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Wittstock/Dosse Haltestelle schlägt weiter Wellen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Haltestelle schlägt weiter Wellen
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13:43 07.11.2018
Allzu sorglos geparkte Autos gegenüber der Bushaltestelle in der St.-Marien-Straße können zum Problem werden. Quelle: Björn Wagener
Wittstock

 Die Zukunft der Bushaltestelle in der St.-Marien-Straße in Wittstock ist weiterhin offen. Der Finanzausschuss der Wittstocker Stadtverordnetenversammlung hat das Thema auf seiner Sitzung am Dienstagabend vertagt.

Auslöser war eine Stellungnahme der Ostprignitz-Ruppiner Nahverkehrsgesellschaft (ORP) zu dem Thema, die Ausschussvorsitzender Philipp Wacker verlas. Sie bezog sich konkret auf einen MAZ-Beitrag vom 26. Oktober. Darin hieß es, dass der Ordnungsausschuss für die ersatzlose Entfernung der Haltestelle plädiert, weil haltende Busse dort nur schwer vom nachfolgenden Verkehr passiert werden könnten und deshalb zum Verkehrshindernis würden. Hinzu komme die ungünstige unmittelbare Nähe zum Restaurant „Akropolis“.

Verzicht wird grundsätzlich abgelehnt

Doch den Verzicht auf diese Haltestelle lehnt die ORP in ihrer Stellungnahme „grundsätzlich ab“ und liefert dafür eine ausführliche Begründung. Die Haltestelle in der St.-Marien-Straße sei mit etwa 130 Metern Entfernung zum Marktplatz der Hauptzugangspunkt zur Altstadt und werde daher auch besonders häufig genutzt. Das würden Fahrkartenverkäufe belegen. Die Haltestelle in der Kuhstraße sei hingegen rund 300 Meter, die am Dosseteich rund 350 Meter vom Markt entfernt. Damit seien beide „nicht zumutbar“, vor allem für ältere und mobil eingeschränkte Menschen, die den Marktplatz besuchen wollen oder von dort kommen.

ORP: Staugefahr in der Kuhstraße größer

Die Staugefahr an der Haltestelle in der Kuhstraße sieht die ORP dagegen als „deutlich größer“ an als in der St.-Marien-Straße.

Die Bushaltestelle in der Kuhstraße in Wittstock Quelle: Björn Wagener

Während dort ein Vorbeifahren möglich sei, wenn ordnungsgemäß geparkt wird, lasse die schmale Kuhstraße und die dort fehlenden Parkmöglichkeiten ein Ausweichen über freie Parkflächen von Vornherein nicht zu. Außerdem gibt es dort keine Sitzbank. Fazit: Keine Alternative. Hinzu komme, dass der ganze Fahrplan verändert werden müsse, würde die Haltestelle St.-Marien-Straße entfallen. Die ORP weist auch darauf hin, dass das Ein- und Aussteigen nur 20 bis 30 Sekunden beanspruche. Darüber hinaus würden nicht von jedem alternativen Haltepunkt alle Richtungen bedient. Das heißt, dass Fahrgäste – je nach Ziel – sogar rund 600 Meter vom Markt bis zum Haltepunkt am August-Bebel-Platz zurücklegen müssten.

Neue Aspekte

„Da steht vieles drin, was ich nicht wusste“, resümierte Philipp Wacker. Dass diese Stellungnahme dem Finanzausschuss überhaupt vorlag, lag allein daran, dass Wacker im Aufsichtsrat der ORP sitzt und die Gesellschaft deshalb ganz persönlich um eine Einschätzung der Situation gebeten hatte.

In dem Schreiben wird auch darauf hingewiesen, dass zunächst alle Beteiligten angehört werden müssten, wenn es darum geht, zu entscheiden, wie mit der Haltestelle verfahren werden soll. Eine solche Anhörung habe bislang jedoch nicht stattgefunden. Überhaupt sei die ORP weder von kreislichen Behörden noch von der Stadt Wittstock über einen möglichen Wegfall der Haltestelle informiert worden. Die vorliegende Stellungnahme sei deshalb nicht amtlich angefordert, sondern angesichts der aktuellen Diskussionen lediglich „in Eigeninitiative“ verfasst worden.

Vorwurf an die Verwaltung

Das warf im Finanzausschuss grundsätzliche Fragen zum Prozedere auf. „Ich habe nicht gewusst, dass es zuvor eine solche Anhörung geben muss“, sagte Angelika Noack und fand, dass die Verwaltung darauf hätte verweisen müssen, bevor in den Ausschüssen über die Haltestelle diskutiert wird. Philipp Wacker sagte, dass man sich in den Ausschüssen zunächst einmal „alles wünschen“ könne und die Stadt dann beauftragt sei, die Beschlüsse der Stadtverordneten umzusetzen.

Die erste Stellungnahme der ORP bewirkte am Dienstagabend, dass der Finanzausschuss dafür plädierte, dass nun zunächst eine offizielle Stellungnahme der ORP angefordert werden solle, die in die Entscheidungsfindung mit einfließen kann. So lange das nicht umgesetzt ist, wolle man sich nicht positionieren. Deshalb wurde das Thema zurückgestellt.

Von Björn Wagener

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