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Wittstock/Dosse Stadtmauer droht einzustürzen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Stadtmauer droht einzustürzen
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00:42 30.04.2018
An der Krone der Stadtmauer in Wittstock wird gearbeitet. Quelle: Björn Wagener
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Wittstock

Noch bevor die wirklichen Sicherungsarbeiten an der Wittstocker Stadtmauer im Bereich am Wolfsloch richtig und zügig in Gang kommen, könnte ein Teil dieses Stadtmauerabschnittes nach außen in den Wallgraben stürzen.

Ursache für die jetzt deutlich sichtbare bedrohliche Mauerneigung in einer Länge von fast 50 Metern könnte die starke Durchnässung im Untergrund sein.

Eine Architekturdiplomandin hatte bereits vor Jahren in ihrer Untersuchung auf den äußerst schwachen Mauerunterbau aus dem Mittelalter hingewiesen und auch schon für den Abschnitt am Wolfsloch dringende Sicherungsmaßnahmen zur Verbesserung der Standfestigkeit empfohlen. „Vermutlich durch das extrem nasse Jahr 2017 mit dem noch spürbaren hohen Grundwasserstand hat sich die Lage verschärft“, warnte Architektin Martina Grubetzki jüngst in der Mitgliederversammlung des Fördervereins zum Erhalt der historischen Stadtmauer in Wittstock.

Architektin Grubetzki: Dramatische Situation unterschätzt

Zur Ursache der sichtbar zunehmenden Abdrift in dem Stadtmauerabschnitt hatte es laut Grubetzki keine extra Untersuchungen gegeben. „Ich gebe zu, auch selbst die Situation unterschätzt und als noch nicht so dramatisch erkannt zu haben“, sagt die Architektin.

Sie ist als Bauexpertin an dem Stadtmauerabschnitt zwischen Südtor und Bleichwall beratend tätig und in die Sanierungsvorbereitung für den Wolfslochbereich eingespannt. Seit dem 11. April liegt dafür auch die Baugenehmigung vor, um mit den dringenden und doch aufwändigen Sicherungsarbeiten zur Stabilisierung des Stadtmauerabschnittes am Wolfsloch zu beginnen.

Stadtmauererverein Wittstock (v. l.): Vorstands-Schriftführer Dieter Herm, Kassenwart Eckhard Leest, Vereinsvorsitzender Jürgen Pawlitta und Vorstand Martina Grubetzki. Quelle: Gerd-Peter Diederich

Die Finanzierung dafür ist weitestgehend gesichert. Ein großer Teil des Geldes wird vom Stadtmauerverein bereitgestellt und sollte satzungsgemäß zeitnah abgerufen werden.

Vorstandsmitglied Martina Grubetzki wies in der Mitgliederversammlung jedoch darauf hin, dass alle Baufirmen pralle Auftragsbücher und keine freien Kapazitäten mehr haben. Verzögerungen im Sanierungsbereich zwischen Südtor und Bleichwall an der Stadtmauer seien bereits von ihr beim Auftragnehmer kritisiert worden. „Man kommt sehr langsam voran“, sagte Grubetzki.

Kurzfristige Abstimmungen zum Wolfslochbereich soll es nun Beim Treffen mit dem Bauunternehmen geben und eine Beschleunigung im Arbeitsfortgang angemahnt werden.

Betonringe statt Stahlträger-Stützen

Statt einer nackten Stahlträger-Stützkonstruktion sollen nun Betonringe in den wenig tragfähigen Untergrund als Fundament für die Stützen eingelassen werden. Anschließend würden in diese die Stahlträger aufgestellt und verankert und als Auflage von der Denkmalschutzbehörde sollen die Stahlstützen mit traditionellen Formatsteinen passend zur Stadtmauer hinter- und ummauert werden und wie die bereits vorhandenen gemauerten Pfeiler an der außenseitigen Stadtmauer den Gesamteindruck harmonisieren.

Start der Baumaßnahme am Wolfsloch, die mit Kosten von 200 000 Euro veranschlagt wird, soll nun wahrscheinlich im Juni/Juli sein. Die baubegleitende Architektin hofft, dass der Mauerabschnitt bis dahin nicht weiter abdriftet und auf der schwachen Gründung doch noch umkippt.

In allen anderen Tagesordnungspunkten der Vereinsmitgliederversammlung gab es Erfreuliches zu berichten. Vorsitzender Jürgen Pawlitta informierte über die Aufnahme von zwei weiteren Mitglieder in die Vereinsreihe, die sich dadurch auf 88 Mitglieder erhöht hat.

10 000 Euro für Mauererhalt gespendet

Spendern und Förderer des Vereines wurde gedankt. Der Verein hat für den Stadtmauererhalt wie im Vorjahr wieder fast 10 000 Euro Spenden überwiesen bekommen.

Kassenchef Eckhard Leest informierte über den erstmals in der jungen Vereinsgeschichte zeitgerechten Eingang der Beiträge von allen Mitgliedern und die beiden Vereinskassenprüfer attestierten den korrekten Umgang und Nachweis aller Finanzbewegungen im Vereinshaushalt.

Dazu gehörte unter anderem die Beschaffung von 1500 neu hergestellten klosterformatigen Ziegeln, die für die bereits laufenden Sanierungsarbeiten der beauftragten Baufirma ständig gebraucht werden. Die Beschaffungskosten über 7535 Euro haben die Stadt Wittstock und der Förderverein geteilt und bezahlt.

Jürgen Pawlitta lobte die Teilnehmerzahl und das Ergebnis beim diesjährigen Frühjahrsputz am Jahn-Friesen-Körner-Denkmal auf dem Wall am Gröpertor. Neben Vereinsmitgliedern waren Unterstützer vom Baulöwen-Sportverein dabei.

Von Gerd-Peter Diederich

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