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Wittstock/Dosse "Wir nehmen den Protest ernst"
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse "Wir nehmen den Protest ernst"
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09:42 25.07.2013
Blick auf die Hohe Heide: Die zwei kleinen rot schraffierten Flächen sind die insgesamt 30 Hektar großen Areale, die dem Heiligengraber KlosterStift gehören und in dem insgesamt 400 Hektar großen Windeignungsgebiet liegen. Quelle: Naturwind/ Einzeichnungen Klosterstift
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Heiligengrabe

Erst am Dienstag erreichten das Stift noch einmal 65 Protestunterschriften – das Ergebnis einer Aktion am vergangenen Freitag in Pritzwalk. Bisherige Auffassung der Gegner von Windkraft in der Hohen Heide: Wenn das Kloster seine Flächen für diesen Zweck nicht hergibt, könnten die Anlagen verhindert werden, weil dem Stift etwa 80 Prozent der Waldflächen in der Hohen Heide gehören.

Bisher hat das Kloster Stift zu den Entwicklungen weitgehend geschwiegen, weil die Suchräume für Windenergie in Wäldern von der Regionalen Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel noch nicht endgültig festgelegt wurden und das Kloster deshalb auch noch nicht aktiv geworden sei, wie Christian Gilde vom Vorstand des Stiftes immer wieder betonte (die MAZ berichtete mehrfach).

Äbtissin Friederike Rupprecht und Christian Gilde vom Vorstand des Stiftes diskutieren das Kartenmaterial zur Hohen Heide. Quelle: Björn Wagener

Doch gegenüber der MAZ brechen die Äbtissin Friederike Rupprecht und Christian Gilde jetzt das Schweigen. Grund: „Wir wollen den Leuten nicht sagen, dass hier keine Windkrafträder aufgestellt werden, sondern dass sie weitgehend falsch informiert sind“, so Friederike Rupprecht.
Das sind die Fakten: Das Waldgebiet Hohe Heide ist insgesamt etwa 3500 Hektar groß und wird umgeben von den Orten Heiligengrabe, Blandikow, Blumenthal, Heidelberg, Langnow und Bölzke (letztere drei liegen in der Prignitz). Von dieser Gesamtfläche entfallen rund 1500 Hektar auf den Stiftsforst, gehören also dem Kloster Stift. Doch den größten Teil dieser Fläche nimmt ein sogenannter Freiraumverbund in Anspruch, der kein Windeignungsgebiet ist. Folglich dürfen dort keine Windkraftanlagen aufgestellt werden.

Das wiederum heißt aber nicht, dass die Protestler jetzt ihr Ziel erreicht haben. Denn direkt angrenzend an den Freiraumverbund liegt ein etwa 400 Hektar großes Windeignungsgebiet, also ein Bereich, in dem Windkraftanlagen aufgestellt werden dürfen.

Und jetzt wird es kompliziert: Dieses Windeignungsgebiet ist im sogenannten Scoping zum Regionalplan „Freiraum und Windenergie“ der Planungsgemeinschaft nicht mehr enthalten. Das heißt, es wird derzeit in puncto Windkraft nicht mehr betrachtet. Deshalb sei es zwar nicht komplett vom Tisch, es rückte jedoch in den Hintergrund – und das auch nur für den Verfahrensabschnitt des Scopings (Umweltbelange), sagt ein Fachmann, der namentlich nicht genannt werden möchte. Unter Umständen könne es auch wieder nachrücken, wenn andere Flächen dafür herausfallen.

Diese Fläche gehört zum allergrößten Teil rund 50 Eigentümern, sagt Ralph Umhauer von der Firma Naturwind, die dort Windkraftanlagen installieren möchte. Nur 30 Hektar davon – etwa acht Prozent – seien Eigentum des Kloster Stiftes. Da dieses Gebiet aber planerisch derzeit nicht mehr betrachtet wird, wird dafür ein 576 Hektar großes Gebiet nördlich der Grenze des Freiraumverbundes in Richtung B 189 von der Planungsgemeinschaft favorisiert. Da das Kloster über diese Fläche aber offiziell noch nicht in Kenntnis gesetzt wurde, sei der Bereich bisher nirgends berücksichtigt worden, so Gilde.

Unstrittig aber ist: Das große Kerngebiet der Hohen Heide befindet sich im Freiraumverbund. Dort ist Windkraft tabu. Das bedeutet, dass das Stift sehr viel weniger Einfluss darauf habe, ob Windkraftanlagen in die Hohe Heide kommen oder nicht, als in der Öffentlichkeit wahrgenommen werde, so die Äbtissin.
Sollte das ursprüngliche Windeignungsgebiet (auf der Karte rot eingegrenzt) trotz derzeitiger Zurückstellung dennoch wieder aktuell werden, so wolle das Kloster Stift ein Ja oder Nein zu Windkraftanlagen in der Hohen Heide davon abhängig machen, wie die Planungsgemeinschaft und die anderen Eigentümer der dortigen Flächen agieren. Soll heißen: Entstünden dort ohnehin etliche Anlagen, so würde das Kloster Stift womöglich in ähnlicher Weise nachziehen, weil die eigenen Flächen zu klein und unbedeutend sind, um mit Verzicht auf Windkraft den Charakter des Waldgebietes merklich gegenteilig zu beeinflussen. Das betonen Rupprecht und Gilde, weisen jedoch auch darauf hin, dass das Stift nach Lage der Dinge zurzeit keinerlei Veranlassung sehe, in der Angelegenheit tätig zu werden.

"Dennoch nehmen wir den Protest sehr ernst“, so die Äbtissin, die sich früher selbst gegen Atomkraft engagierte. Sie und Christian Gilde haben Verständnis für das Aufbegehren. Nicht zuletzt auch deshalb, weil sie wissen, dass der Bürgerwille Einfluss auf die Meinung der Kommunen hat. Diese können zwar nicht darüber entscheiden, ob und wo Windkraftanlagen in Wäldern installiert werden, das tut die Regionale Planungsgemeinschaft, aber sie können Stellungnahmen abgeben und damit indirekt doch Einfluss nehmen.

So haben die Heiligengraber Gemeindevertreter bereits per Beschluss festgelegt, dass sie Windkraft in der Hohen Heide ablehnen (die MAZ berichtete). Zum Thema „Suchgebiet Hohe Heide“ findet am Freitag, 26. Juli, um 17 Uhr eine Informationsveranstaltung in der Dorfkirche in Bölzke (Prignitz) statt.

Von Björn Wagener

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