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Wittstock/Dosse Bäume wehren sich gegen Dürre
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16:49 15.03.2019
Guido Bischoff ist auf gesunde Buchenbestände mit Naturverjüngung im Stadtforst Alt Daber stolz. Quelle: Christamaria Ruch
Alt Daber

Wie kann ein Wald Trockenphasen wie im Sommer 2018 kompensieren? „Es fehlen uns die Erfahrungen, was über einen längeren Zeitraum von zehn Jahren mit den Baumarten passiert“, sagt Guido Bischoff, Forstoberinspektor und Leiter des Stadtforstes in Alt Daber.

Der Wittstocker Stadtforst umfasst 3200 Hektar Fläche. Die massiven Sturmschäden im Oktober 2017 mit Baumverlusten von 5200 Stück bestimmten im vergangenen Jahr die Arbeit in dem Areal. „Wir haben den Waldumbau zurückgefahren und nur Maßnahmen zur Naturverjüngung vorbereitet“, sagt Bischoff. Als Forstwirt denkt er in langen Zeiträumen.

Zusammensetzung der Baumarten wird sich ändern

„Vor dem Hintergrund der Trockenheit muss sich das Denken ändern, es geht um einen Baumartenwechsel. Der Wald wird durch Trockenperioden nicht verschwinden, aber die Zusammensetzung der Baumarten wird sich wandeln.“ Guido Bischoff ist seit 1999 im Stadtforst tätig. Auch vor seiner Zeit erfolgte dort Waldumbau. „Ökologisch stabile Mischbestände sind das Ziel.“

Die Kiefer dominiert den Stadtforst mit 47 Prozent. Es folgen Buchen (23 Prozent), Eiche und Fichte (jeweils sieben Prozent) und die restlichen Flächen sind mit Ahorn, Lärche, Pappel und anderen Baumarten bewachsen. „Ich favorisiere eine gesunde Baumartenmischung“, sagt Bischoff. Die Böden weisen eine mittlere Nährstoffversorgung auf und es gibt mineralische Nassstandorte.

Die Pappeln werden verschwinden und machen Edelhölzern Platz. Quelle: Christamaria Ruch

Dennoch machen sich Trockenperioden bemerkbar, denn die Bäume erleben Stresssituationen. Eichen sind dann besonders für Komplexkrankheiten anfällig. Buchen können ihren Verdunstungshaushalt einschränken. „Man sieht Zuwachsverluste“, sagt der Forstoberinspektor. Die Fichte wächst im Stadtforst nicht in großen Reinbeständen. Damit fiel auch der Befall mit einem Fichtenborkenkäfer – dem Buchdrucker – gering aus. „Bei der Fichte gibt es jedes Jahr Befallsherde. Wichtig ist, die betroffenen Einzelbäume zu finden und großräumig zu beräumen“, sagt Guido Bischoff.

Bereits seit vier bis fünf Jahren setzt der Leiter des Stadtforstes bei der Pflanzung erfolgreich auf ein Wurzelschutzgel. „Die Wurzeln werden darin getaucht und damit können sie drei bis fünf Jahre Wasser speichern“, sagt Guido Bischoff. Das bringt nur Mehrkosten von zwei Cent pro Baum. Er spricht sich für den Pappelumbau aus und möchte stattdessen Edelhölzer wie Vogelkirsche, Ahorn oder Eiche pflanzen. Eine fünf Hektar große Pappelfläche wird für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen vorgehalten.

Besonders alte Buchen sind Methusalembäume

Das Naturschutzgebiet Oberheide umfasst 145 Hektar Buchen. Dort wird extensiv bewirtschaftet und Bäume werden einzeln entnommen. Einzelne und besonders alte Buchen sind Methusalembäume und bleiben dort stehen. Sogar die seltene Mopsfledermaus konnte in diesem Gebiet nachgewiesen werden.

Gesunde Laubholzbestände befinden sich auch auf einem zehn Hektar großen Buchenstandort entlang des so genannten Telefonweges. „Das ist ein kräftiger Standort mit sehr guter Nährstoffversorgung. Buchen sind hier Mutterbäume und es gibt eine Naturverjüngung“, erklärt Guido Bischoff.

Von Christamaria Ruch

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