Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wittstock/Dosse Innovative Verkehrsapp für Menschen mit Handicap aus Wittstock
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Innovative Verkehrsapp für Menschen mit Handicap aus Wittstock
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:23 18.04.2019
Anina Malitius aus Zaatzke schaut oft auf ihr Smartphone. Für sie sind die Warnsignale vor einem Bus hilfreich. Quelle: Christian Bark
Wittstock

Zwei Jahre haben Maik Koch und Marian Parchen daran getüftelt. 2018 war der Prototyp ihrer Verkehrswarnapp dann fertig, beide gemeinsam gründeten das Start-up „iGO Solution 4MA GmbH“. Nun ist die App der beiden Wittstocker online und kann in ihrer Heimatstadt als Pilotprojekt getestet werden.

16-Jährige aus Zaatzke testet die App

Die „Ygo-App“ richtet sich vor allem an Menschen, die, durch ihr Smartphone abgelenkt, die Gefahren des Straßenverkehrs gar nicht mehr mitbekommen – sogenannte „Smombies“.

„Manchmal bin ich schon so ein Smombie“, sagte Anina Malitius. Die 16-Jährige aus Zaatzke gehörte am Montag zu den ersten Testpersonen, die die neue App nutzten. Vom Vorteil für die Schülerin ist die App allein schon deswegen, weil sie oft den öffentlichen Nahverkehr nutzt.

Maik Koch (l.) und Marian Parchen erklärten die Funktion der App. Quelle: Christian Bark

Vor dem herannahenden Bus warnt Ygo nicht nur, die App kann auch Fahrpläne und sonstige Verkehrsinformationen anzeigen.

Warnapp-Sensoren in den Bussen

„Wir haben in entsprechenden Fahrzeugen Sensoren installiert“, erklärte Maik Koch am Montag. In einem Testlauf warnte die App die achtlos über die Fahrbahn am Wittstocker Bahnhof eilende Anina Malitius vor einem Bus.

Relevant ist die Idee aber auch für Menschen mit Handicap. „Es gibt mittlerweile so viele technische Hilfsmittel“, sagte Olaf Hellwig. Der Wittstocker ist seit drei Jahren blind, kann nur noch hell und dunkel unterscheiden. Er war am Montag die zweite Testperson für die App. In seiner Wohngegend an der Perleberger Straße wird an einem Gefahrenschwerpunkt eine Bedarfsampel aufgestellt. In Verbindung mit einer Signalquelle für die App.

Olaf Hellwig ist seit drei Jahren blind. Er freut sich über eine Bedarfsampel an der Perleberger Straße und akustische sowie haptische Warnsignale durch die App. Quelle: Christian Bark

„Die App warnt mit optischen, akustischen und haptischen Signalen“, so Maik Koch.

Wlan macht alles möglich

Möglich wird das über ein freies drahtloses Internet (Wlan). Der Router ist ebenfalls an den Gefahrenquellen angebracht. Das besondere an dem Wlan, das kostenfrei über die App generiert werden kann: es bedarf keiner Registrierung und ist zeitlich nicht beschränkt, wie Maik Koch betonte.

„Das ist klasse, weil es um das Netz in der Region manchmal nicht so gut bestellt ist“, sagte Anina Malitius. Bei der Pilotprojektfinanzierung haben der Stromnetzbetreiber Edis und der Verein Autobahndreieck Wittstock-Dosse den beiden Jungunternehmern geholfen. Die laufenden Kosten sollen sich über regionale Händler und Firmen refinanzieren.

Sensoren im Bus geben Signale an die App weiter. Quelle: Christian Bark

Die App wird Tipps und Anbote der teilnehmenden Unternehmen anzeigen“, erklärte Marian Parchen.

Bürgermeister ist stolz

Informationen zur Landesgartenschau, die ab Donnerstag in Wittstock stattfinden wird, soll die App aber vorerst nicht liefern, wie Bürgermeister Jörg Gehrmann am Montag sagte. Er sei stolz, dass die Innovation der beiden Wittstocker zuerst in der Dossestadt an den Start geht und hoffe darauf, dass das Projekt ein Beispiel für weitere Kommunen wird.

Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (5. v. r.) und Staatssekretärin Katrin Lange vom Innenministerium (3. v. l.) nahmen die App von Maik Koch (6. v. r.) und Marian Parchen (r.) in Augenschein. Quelle: Christian Bark

Dem schloss sich auch Brandenburgs Verkehrsministerin, Kathrin Schneider, am Montag an. „Eigentlich gehört das Smartphone im Straßenverkehr ja in die Tasche“, sagte sie. Die Praxis zeige aber, dass sich immer mehr Menschen davon ablenken lassen würden und solche technischen Lösungen dann schlimme Unfälle verhindern könnten.

Wie Kathrin Schneider sicherte auch die Staatssekretärin im Innenministerium, Katrin Lange, dem Projekt eine wohlwollende Beobachtung und mögliche Unterstützung durch das Land zu. Genauere Angaben machten beide Politikerinnen am Montag dazu aber noch nicht.

Von Christian Bark

273 Kinder, Frauen und Männer haben am Wochenende mitgemacht beim traditionellen Anradeln in der Prignitz. Das starke Pritzwalker Team gewinnt vor Wittenberge, Heiligengrabe und Wittstock. 2020 geht die Sternfahrt dann nach Perleberg.

17.04.2019

Im kleineren Rahmen als geplant, aber dennoch bei bester Stimmung wurde am Samstagabend der 160. Wittstocker Handwerker- und Mittelstandsball gefeiert. Die Initiatoren zeigten sich zufrieden und blickten auf bevorstehenden Veranstaltungen. Künftig sollen die Geschäfte in der Wittstocker Innenstadt samstags länger offen sein.

17.04.2019

Ob Eierbemalen, spielen oder basteln – die Wittstocker Bibliothek hat auch in diesen Osterferien wieder ein buntes Programm auf die Beine gestellt. Dabei können die Kinder sogar einen Film drehen.

17.04.2019