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Wittstock/Dosse Urlaub als Wohltat für die Seele
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Urlaub als Wohltat für die Seele
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08:06 29.09.2018
Die KBS-Besucher waren auch im Luftfahrtmuseum Rechlin zu Gast. Quelle: Fotos: Privat
Wittstock

Einmal Urlaub machen und den Alltag hinter sich lassen. Für viele Besucher der Kontakt- und Beratungsstellen (KBS) der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Wittstock, Kyritz und Neuruppin ist das nicht selbstverständlich. Die meisten Besucher leiden an einer psychischen Erkrankung. „Einige kommen manchmal gar nicht aus den eigenen vier Wänden heraus“, sagt Katrin Ulmer, KBS-Betreuerin in Wittstock.

Deshalb bot die Wittstocker KBS ihren Besuchern 2016 erstmals einen gemeinsamen Kurzurlaub an. Damals hatte die Reise nach Altfriesack geführt. Mit dabei war auch Hans-Günter Konopka. Der 60-Jährige ist Analphabet, leidet an einer geistigen Beeinträchtigung. Für ihn stand fest, dass er nach 2016 und 2017 auch 2018 wieder beim Urlaub dabei sein wird.

Für Silvia Schaffer war der Gang ins Wasser eine Herausforderung. Quelle: Privat

In diesem Jahr ging es an die Müritz, nach Boeker Mühle. „Wir wollten nicht zu weit weg“, sagt Katrin Ulmer, die den Urlaub aus langer Hand mit ihren Kollegen aus den KBS in Kyritz und Wittstock sowie der Awo-Tagesstätte in Wittstock geplant hatte. Mit 20 Besuchern der KBS und Tagesstätte, davon zwölf Wittstocker, vier Kyritzer und vier Neuruppiner, hatten sie kürzlich den viertägigen Urlaub angetreten.

Erstmals war auch Ingeborg Halberkamp dabei. Die 58-Jährige aus Wittstock leidet unter einer Angstneurose. „Die Angstzustände kommen aus heiterem Himmel“, berichtet sie. In der KBS ist sie meist zum Frühstück am Samstag und unter der Woche zum Mittag zu Gast. „Da fühle ich mich geborgen“, sagt sie.

Gemeinsames Essen schweißte die Truppe zusammen. Quelle: Privat

Geborgen hatte sie sich auch im Urlaub gefühlt. Anderen Teilnehmern habe sie, wo es geht, geholfen. Zum Beispiel beim Brötchenschmieren. Auch Silvia Schaffer war sie behilflich, die nach einem schweren Autounfall gehbehindert ist. Die 47-Jährige arbeitet in den Stephanus-Werkstätten in Wittstock und ist, wie sie sagt, froh, wenn sie mal „rauskommt“. Reisen tut sie höchstens mal nach Neuruppin zu ihren Eltern.

„So ein Urlaub ist gut für die Seele“, betont sie. Seit Jahren leidet die Wittstockerin an der Borderline-Persönlichkeitsstörung, die mit Suizidgedanken einhergeht. „Das habe ich aber gerade im Griff“, sagt Silvia Schaffer. Der Urlaub sei schon ihr zweiter gewesen. „Und es war genauso schön wie letztes Jahr“, so die 47-Jährige.

Beim Urlaub hatten alle Spaß. Quelle: Privat

Seit Jahren war Silvia Schaffer mal wieder im Wasser baden, wenn auch nur mit den Füßen. „Das kostete Überwindung, war aber ein schönes Gefühl“, sagt Silvia Schaffer. Angst habe sie als Gehbehinderte nicht zu haben brauchen, schließlich seinen immer Leute um sie herum gewesen. „Wir haben viel gemeinsam unternommen“, sagt Katrin Ulmer. Zum Beispiel hätten die Urlauber zusammen gekocht und gegrillt.

Die KBS plant schon den nächsten Urlaub. Quelle: Christian Bark

Auch ein Besuch der Stadt Waren und im Luftfahrttechnischen Museum in Rechlin gehörten zum Urlaub dazu. Für die ausgestellten Maschinen hatte sich besonders Hans-Günter Konopka begeistern können, wie er sagt. Ganz spontan hatten die Kyritzer, Neuruppiner und Wittstocker sogar eine Nachtwanderung unternommen. „Das gehört eben zu einem richtigen Ferienausflug dazu“, sagt Katrin Ulmer.

Die vier Tage hatten gar nicht ausgereicht, um die gesamte Gegend zu erkunden. „Deshalb fahren wir im kommenden Jahr noch mal nach Boeker Mühle“, kündigt Katrin Ulmer an. Getreu dem Motto „Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub“ planen sie und ihre Kollegen schon die nächste Reise für ihre Besucher, damit diese mal wieder „rauskommen“.

Von Christian Bark

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