterspektakels erwartete das Publikum diesmal jedoch ein Kriminalstück, aus der Feder von Ulrike Frölich. „Nächstes Jahr werden sich unsere Klingen wieder kreuzen“, kündigte Stefan Lischnewski, der sonst immer die Theaterstücke schreibt, an.

Statt des kämpfenden Helden verkörperte er im Kriminalstück den etwas beschränkten Mörder und Gänsehirten „Paule“, der eifersüchtig auf das Opfer war. Das Opfer Albert wurde von Andreas Riesler gespielt. Beim Gezeche nach dem im Stück verankerten brillanten Auftritt der Freyensteiner Theatergruppe fiel er durch Zyankali vergiftet vom Stuhl.

Seitenhiebe auf Wittstock

Auch Inspektor Holmes und sein Assistent ohne Namen, jeweils gespielt von Arnold Flau und Manfred Ziegenbein, konnten nur noch den Tod des Vergifteten feststellen. Nachdem sein Leichnam mit Schlagsahne umrissen worden war, brachten Träger Andreas Riesler von der Bühne. Im Laufe des Stücks tauchte er als Statist wieder auf.

Ihre Ermittlungen führten das Kriminologenteam, das noch durch einen 100-Euro-Jobber, gespielt von Thomas Techen, verstärkt wurde, zu Freyensteiner Bürgern wie die geschwätzige Kellnerin Lola, gespielt von Jessica Steinberg.

Das Krimitheater begeisterte hunderte Zuschauer beim Stadtfest. Quelle: Christian Bark

Seitenhiebe auf die Stadt Wittstock durften bei den Freyensteinern nicht fehlen. So beklagte Inspektor Holmes die schlechte Polizeibüroausstattung, wobei Manfred Ziegenbein darauf verwies, dass alle Fördermittel in die Stadt fließen würden. Nämlich in die große „Blumensschau“ oder „Landesgehrmannaktion“ (Laga), mit Bezug auf Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann.

Dessen Stellvertreterin, Wittstocks Kulturamtsleiterin Dorothea Stüben, die ebenfalls im Publikum saß, nahm die Spitze mit Humor. Darum ging es der Schauspieltruppe auch, um amüsante Unterhaltung.

Gut eine Stunde wurde vor dem alten Schloss der Mörder gesucht, der sich letztlich im Verhör selbst verriet. „Paule“ prahlte damit, das Zyankali über einen Laden, den man nicht sehen kann, also den Onlineversandhändler Amazon, bestellt zu haben. Wobei ja Online in Freyenstein nicht selbstverständlich ist, wie Manfred Ziegenbein zuvor bemerkte.

Bevor die Polizei dorthin eine Email senden würde, gehe es schneller, den Text in Stein zu meißeln, abzuschreiben und per Fax zu schicken.

Rund 200 Zuschauer verfolgten das Stück der Gruppe. Seit Januar hatte sie dafür geprobt. „Ab Weihnachten gibt es immer schon die ersten Skripte“, erklärte Stefan Lischnewski.

Von Christian Bark

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