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Wittstock/Dosse Walter Plathe las im Schloss
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Walter Plathe las im Schloss
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14:01 16.11.2018
Nach der Lesung signierte Walter Plathe (r.) noch Bücher und kam mit dem Publikum ins Gespräch. Quelle: Christian Bark
Freyenstein

Viele kennen ihn noch aus dem DDR-Fernsehen, wo er in Serien wie „Märkische Chronik“ oder „Polizeiruf 110“. Bundesweit wurde der Schauspieler Walter Plathe Anfang der 90er Jahre in der Fernsehserie „Der Landarzt“ bekannt. In jüngster Vergangenheit ist der gebürtige Berliner vermehrt auf den Theaterbühnen zu finden, spielte den „Braven Soldaten Swejk“ oder den Raubritter Götz von Berlichingen. Im vergangenen Jahr veröffentlichte der mittlerweile 68-Jährige seine Biografie „Ich habe nichts ausgelassen“.

Das Buch stellte Walter Plathe am Donnerstagabend bei seiner Lesung im Freyensteiner Schloss vor. Dabei blickte er mit Humor und viel Berliner Schnauze auf sein bisheriges Leben zurück – und noch weiter in die Vergangenheit seiner Familie. „Ich war eigentlich schon viel früher geplant gewesen“, sagte der Schauspieler. Doch die Unfruchtbarkeit, die der erste Ehemann seiner Mutter Melitta aufgrund einer Verstümmelung im Ersten Weltkrieg fortgetragen hatte, ließ es nicht soweit kommen.

Der große Veranstaltungssaal im Schloss war gut besucht. Quelle: Christian Bark

Im ersten Teil seiner Lesung sprach Walter Plathe über seine Familie, das ursprünglich aus Leipzig stammende Schauspielerensemble Weber. „Ich bin Urberliner mit sächsischem Migrationshintergrund“, sagte er. Seine Mutter habe im Laufe der Zeit viele andere Männer kennengelernt. So zum Beispiel den Sänger und Komiker Otto Reutter, von dem Walter Plathe an dem Abend einige Verse zitierte.

Während seine Mutter später im Zweiten Weltkrieg als Truppenbetreuung an der Front in Griechenland tätig war, lernte sie den Kunstpfeifer „Quick“ Plathe kennen und lieben. Nach dem Krieg verließ er sie jedoch in Richtung Westen. „Ich bin froh, dass er nicht mein Vater geworden ist“, sagte Walter Plathe. Bis heute könne er ja auch nicht richtig pfeifen.

Bibliotheksleiterin Georgia Arndt begrüßte die Gäste. Quelle: Christian Bark

Als seine Mutter im Berlin der Nachkriegszeit Zeitungen verkaufte, lernte sie „Max“ kennen. Aus ihrer Verbindung entstand Walter Plathe – dummerweise war Max aber verheiratet. So zog Melitta ihren Sohn allein im Berliner Scheunenviertel groß.

In der Pause konnten sich die Zuhörer die Biografie von Walter Plathe bei Moderator Jürgen Rummel zum Sonderpreis kaufen. Zudem schenkten die Mitarbeiter der Wittstocker sowie der Schlossbibliothek Freyenstein und des Bibliotheksfördervereins Getränke aus.

Laura Klemm verteilte als Bücherfee Süßigkeiten an das Publikum. Quelle: Christian Bark

Laura Klemm verteilte, in ein buntes Biedermeier Kleid gehüllt, Süßigkeiten an die Gäste. „Ich bin heute die Bücherfee, das Maskottchen Literarischen Bilderbogens“, erklärte sie.

Das Literaturfestival, das dieses Jahr bereits zum 23. Mal statt. Es wird von den öffentlichen Bibliotheken, dem Kreismedienzentrum und dem Fördervereins der öffentlichen Bibliotheken im Landkreis Ostprignitz-Ruppin veranstaltet.

Jürgen Rummel interviewte Walter Plathe. Quelle: Christian Bark

Im zweiten Teil der Lesung beantwortete Walter Plathe zunächst Fragen von Jürgen Rummel. Zum Beispiel zum Heinrich Zille-Freundeskreise, den der Schauspieler mitbegründet hatte. Dabei gab Walter Plathe den bekannten Schlager über den bekannten Berliner Zeichner zum Besten „Das war sein Milljöh“.

Danach sprach er über seine Schauspielausbildung, seinen Wehrdienst bei der Volkmarine, wo er vom Wachmatrosen zum Saunawart und so zum Obermatrosen aufstieg – dann aber wieder zum Matrosen degradiert wurde. Über die Gründe wollte der Schauspieler nicht sprechen. „Ich habe nichts ausgelassen – im Leben“, sagte er. Das stehe nur nicht alles in dem Buch.

Am Dienstag, 27. November, lesen die Redakteurinnen Lena Greiner und Carola Padtberg aus ihrem Buch „Ich muss mit auf Klassenfahrt – meine Tochter kann sonst nicht schlafen“. Die Lesung findet um 19.30 Uhr in der Wittstocker Stadtbibliothek statt. Der Unkostenbeitrag liegt bei zehn, ermäßigt bei acht Euro.

Von Christian Bark

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