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Tempo-30-Zone in Schweinrich soll verlängert werden

Kreisverwaltung sieht keine Chance, die Ortsdurchfahrt für Laster zu sperren Tempo-30-Zone in Schweinrich soll verlängert werden

Der Tempo-30-Bereich auf der Ortsdurchfahrt in Schweinrich soll weiter ausgedehnt werden - und zwar noch in diesem Monat. Das hat Mathias Wittmoser vom Straßenverkehrsamt des Kreises gestern auf MAZ-Nachfrage angekündigt. Wo genau die Schilder dann platziert werden, sei noch nicht klar. Dazu müsse er sich zunächst die Situation vor Ort noch einmal anschauen, so Wittmoser.

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Tempo 30 gilt aus Sicht der Kreisverwaltung als zurzeit einzige machbare Möglichkeit, den Verkehr zu beruhigen.

Quelle: Björn Wagener

Schweinrich. Der Tempo-30-Bereich auf der Ortsdurchfahrt in Schweinrich soll weiter ausgedehnt werden - und zwar noch in diesem Monat. Das hat Mathias Wittmoser vom Straßenverkehrsamt des Kreises gestern auf MAZ-Nachfrage angekündigt. Wo genau die Schilder dann platziert werden, sei noch nicht klar. Dazu müsse er sich zunächst die Situation vor Ort noch einmal anschauen, so Wittmoser.

Für die örtliche Bürgerinitiative "Leben ohne Beben" ist das nicht genug. Sie kämpft vehement für die Sanierung der Landesstraße 15, weil die vom Verkehr verursachten Erschütterungen die Häuser immer weiter beschädigen. Bislang wird eine solche Sanierung vom Land abgelehnt. Begründung: kein Geld.

Deshalb will die BI erreichen, dass der Lkw-Verkehr so lange aus dem Ort ferngehalten wird, bis die Straße saniert ist. "Hier sind Häuser einsturzgefährdet. Wir fordern Sie zu sofortigem Handeln auf", heißt es bereits in einem Schreiben vom 29. Juli an Vizelandrat Werner Nüse. Dieser antwortete am 1. August, dass er das Schreiben der BI als förmlichen Antrag ansehe, "der darauf abzielt, die Ortsdurchfahrt Schweinrich bis zum Abschluss einer grundhaften Sanierung für Lkw-Fahrzeuge über 7,5 Tonnen zu sperren."

Doch auch nach drei Monaten liege keine schriftliche Aussage dazu vor, ob dem Antrag entsprochen werden kann oder nicht, sagt Andrea Stelmecke von der BI. Eine solche sei aber nötig, um dagegen vorgehen zu können. "Wir erwarten eine fundierte schriftliche Antwort mit einer entsprechenden Begründung."

Wenn die BI auf eine schriftliche Reaktion besteht, könne sie diese natürlich bekommen, sagt Mathias Wittmoser. "Wir sind davon ausgegangen, dass das Gespräch vom 24. Oktober in Neuruppin bereits die Antwort lieferte", sagte er am Freitag. Bei diesem vom Landtagsabgeordneten Dieter Groß (Linke) initiierten Treffen hatte Landrat Ralf Reinhardt klargestellt, dass weder eine Sanierung der Straße noch eine Sperrung für Lkw absehbar sei.

Für letztere sei das Verkehrsaufkommen einfach zu gering, sagt auch Wittmoser. Verkehrszählungen zwischen dem 24. und 27. September sowie dem 30. September und 7. Oktober hätten ergeben, dass täglich rund 1300 Fahrzeuge den Ort passieren, zehn bis elf Prozent davon Lkw.

Das sei ein "normaler Wert", der eine Sperrung für Lkw nicht rechtfertige. Zum Vergleich: Auf der Zufahrt zur Autobahnauffahrt in Neuruppin seien täglich etwa 10000 Fahrzeuge unterwegs. Außerdem gebe es "keine vernünftige Alternativroute" für eine Umleitung. Ganz gleich, ob über Sewekow, Mirow oder Katerbow-Rossow - in jedem Fall müsste der Lkw-Verkehr durch einen anderen Ort geleitet werden. Das würde das Problem nur verlagern - "was kein faires Verwaltungshandeln wäre, weil wir die Verkehrsströme im gesamten Kreisgebiet berücksichtigen müssen", sagt Wittmoser. Deshalb sieht er die Verlängerung der Tempo-30-Strecke durch Schweinrich als einzige Möglichkeit der Verkehrsberuhigung an, "auch wenn ich weiß, dass die Menschen vor Ort damit nicht zufrieden sein werden".

Andrea Stelmecke ist bewusst, dass bei einer Sperrung andere Orte den Lkw-Verkehr abfangen müssten. Gleichzeitig betont sie: "Kein anderer Ort hat eine so miserable Straße." Davon konnte sich in dieser Woche auch Bettina Fortunato (Linke), die Vorsitzende des Petitionsausschusses im Landtag, in Schweinrich ein Bild machen. Sie traf sich vor Ort mit Vertretern der BI sowie den Abgeordneten Marco Büchel und Dieter Groß. Einen Fortschritt in der Sache brachte das aber nicht.

Von Björn Wagener

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