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Wittstock/Dosse Neues Format kam gut an
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Neues Format kam gut an
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16:37 29.08.2018
Georgia Arndt (v. l.), Daniela Geyer, Katja Reichelt, Eberhard Albert, Sina Brigzinski und Uta Köhn waren bei der Takrunde dabei. Quelle: Christian Bark
Wittstock

Die Wittstocker Bibliothek will ihren Besuchern immer mal wieder etwas Neues bieten. „Wir haben ein Format jenseits der klassischen Schriftstellerlesung gesucht“, sagte Bibliotheksleiterin Georgia Arndt am Dienstagabend. Da fand nämlich eine Premiere in der Einrichtung statt. Erstmals gab es eine Talkrunde mit Wittstockern für Wittstocker.

Die Idee dazu hatte Georgia Arndt gemeinsam mit Uta Köhn vom Förderverein der Bibliothek entwickelt und umgesetzt. Mitgeholfen hatten auch die anderen Vereinsmitglieder und Bibliotheksmitarbeiter.

Fördervereinsmitglieder und Bibliotheksmitarbeiter hatten einen kleinen Imbiss vorbereitet.. Quelle: Christian Bark

So erwarteten das Publikum tiefe Einblicke in das Leben von vier Wittstockern. Nämlich von der Leiterin der Wittstocker Touristinformation Katja Reichelt, der Lehrerin und ehemaligen Sportreporterin Sina Brigzinski, der Restauratorin Daniela Geyer und dem Parasitologen Eberhard Albert.

Lockere Fragerunde zum Einstieg

Um die Talkgäste auf unbeschwerte Weise vorzustellen, starteten Georgia Arndt und Uta Köhn zunächst eine lockere Fragerunde. „Camping oder Busreise?“, wollte die Bibliotheksleiterin beispielsweise von Eberhard Albert wissen. „In meinem Alter mittlerweile Busreise“, entgegnete dieser. Er sei übrigens gerne nach Wittstock zurückgekehrt, um dort seine Rente genießen zu können. Auf die Frage, wo ihr Lieblingsplatz in Wittstock sei, verwies Sina Brigzinski auf den Amtshof, wo sie sich künftig kleine Filmvorführungen wünschen würde.

Die Talkgäste berichteten aus ihrem Leben. Quelle: Christian Bark

Als erster Talkgast wurde dann Katja Reichelt interviewt. Die internationale Reise-und Touristikmanagerin hatte in Rostock studiert, später sogar bei einer Kreuzfahrtlinie und beim Deutschen Jugendherbergswerk gearbeitet, bis sie 2016 in ihre Heimat Wittstock zurückkehrte.

Die Stadt sei für den Tourismus gut aufgestellt, lediglich die Broschüre müsse etwas moderner werden doch daran arbeite sie mit ihrem Team bereits.

Von der Sportredaktion in das Klassenzimmer

Aus ihrer Zeit als Sportreporterin berichtete Sina Brigzinski. Ihren Beruf habe sie immer gern gemacht, doch durch ständige Wochenenddienste und lange Arbeitszeiten habe sie diesen irgendwann nicht mehr mit der Familie vereinbaren können – erst recht nicht, nachdem sie Kinder hatte.

Als Quereinsteigerin konnte sie mit ihrem abgeschlossenen Germanistik- und Anglistikstudium in einer Schule anfangen. Die Didaktik habe sie dann rasch nachgeholt. Bereut hat sie den Schritt nicht, wie sie sagte. „Ich vermisse meinen alten Job nicht“, so die heutige Lehrerin. Durch permanente Einsparungen und Zeitdruck seitens des Verlags habe ohnehin die Qualität der Arbeit gelitten und diese irgendwann auch keinen Spaß mehr gemacht.

In die Ferne zieht es nach wie vor Daniela Geyer. Schon durch ihre Diplomarbeit genießt die studierte Wandmalereirestauratorin als Lehmspezialistin eine gewisse Bekanntheit in der Welt. Aufgrund der Lektüre ihrer Arbeit sind Georgia Arndt zufolge sogar schon Nachforschungen an der berühmten Terrakotta Armee in China angestellt worden.

Das Publikum bekam die Länge eines Fischbandwurms präsentiert. Quelle: Christian Bark

Seit acht Jahren weilt Daniela Geyer jährlich zwei Monate lang in Äthiopien und hilft bei der Ausgrabung eines rund 2800 Jahre alten Palastes. Aber auch in der Region hat sie schon viele Projekte mitbetreut. Zum Beispiel die Sanierung des Freyensteiner Schlosses oder der Wittstocker Bibliothek. Für ihren Urlaub muss die Wittstockerin mit ihrer Familie gar nicht weit in die Ferne schweifen. „Wir gelten nicht umsonst das Tor zu einer beliebten Urlaubsregion“, sagte sie.

Nach dem Studium hatte es den ausgebildeten Biologielehrer Eberhard Albert nach Wittstock verschlagen. Zu seiner alten Wirkungsstätte hatte es ihn mittlerweile im Ruhestand zurück verschlagen. Zuvor war er aber als Parasitologe tätig. Uta Köhns Feststellung „Selbst im Einzelzimmer sind wir nicht allein“ bestätigte Eberhard Albert sofort mit Verweis auf die allein über 300 Wurmarten, die im Menschen leben können.

Zur Veranschaulichung der Größe eines Fischbandwurms, der sich auch im Darm des Menschen einnisten kann, ließ er ein meterlanges Band quer durchs Publikum ziehen. „Mich beeindruckt die Anpassung solcher Parasiten“, sagte er. Er räumte zudem mit Gerüchten auf, Zecken würden von Bäumen auf Menschen herunterfallen. „Sie leben bevorzugt in Gräsern und Büschen von einem Meter Höhe“, erklärte der Parasitologe. Seiner Ansicht nach, werden die sich verändernden Temperaturen dafür sorgen, dass sich auch in Deutschland ganz andere Arten von Parasiten ausbreiten werden.

Talkrunde soll weiter stattfinden

Während die anderen Talkgäste dem Publikum Belletristik als Buchtipps mit auf den Weg gaben, so empfahl Sina Brigzinski den Roman „Kleine große Schritte“, gab Eberhard Albert ehrlich zu, fast nur Fachliteratur zu lesen. Allerdings gab er den Tipp, Albert Schweitzers „Die Ehrfurcht vor dem Leben“ zu lesen. Dann würde in der Welt so manches besser laufen.

Die Veranstalter und das Publikum zeigten sich am Dienstag trotz „Überziehung“ von gut einer halben Stunde begeistert vom neuen Format der Bibliothek. „Das werden wir sicher bald wiederholen“, versprach Uta Köhn.

Von Christian Bark

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