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Wittstock/Dosse Wo vor 330 Jahren die Postkutsche Halt machte
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06:00 06.12.2018
Seit 1566 belegt, ist das Gebäude Auf der Freiheit 8 heute das älteste erhaltene Fachwerkhause Wittstocks. Quelle: Christian Bark
Wittstock

Die heutige Anschrift „Auf der Freiheit 8“ ist in Bezug auf die lange Geschichte des Telschowschen Hauses in Wittstock wörtlich zu nehmen. Bis 1848 gehörte zum Amt und nicht zur Stadt Wittstock. Das war mit allerhand Privilegien verbunden, zum Beispiel hatten die Bewohner keine bürgerlichen Steuern zu entrichten – besaßen dafür aber auch keine Bürgerrechte.

Anita und Helmut Kmetsch sind seit fast 45 Jahren Besitzer des Telschowschen Hauses - des ältesten Fachwerkhauses Wittstocks. Quelle: Christian Bark

Von Steuerfreiheit können Anita und Helmut Kmetsch, denen das Haus seit 1974 gehört, heute nur träumen. Auf der anderen Seite ist das Ehepaar stolz darauf, in Wittstocks ältestem erhaltenen Fachwerkgebäude zu leben. „2020 ist das Haus 100 Jahre in Besitz der Familie“, sagt Anita Kmetsch, die eine geborene Telschow ist. In dem Haus ist sie sogar zur Welt gekommen.

Haus auch im Kleinformat zu sehen

1962 heiratete sie ihren Ehemann Helmut Kmetsch, der lange Zeit als Tischler und später Möbelrestaurator für das Museum tätig war. „Ein Glück habe ich einen Handwerker geheiratet“, sagt Anita Kmetsch. Seitdem ihm das Haus gehört, hat das Ehepaar viel Zeit und Arbeit in die Sanierung und den Erhalt investiert. Zum Tag des Offenen Denkmals öffnet die Familie ihren Hof und lädt zu Kaffee, Kuchen und Gesprächen ein.

„Oft kommen auch so Leute vorbei und schauen sich das Haus an. Besonders das Modell ist ein Blickfang“, sagt Helmut Kmetsch. Ihr Haus im Kleinformat hatten die Eheleute 2016 zum 450. Geburtstag des Gebäudes erhalten. Für gewöhnlich ist es im Modellpark Alt Daber zu sehen, über Winter lagert es jedoch bei Familie Kmetsch.

Zollhaus und erste Poststation

Helmut Kmetsch vermutet sogar, dass das Gebäude noch älter sein könnte. Weil die Chronik besagt, dass Markgraf Johann Georg 1566 das Haus dem Amtskastner Kaspar Wolter geschenkt hat. „Wer schenkt jemandem schon ein neues Haus“, fragt sich Helmut Kmetsch.

Im späten 17. Jahrhundert ist das Gebäude nicht nur Zollhaus, sondern 1681 auch Wittstocks erste Poststation auf der Strecke Güstrow-Berlin. Beim großen Stadtbrand von Wittstock 1716 wurde das haus zwar nicht zerstört aber „dach- und fachlos“, wie Anita Kmetsch berichtet.

Sommerfeste der CDU

Im Laufe der Jahre änderte sich immer mal die Adresse. Zuerst hieß die Anschrift Auf der Freiheit 14, dann Große Burgstraße 68 und zu DDR-Zeiten Ernst-Thälmann-Straße 68.

Vor vier Jahren befindet sich das Wahlkreisbüro des CDU-Landtagsabgeordneten Jan Redmann und des CDU-Bundestagsabgeordneten Sebastian Steineke im Telschowschen Haus. Die Partei lädt dort jedes Jahr zu ihrem Sommerfest.

Seinen Namen nach der Familie Telschow soll das Haus nach der Wende vom Wittstocker Historiker Wolfgang Dost erhalten haben.

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