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Wittstock/Dosse Storchennest stürzt mit drei Jungtieren 20 Meter tief
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Storchennest stürzt mit drei Jungtieren 20 Meter tief
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19:29 04.06.2018
Glückliche Gesichter nach der Rettungsaktion an der Kirche in Freyenstein. Alle drei Jungtiere überlebten den Sturz. Quelle: Feuerwehr Wittstock
Freyenstein

Drei Jungstörche stürzten am späten Sonntagabend in Freyenstein mit ihrem Nest in die Tiefe. Es befand sich auf dem Schornstein der Kirche - in etwa 20 Metern Höhe. Doch die drei Kleinen hatten großes Glück im Unglück. Sie überlebten den Fall.

Dass das Ganze mit einem Happy End über die Bühne gehen würde, war zunächst noch nicht abzusehen. Eine Anwohnerin hörte einen dumpfen Aufschlag und informierte die Rettungsleitstelle. Der Notruf bei der Feuerwehr ging um 22.14 Uhr ein, sagt Wittstocks Wehrleiter Steffen Müller.

Das Nest war vom Schornstein gerutscht

Danach seien zunächst acht Feuerwehrleute aus der Einheit Freyenstein angerückt und verschafften sich einen Überblick über die Lage. Bald darauf stand fest: Das Nest ist vom Schornstein gefallen – doch keine Spur von den Jungtieren. Erst nach einer näheren Erkundung vom Inneren des Kirchturms aus wurden die Reste des Nestes in einer Mauerkehle zwischen Schornstein und Dachschräge entdeckt.

Hier wurde die Drehleiter gebraucht

Einsatzleiter Stefan Finke war schnell klar: Hier kann nur die Drehleiter helfen. Es sei rasch gelungen, zwei Feuerwehrleute aus Wittstock zu kontaktieren, die sich mit dem Gerät nach Freyenstein aufmachten. Auch Angie und Uwe Löblich von der Wildtierauffangstation in Struck wurden benachrichtigt und waren kurz darauf vor Ort.

Von der Drehleiter aus wurde zunächst geschaut, ob es noch Leben in den

Die drei Störche hatten großes Glück und überlebten. Zurzeit erholen sie sich in der Wildtierauffangstation in Struck (Prignitz).

Nestresten hoch oben auf dem Schornstein gibt. Aber das war nicht der Fall. Jedoch entdeckte ein Feuerwehrmann einen Flügel und ein Bein eines offenbar noch lebenden Jungvogels in den Resten der Vogelbehausung in der Mauerkehle, etwa fünf bis sechs Meter tiefer. Dort hatten große Mengen von Nistmaterial und Erde die Jungen buchstäblich begraben.

Erst eines, dann zwei, dann drei

Als das so weit klar war, ging es zunächst mit dem Korb wieder nach unten. Dort stieg Angie Löblich von der Wildtierauffangstation zu, um bei der Bergung zu helfen. Tatsächlich konnte sie wenig später ein Junges retten. Als sie es hervorzog, entdeckte sie auch ein weiteres, das ebenfalls lebte und schließlich auch das dritte Kleine, „als der Feuerwehrmann gerade den Korb herunterfahren wollte“, berichtet Angie Löblich. „Alle drei waren unverletzt.“

Es hätte tödlich ausgehen können

Sie ist sich sicher: Wäre das Nest, das bereits schief gestanden hatte, zur anderen Seite abgekippt und ganz nach unten gefallen, hätten die Jungstörche wohl nicht überlebt. Auch die Feuerwehrleute freuten sich. „Wir waren sehr froh darüber, die Störche retten zu können, denn wir gingen zunächst nicht davon aus, dass das noch klappt“, berichtet Stefan Finke erleichtert.

Unterschlupf in anderen Nestern

„Die Jungen waren traumatisiert“, sagt Angie Löblich. Sie seien gleich in einen Tiefschlaf gefallen. Jedoch habe eines sehr unruhig geschlafen. „Es musste erst einmal beruhigt werden.“ Das gefallene Trio werde nun aufgepäppelt. Die Jungvögel sollen demnächst in anderen Storchennestern buchstäblich Unterschlupf finden.

Von Björn Wagener

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