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Wittstock/Dosse Stephanus Werkstätten stellten sich vor
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Stephanus Werkstätten stellten sich vor
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07:12 01.06.2018
Jessica Golz (v. l.) und Cornelia Dahms arbeiten in der Näherei. Quelle: Christian Bark
Wittstock

Schon ein viertel Jahrhundert bieten die Stephanus Werkstätten Menschen mit Behinderungen oder jenen, die schwer auf dem ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln sind, eine berufliche Perspektive und Qualifizierungsmöglichkeiten in Wittstock. Am Donnerstag stellte sich die Einrichtung, die seit nunmehr fünf Jahren nahe dem Gewerbegebiet am Sonnenweg beheimatet ist, Besuchern und Interessierten beim Tag der offenen Tür vor.

Die Stephanus Werkstätten in Wittstock zeigten am Donnerstag, welche Arbeitsbereiche bei ihnen angeboten und was produziert wird.

Laut Peter Abraham, der den Bereich Werkstätten der in Trägerschaft der Diakonie befindlichen Einrichtungen in Ostprignitz-Ruppin leitet, ist Wittstock mit derzeit 118 Beschäftigten am kontinuierlichsten gewachsen. Am Standort würden mittlerweile hochwertige Industrieerzeugnisse produziert. In den Bereichen Rehabilitation und Produktion seien die Werkstätten mittlerweile zertifiziert und könnten auf dem Weltmarkt mithalten.

Die Holzverarbeitung stellt Musterplatten für Swiss Krono her.. Quelle: Christian Bark

Bevor jemand in den Bereichen Holz, Metall, Nähen, Garten- und Landschaftspflege sowie industrielle Montageverpackung anfangen kann, muss er zunächst ein viertel Jahr in der Eingangsphase des Berufs- und Bildungsbereichs seine Qualifikationen und Talente entdecken sowie Fertigkeiten trainieren.

Eingliederung in Arbeitsmarkt möglich

„Das ist ein Rundumpaket“, wie Andrea Hübner, die Gruppenleiterin aus dem Bereich, informierte. Nach einer zweijährigen Ausbildung könnten die Menschen dann in den jeweiligen Bereichen tätig werden.

So wie Jessica Golz. Die 23-Jährige arbeitet in der Näherei. Dort fertigen die Mitarbeiter unter anderem Fahrradsattelbezüge und Gepäckanhänger. „Wir können uns aber auch ausprobieren“, erklärte die junge Wittstockerin, die nach ihrer Schulausbildung an der Mosaik-Schule zu den Werkstätten gelangt ist. Ihre Kollegin Cornelia Dahms hatte zuvor in der Landwirtschaft für Stephanus in Heilbrunn gearbeitet. Durch ihren Umzug nach Wittstock hat sie in der Näherei Arbeit gefunden. Beide Frauen haben schon auswärtige Praktika absolviert. Sie können sich durchaus vorstellen, vielleicht als Verkäuferin oder Tierpflegerin zu arbeiten.

Im Garten- und Landschaftspflegebereich werden auch Hölzer veredelt. Quelle: Christian Bark

Dass ein Fußfassen auf dem ersten Arbeitsmarkt möglich ist, bestätigte Peter Abraham. „Wir sind keine Einbahnstraße“, sagte er. Dennoch sei das oft schwierig. Ihre Altersversorgung sicherten sich die Mitarbeiter nach 20 Jahren Tätigkeit bei Stephanus. Danach könnten sie sogar weiter in der Einrichtung arbeiten und Geld dazu verdienen. „Das gilt nicht mehr, wenn die Leute einen regulären Job finden“, erklärte Peter Abraham.

Eine Übernahme in den Betrieb des Faserplattenherstellers Swiss Krono hat es nach Kenntnis von Gruppenleiter André Ehlers bisher noch nicht gegeben. Obwohl Stephanus seit 20 Jahren Musterplatten für das Heiligengraber Unternehmen produziert. „Wir haben da bald einen besseren Überblick über die Produkte als Krono selbst“, sagte Peter Abraham. Seiner Ansicht nach wird es aber nicht mehr lange dauern, bis sich Betriebe angesichts des Fachkräftemangels dafür entscheiden, Menschen mit Handicap eine Chance zu geben, auch wenn das mehr sozialen Aufwand erfordern würde.

Von Nähen bis Holzsägen

Seit 1993 gibt es die Stephanus Werkstätten in Wittstock. 2013 zog die Einrichtung an ihren heutigen Standort in die Alfred-Wegener-Straße.

118 von 136 Stellen sind am Wittstocker Standort derzeit besetzt. Die Werkstätten bieten Arbeit in den Bereichen Garten- und Landschaftspflege, Holzverarbeitung, Näherei, Metallbau und industrielle Montageverpackung. Außerdem gibt es einen internen Hauswirtschaftsbereich.

Ein geringer Teil der Beschäftigten fasst auch auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß.

Von Christian Bark

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