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Wittstock/Dosse 22-Jähriger durch Drogen kriminell geworden
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse 22-Jähriger durch Drogen kriminell geworden
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00:22 16.06.2018
Ein 22-Jähriger muss sich nun vor Gericht verantworten. Quelle: dpa
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Wittstock

Falsche Kreise, falsche Freunde, Drogen und Alkohol sind für einen 22-jährigen Wittstocker der Grund für seinen Absturz und Abgleiten ins Kriminelle. Seine Straftaten führten ihn nun vor das Landgericht Neuruppin.

Verständigung über mögliche Strafe ohne Ergebnis

Dort muss er sich unter anderem wegen Drogenhandels, Verstoßes gegen das Waffengesetz, versuchte räuberische Erpressung und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Eine von seinem Verteidiger Thomas Penneke angeregte Verständigung über eine mögliche Strafe endete ergebnislos. Seine Vorstellung von einer bewährungsfähigen Strafe stieß bei der Staatsanwältin nicht auf Gegenliebe. „Nach dem aktuellen Stand stimme ich nicht zu.“ Auch das Gericht wollte sich zunächst ein Bild von dem jungen Mann und seinem Werdegang machen.

Schnaps, Marihuana und Amphetamin im Übermaß

Der Angeklagte machte reinen Tisch. Er gab zu, Mitte November 2015 zwölf Ecstasytabletten zum Preis von je zwei Euro verkauft zu haben – um seinen eigenen Konsum zu finanzieren. Der war, wie er sagte, damals beträchtlich: Anderthalb bis zwei Flaschen Schnaps, fünf bis sechs Gramm Marihuana und Amphetamin waren seine Tagesrationen.

Diese Zeiten sind vorbei, beteuerte er vor Gericht. Er rauche nur noch abends, um entspannter zu werden. Seinen Konsum habe er reduziert, nachdem seine Wohnung im Mai 2016 von der Polizei durchsucht wurde. Dabei wurden knapp 71 Gramm Marihuana, Ecstasy-Tabletten, zwei Feinwaagen, eine griffbereite Schreckschusspistole und 960 Euro Bargeld gefunden.

Angeklagter will sein Leben in den Griff bekommen

Um ganz von den Suchtmitteln weg zu kommen, will sich der Angeklagte in eine Klinik einliefern lassen. Das ist ein erster Schritt, um sein Leben auf die Reihe zu bekommen – was bisher nicht gelungen ist. Er hat keinen Schulabschluss, keinen Beruf gelernt. Ein Berufsvorbereitungsjahr in Neuruppin endete mit einem Rausschmiss. „Nach dem Wechsel auf die Oberschule begannen die Probleme“, sagte er. Auch Maßnahmen vom Arbeitsamt schwänzte er. „Er ist abgestürzt und war nicht zugänglich “, sagte die Vertreterin der Jugendgerichtshilfe.

Schreckschusspistole gezogen und abgedrückt

Noch mehr Straftaten werden dem 22-Jährigen vorgeworfen. So stellte er am 31. Januar 2016 einen 27-Jährigen in Wittstock zur Rede. Der Angeklagte bezichtigte diesen, in seine Wohnung eingebrochen zu sein und seinen acht Wochen alten Welpen verprügelt zu haben.

„Ich konnte ihn nicht ernst nehmen. Diese Vorwürfe waren an den Haaren herbei gezogen“, sagte der 27-Jährige. Er hatte sich mit einem Baseballschläger bewaffnet, als der Angeklagte mit einem unbekannten Begleiter vor seiner Tür stand, nachdem er ihn vorher telefonisch bedroht hatte. Die beiden Männer seien ihm an den Hals gesprungen, der Angeklagte habe ihm eine Knarre an den Kopf gehalten, so der Zeuge.

Früher graue Maus, heute der Boss von Wittstock

Stimmt, gab der Angeklagte zu. Er drückte die Schreckschusswaffe ab, der so Attackierte ging zu Boden. Er erlitt eine Verbrennung an der Stirn und kam ins Krankenhaus. Dafür entschuldigte sich der Angeklagte im Gerichtssaal. Die beiden kannten sich lediglich flüchtig. Wie der 27-Jährige sagte, habe man früher nie von dem Angeklagten gehört. „Der war eine graue Maus. Erst als er in bestimmte Kreise kam, hatte er eine große Fresse. Er ging herum, als wäre er der Boss von Wittstock.“ Im Normalzustand, so schätzte der Zeuge, hätte sich der Angreifer nicht so gegeben. Das heißt, ohne Alkohol und Drogen.

14-Jährigen mit Messer bedroht

Im vergangenen Jahr hatte dann ein 14-Jähriger eine schlimme Begegnung mit dem Angeklagten. Der soll dem Schüler aufgelauert und sein Handy gefordert haben. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, zog er ein Messer, drückte den Jungen gegen eine Hauswand, neben sich seinen knurrenden Hund. Dieser Vorfall hat den 14-Jährigen offenbar nachhaltig traumatisiert. Wie seine Mutter der Richterin telefonisch mitteilte, sei ihr Sohn sehr verängstigt.

Die Verhandlung wird am 22. Juni fort gesetzt.

Von Dagmar Simons

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