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Wittstock/Dosse Wozu der Brexit die KMG Kliniken zwingt
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01:19 01.12.2018
Eine der beiden KMG Rehakliniken befindet sich in Bad Wilsnack, dem nun wieder offiziellen Firmensitz auch der gesamten KMG Gruppe. Quelle: MAZ
Kyritz/Bad Wilsnack

Die Rechtsform der bisherigen KMG Kliniken plc (Public limited company) als Obergesellschaft der Gruppe aller KMG Kliniken hat sich dieser Tage geändert. Aus der „plc“ ist eine KMG Kliniken SE geworden. Das ist eine Rechtsform der Europäischen Union. Die Abkürzung steht für Societas Europaea und bedeutet Europäische Gesellschaft.

Grund für den Wechsel aus der britischen Rechtsform plc ist das voraussichtliche Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union. Sitz der KMG Kliniken SE ist wieder in Deutschland, wo die Gruppe 1991 von Wolfgang Neubert gegründet wurde, und zwar in Bad Wilsnack.

Sämtliche Tochtergesellschaften nicht betroffen

Wie Franz Christian Meier als Leiter der Unternehmenskommunikation des Gesundheitskonzerns weiterhin mitteilt, sind alle Tochtergesellschaften, die die Krankenhäuser, Rehakliniken, Pflegeeinrichtungen und sonstigen Betriebe der Gruppe betreiben, hiervon nicht betroffen, da diese auch bislang schon Gesellschaften mit beschränkter Haftung nach deutschem Recht waren und bleiben. Zudem ändere sich durch die Umwandlung der plc in die SE die „Rechtsidentität“ nicht. Das bedeutet laut Meier, dass alle Verträge mit Mitarbeitern und Geschäftspartnern Bestand haben.

Auch Stefan Eschmann, Vorstandsvorsitzender der KMG Kliniken SE sagt: „Der voraussichtliche Brexit hat es notwendig gemacht, dass wir die Rechtsform der KMG Kliniken plc ändern und ihren Sitz nun nach Deutschland verlegen. Dieser Vorgang hat keinerlei Einfluss auf unsere laufende Geschäftstätigkeit und bestehende Verträge.“

Interview mit Konzernsprecher Franz Christian Meier

Weitere Hintergründe erläutert Konzernsprecher Meier im Gespräch mit der MAZ:

Seit wann und warum waren die KMG Kliniken als eine „plc“ in Großbritannien ansässig?

Franz Christian Meier: Die KMG Kliniken plc ist seit 2010 Obergesellschaft der KMG Kliniken Gruppe. Grund hierfür waren seinerzeit eine Reihe von Erwägungen, nicht zuletzt im Hinblick auf die zukünftige Ausrichtung der Unternehmensstrategie. Sitz der Gesellschaft ist bislang London.

Sie nennen den bevorstehenden Brexit als Grund der aktuellen Umfirmierung. Welche Probleme oder Nachteile wären auf die Gesellschaft womöglich zugekommen und führten nun zu diesem Schritt?

Im Falle eines ungeordneten oder „harten“ Brexits wäre die KMG Kliniken Gruppe einer ganzen Reihe sehr problematischer Rechtsfragen ausgesetzt gewesen, die erhebliche wirtschaftliche Risiken bedeutet hätten.

Prinzipiell wäre sicherlich auch die Umwandlung in eine typische deutsche AG möglich gewesen. Inwiefern war die SE mit ihrer europäischen, gar internationalen Strahlkraft, wenn es etwa um Investoren geht, ausschlaggebend?

Die SE ist eine weit verbreitete europäische Rechtsform, die genauso etabliert wie eine deutsche Aktiengesellschaft ist. Wir befinden uns mit dieser modernen Rechtsform in sehr guter Gesellschaft sowohl mittelständischer als auch großer internationaler Unternehmen.

Sie sagen, es gibt für den einzelnen keine Auswirkungen. Bleibt für die gesamte Arbeitnehmerschaft hinsichtlich der Unternehmensmitbestimmung ebenso alles beim Alten? Gab es doch bei der britischen Form keine Möglichkeit der Mitwirkung von Arbeitnehmern in einem Aufsichtsrat etwa. Bei einer SE Neugründung müsste das zuvor verhandelt werden. Bei einer Umwandlung aber nicht.

Der Formwechsel von der englischen Rechtsform der plc in eine SE erfolgte identitätswahrend, das heißt, die Rechtspersönlichkeit der Gesellschaft hat sich nicht geändert. Daher hat der Formwechsel auch keinen Einfluss auf bestehende Verträge und auch nicht auf die Zusammensetzung des Aufsichtsrates. Selbstverständlich gilt für die Unternehmen der KMG Gruppe aber zum Beispiel das Betriebsverfassungsgesetz. Die Gründung einer neuen SE ist im Übrigen keine Möglichkeit gewesen, da es notwendig ist bei einem Unternehmen dieser Größe, die Rechtspersönlichkeit der Obergesellschaft zu wahren.

Also merken erst recht auch die Patienten nichts davon?

Genau.

Das Unternehmen

Die KMG-Kliniken sind ein im Nordosten Deutschlands aktiver Gesundheitskonzern mit sechs Akutkliniken (Boizenburg, Güstrow, Havelberg, Kyritz, Wittstock, Pritzwalk) und zwei Rehakliniken (Bad Wilsnack, Plau am See).

Das Unternehmen betreibt zehn Pflegeheime, dazu Medizinische Versorgungszentren und Ambulante Pflegedienste.

Der Konzernverfügt über rund 2800 Betten und Plätze und beschäftigt etwa 3600 Mitarbeiter.

Von Matthias Anke

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