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Wittstock/Dosse Vandalismus auf Gartenschau-Gelände
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Vandalismus auf Gartenschau-Gelände
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14:25 26.10.2018
Die Seitenscheibe dieses Radladers wurde eingeschlagen. Quelle: Björn Wagener
Wittstock

Wenn Marco Koch dieser Tage mit dem Radlader auf dem Gelände der künftigen Landesgartenschau in Wittstock unterwegs ist, dann muss er die Heizung auf volle Leistung stellen. Denn die komplette Seitenscheibe fehlt. Sie ist in dieser Woche eingeschlagen worden. Damit wurde das Arbeitsgerät schon zum zweiten Mal Opfer von Vandalismus.

Zuvor sei die Heckscheibe zertrümmert worden, berichtet der Mitarbeiter einer Schweriner Firma für Gartenlandschaftsbau. Ergebnis: einmal 2500, einmal 1500 Euro Schaden. Auf solchen Mehrkosten bleibe die Firma meist sitzen, weil sie bei der Versicherung innerhalb der Selbstbeteiligung liegen.

Rollrasen schwimmt in der Dosse

Doch das ist nur eines von vielen Beispielen von Vandalismus auf dem Gelände.

An der Brücke über die Dosse an den künftigen Dammterrassen fehlen ein paar Quadratmeter Rollrasen – gestohlen. Gleich neben einer solcher Fehlstellen sind Bremsspuren eines Zweirades auf dem neu angelegten Gehweg zu sehen. Außerdem schwammen am Freitag mehrere Rollen des frisch verlegten Grüns in der Dosse.

Und Marco Koch weiß noch viel mehr zu berichten. Schon Ende September wurde ein Bäumchen in Brand gesetzt.

Treppenstufen in Brand gesetzt

Dieses Schicksal habe auch die Umverpackung gerade eingesetzter Treppenstufen ereilt. Bauzäune und Schilder lägen regelmäßig im Fluss. Die

Immer wieder kommt es auf dem künftigen Gelände der Landesgartenschau in Wittstock zu mutwillig verursachten Schäden.

Wochenenden seien besonders problematisch. Frisch hergerichtete Flächen zeigten sich am Montag mitunter von Motorrädern durchwühlt. „Vandalismus wird hier groß geschrieben“, sagt Marco Koch.

Außerdem wurden schon Ende September Bauzäune auf dem Amtshof umgeworfen und im Juli das Banner mit den Kinderzeichnungen vom Zaun gerissen und in die Glinze geworfen. Es musste ersetzt werden.

Unbefugte Spaziergänger und Kinder

Außerdem seien immer wieder Kinder auf der Baustelle am Bleichwall unterwegs. „Wenn dann was passiert, ist das Geschrei groß“, sagt Marco Koch.

Die Erwachsenen seien aber kaum besser. Wie selbstverständlich gingen sie durch das Gelände, das von Bauzäunen umgeben ist. Sie nutzen offene Zufahrten, die eigentlich nur für Baufahrzeuge gedacht sind. „Wenn man was sagt, dann interessiert die das gar nicht“, so Koch.

Ein skurriler Fall

Ungebetene Gäste von der Baustelle zu verweisen, kann aber auch für die Arbeiter vor Ort problematisch werden. So berichten Mitarbeiter einer anderen Firma von einem skurrilen Fall: Ein Kollege habe jemanden von der Baustelle geschickt und sei daraufhin von demjenigen bei der Polizei angezeigt worden.

„Die Leute sind echt frech“, weiß auch Marco Koch zu berichten. Er sei schon auf vielen Baustellen unterwegs gewesen, aber was sich in Wittstock abspielt, habe er bisher noch nicht erlebt. Durch das ständige Reparieren, Nacharbeiten, und Doppeltmachen komme es vor, dass das geplante Tagwerk nicht immer zu schaffen sei.

Zäune sollen es richten

Doch was gegen den Vandalismus tun? Die Laga-Gesellschaft kann nur mit Zäunen versuchen, die Leute vom Gelände fernzuhalten.

Der Laga-Sprecher Matthias Bruck bestätigt, dass jetzt begonnen worden sei, weitere Bauzäune nach und nach durch die endgültige Umzäunung zu ersetzen. An einen Wachschutz werde noch nicht gedacht, weil die Vandalismus-Schäden immer noch geringer seien als ein Wächter kosten würde.

„Vandalismus wirft natürlich ein schlechtes Licht auf die Stadt“, sagt Matthias Bruck. Auch der Laga-Geschäftsführer Christian Hernjokl betonte schon mehrfach, dass sich die Wittstocker nur selbst schaden würden, wenn auf dem künftigen Laga-Gelände Schäden verursacht werden.

Von Björn Wagener

Rollrasen wird gestohlen, Arbeitsgeräte werden beschädigt: Vandalismus ist auf dem künftigen Gelände der Landesgartenschau in Wittstock keine Seltenheit. Es gab auch einen etwas skurrilen Fall.

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