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Wittstock/Dosse Unterstützer für Bahnstrecken-Reaktivierung gesucht
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Unterstützer für Bahnstrecken-Reaktivierung gesucht
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00:22 15.03.2019
Ein Triebwagen im Bahnhof Mirow (Mecklenburg-Vorpommern). Quelle: Christian Schmettow
Wittstock

Die Firma Swiss Krono am Standort Heiligengrabe würde die mögliche Wiederbelebung der stillgelegten Bahnlinie zwischen Wittstock und Mirow begrüßen. „Swiss Krono ist interessiert an einer guten Anbindung per Bahn nach Stettin“, sagt Hendrik Hecht, Standortleiter des großen Holz verarbeitenden Unternehmens in Heiligengrabe. „Wenn die Verbindung ein Lückenschluss sein kann, dann sind wir natürlich sehr dafür.“ Das Unternehmen sei stets bemüht, Transporte mit der Bahn abzuwickeln und damit die Zahl der Lkw auf den Straßen zu verringern.

Das bestätigte Hendrik Hecht kürzlich auch gegenüber Matthias Dittmer, dem Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Mobilität von Bündnis 90/Die Grünen in Berlin und ein großer Verfechter der Wiederbelebung dieser Bahnverbindung.

Ein Platz auf der Liste

Dass diese überhaupt in Frage kommen könnte, hat einen konkreten Grund. Die Strecke ist Bestandteil der sogenannten Reaktivierungsliste, die der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) im Auftrag der Bundesregierung erstellt hat. Sie enthält bundesweit rund 160 Strecken – darunter auch die Verbindung von Wittstock nach Mirow, einem stillgelegten Teilstück der insgesamt 156 Kilometer langen Strecke von Wittenberge nach Strasburg (Mecklenburg-Vorpommern).

Welche der Verbindungen in der Liste neu belebt werden sollen, muss noch geprüft werden. Grundsätzlich wolle die Bundesregierung damit unter anderem Transporte auf die Schiene verlegen, um das Straßennetz zu entlasten und die Verkehrsverbindungen in ländlichen Räumen strukturell zu verbessern, sagt dazu Martin Henke, Geschäftsführer Eisenbahnverkehr im VDV. Er sieht die Chancen auf Umsetzung für den genannten Streckenabschnitt im Mittelfeld der Liste.

Priorität nach vorn bringen

Das will Matthias Dittmer ändern und die Wiederbelebung des Abschnitts in der Priorität nach vorn bringen, möglichst ins erste

Matthias Dittmer. Quelle: Björn Wagener

Drittel der Projektliste. Das würde die Chance auf Realisierung erhöhen. Da ist er sich sicher. Erreichen will er das, indem er Fürsprecher gewinnt, um dem Ganzen mehr Gewicht zu verleihen. Praktisch heißt das: Klinkenputzen.

Dittmer klopft derzeit an die Türen von Politikern und einflussreichen Unternehmen, um ihnen die Chancen, die eine Wiederbelebung der Bahnstrecke aus seiner Sicht mitbringen würde, näher zu bringen. So stand er gemeinsam mit dem Grünen Kreistagsabgeordneten Wolfgang Freese kürzlich auch Hendrik Hecht von Swiss Krono gegenüber. „Das Gespräch verlief produktiv und konstruktiv. Er zeigte an dem Thema spontan Interesse“, berichtet Dittmer. Immerhin holt Swiss Krono ein Großteil des Rohstoffes Holz auf der Schiene nach Heiligengrabe.

Fehlendes Verbindungsstück

„Die Strecke Wittstock-Mirow ist das fehlende Verbindungsstück der Strecke von Hannover nach Stettin. „Der Stettiner Hafen boomt, und der Wirtschaftsbahnverkehr mit Polen reduziert sich im 15. Jahr polnischer EU-Mitgliedschaft noch immer auf die einzig funktionierende Strecke BerlinFrankfurt OderWarschau. Das ist zu wenig“, so der Sprecher der LAG.

Der Baubeginn der Strecke Angermünde-Stettin stehe bevor. Elektrifiziert und zweigleisig solle sie 2025 ans Netz gehen. „Die Reaktivierung der Strecke Wittstock-Mirow wäre das notwendige Puzzle-Teil für eine neue funktionierende Ost-West-Verbindung. Hinzu komme die wirtschaftliche Bedeutung für die Dörfer in der Region.

Von Björn Wagener

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