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Wittstock/Dosse DJs Günter Lutz und Steffen Schultz legen gemeinsam auf
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse DJs Günter Lutz und Steffen Schultz legen gemeinsam auf
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00:24 31.08.2018
Kennen sich seit mehr als 30 Jahren: Die DJs Steffen Schultz (l.) und Günter Lutz legten jetzt gemeinsam in Wittstock auf. Quelle: Christamaria Ruch
Wittstock

Schallplattenunterhalter. Das DDR-Wort ist aus der Mode gekommen, doch für eingefleischte Musikfans ist das noch ein Begriff. Günter Lutz und Steffen Schultz tingelten bis 1989 als Schallplattenunterhalter durch den Altkreis Wittstock und weit darüber hinaus. Nun feierten beide ihr Jubiläum als Diskjockey (DJ).

Günter Lutz aus Wulfersdorf ist seit 40 Jahren auf Diskotheken, Familienfeiern oder Stadtfesten unterwegs. Am 7. Mai 1978 legte er die A-Prüfung ab, eine Grundeinstufung für Schallplattenunterhalter.

Beim Altstadtfest zusammen aufgelegt

Steffen Schultz wohnt in Wutike (Prignitz) und blickt auf sein 35-jähriges Bestehen zurück. Mitte der 1980er Jahre kreuzten sich die Wege der beiden in Wittstock. Sie feierten beim Altstadtfest am vergangenen Wochenende in Wittstock diese Jahrestage. Und legten am Freitagabend gemeinsam auf dem Markt auf.

Der 58-jährige Günter Lutz stammt aus Rüdnitz bei Bernau (Barnim). „In der 6. Klasse habe ich begonnen, mit der Musik zu experimentieren“, sagt Lutz. Plattenspieler und Tonbandgerät gehörten damals zur Ausstattung, um dufte Stimmung bei Schuldiscos oder anderen Tanzveranstaltungen zu zaubern. „Den Plattenspieler hatte ich mir erst geborgt und meinen ersten eigenen mit 18 gekauft“, erinnert er sich.

Neun Monate besuchte er einen Kurs und erlernte das Abc eines Schallplattenunterhalters. Dann folgte im Mai 1978 die Prüfung. „An dem Tag mussten mehrere Diskotheker jeweils zwei Stunden auflegen, dann war die Prüfung beendet.“

Berlinnähe zahlte sich aus

Die Berlinnähe zahlte sich für Musikfans rund um Bernau aus. „Das war eine Grauzone, viele hatten Westkontakte, ich hörte den Westsender Rias und nahm viel Musik auf. Platten aus dem Westen wurden rumgereicht und jeder konnte die sich überspielen“, sagt Günter Lutz.

Der gelernte Elektromechaniker konnte den Armeedienst in einer Komfortzone absolvieren. „Ich hatte das Privileg und ein Tonband auf dem Zimmer.“ Denn bei der Armee legte er ebenfalls auf und qualifizierte sich außerdem zum Elektroniker.

Im Jugendclub Havanna aufgelegt

1981 kam er nach Wittstock und legte erstmals am 1. Mai 1983 im Jugendclub Havanna auf. Später absolvierte Lutz die B-Prüfung als Schallplattenunterhalter, womit er eine größere Reichweite bei seinen Auftritten erzielte.

Steffen Schultz stammt aus Wernigerode und kam nach seiner Ausbildung zum Schmied in die Ostprignitz. Schon als Kind spielte er in Schülerbands, organisierte Klassendiscos und legte auf. „Das war schon etwas Besonderes“; sagt er.

Er spielte im Jugendclub Zentral

1983 absolvierte er die A-Prüfung zum Schallplattenunterhalter, 1989 folgte die B-Prüfung. „Im Jugendclub ’Zentral’ in Wittstock hatte ich in der Region angefangen, aufzulegen“, sagt Schultz. Sonntags ab 18 Uhr kamen die jungen Leute zur Disco.

Mit Karat, den Puhdys oder City unterwegs

„Dann begann auch die Zusammenarbeit mit Günter Lutz“, erinnert er sich. Steffen Schultz tingelte durch die DDR und legte an der Ostsee, in Potsdam oder bei der 750-Jahrfeier 1987 in Berlin auf. Er war mit Karat, den Puhdys oder City unterwegs.

Nach der politischen Wende etablierte er sich weiter. Bis vor vier Jahren war er beruflich selbstständig als DJ, mittlerweile ist er das vierte Jahr als Techniker an der Hochschule für populäre Musik in Berlin Schöneberg tätig. „Ich bleibe trotzdem in der Region, das ist mir wichtig“, sagt er.

Ein Herz für Deutschrock

Sein Herz schlägt für Deutschrock, aber als DJ legt er Querbeet alles auf. „Schön ist, wenn ich auf einer Hochzeit gespielt habe und nun zur Silberhochzeit wieder eingeladen werde“, sagt er. Mit Günter Lutz hat er „ein duftes Verhältnis, das ist selten unter Kollegen.“ Schon vor einem Jahr entstand die Idee, das Jubiläum beider DJs gemeinsam und in Wittstock zu feiern.

Günter Lutz ist seit 1991 mit seiner Musikkiste am Markt. Er ist als DJ und mit seiner mobilen Reiseberatung unterwegs. „Zwischen Kiel und Leipzig lege ich auf“, sagt er. Die Musik ist immer auch ein Gradmesser für die Stimmung. „Geht es der Wirtschaft schlecht, feiern die Menschen viel mehr und ausgiebiger“, sagt Lutz.

Musik als Hobby

Die Musik ist für ihn trotz allem immer Hobby geblieben. „Der Spaß muss bleiben, sonst geht es nicht“, sagt er. „Ein DJ lebt davon, immer für die Leute Musik zu machen und einen guten Querschnitt aufzulegen.“ Nur dank der Rückendeckung bei seiner Familie kann er die vielen Wochenenden, an denen er unterwegs ist, kompensieren. „Meine Frau hat sehr viel Verständnis“, sagt Günter Lutz.

Jeder Musikwunsch wird erfüllt

Einst dominierten Schallplattenspieler und Tonbandgerät die Diskotheken, „heute ist der gesamte Musikmarkt sehr unübersichtlich, alles ist möglich, denn jeder Wunschtitel kann gespielt werden“, sagt Günter Lutz.

Von Christamaria Ruch

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