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Wittstock/Dosse Gute Chance für Nachwuchs bei Adebar
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13:07 08.06.2018
Die beiden Jungtiere werden mit Nahrung versorgt und entwickeln sich prächtig. Quelle: Christamaria Ruch
Herzsprung

Die zwei Jungstörche strecken ihre Hälse gen Himmel und sperren den Schnabel auf. Ihre Eltern steuern nacheinander den Horst an und versorgen den Nachwuchs mit Nahrung. Dieser Anblick gehört in diesem Jahr nicht zu den Selbstverständlichkeiten, denn hinter den Tieren liegt der wärmste Mai seit 130 Jahren.

Doch bei Axel und Erika Riewe in Herzsprung scheint die Storchenwelt in Ordnung zu sein. „Direkt hinter dem Grundstück befindet sich das Schäperluch, ein Teich mit ungefähr 50 Meter Durchmesser“, sagt Axel Riewe. Dieses Luch gehört zur Endmoränenlandschaft und einst verband auch ein Graben das Schäperluch mit dem Haussee im Ort.

„Es gab fünf Eier im Horst. Vom 9. bis 17. April wurden sie gelegt“, erinnert sich Riewe. Dank der Livebildkamera verfolgt das Ehepaar seit 2005 alle Geschehnisse hoch oben in zwölf Meter Höhe.

Vermutlich kam der Fuchs

Zwischen dem 11. und 17. Mai schlüpften die Jungen. „Nur die beiden ältesten Tiere haben überlebt“, so Riewe. Am 18. Mai verschwanden die am 14. und 15. Mai geschlüpften Störche. Das geschah in der Nacht; am nächsten Morgen konnte das Ehepaar Riewe auch keine Spuren mehr im Garten finden. „Vermutlich kam der Fuchs“, sagt Axel Riewe.

Ein Blick in den Horst: Dank der Livebildkamera können die Vögel und die Müllsammlung beobachtet werden. Quelle: Christamaria Ruch

Nur einen Tag später, am 19. Mai, wurde das dritte Junge aus dem Nest geworfen. Es war genau eine Woche alt. „Das ist eindeutig Futterneid, die ältesten Jungstörche haben sich durchgesetzt und die Geschwister aus dem Nest geworfen“, sagt er.

Jeden Morgen schauen Axel und Erika Riewe ihr ganz persönliches Frühstücksfernsehen, denn zunächst werten sie die Bilder aus dem Horst aus. „Der Blick fällt automatisch auf den Bildschirm, das registrieren wir und ist teilweise Gewohnheit“, sagt Axel Riewe. „Wenn die Eier gelegt werden und dann die Jungtiere schlüpfen, entwickelt sich ein Wettbewerb zwischen uns, wer als Erster etwas Neues entdeckt“, sagt Erika Riewe.

Mehr Störche als Horste

Zum Alltag im Nest gehören allerdings nach wie vor die täglichen Kämpfe. „Immer wieder fliegen andere Störche hier ein und wollen den Horst besetzen“, sagt Axel Riewe. „Es gibt mehr Störche als Horste“, schlussfolgert er. Riewe geht davon aus, dass nun die kritische Phase für die Jungstörche überstanden ist und sie nicht mehr von Fremdtieren aus dem Nest geworfen werden.

Heinrich IV liebt den Müll

Auch wenn die vierköpfige Adebarfamilie sich im Nest wohl fühlt, kämpft Storchendame Minna gegen die Marotten ihres Storchenmannes Heinrich IV. Er liebt den Müll und schleppt immer wieder Unrat in das Nest.

Minna lässt sich nicht beirren und macht regelmäßig klar Schiff. „Sie legt den Müll vom Nestinneren auf den Rand und wenn der Wind günstig steht, wird der Dreck herunter geweht“, sagt Axel Riewe. Vielleicht denkt Minna heimlich: „Liebster, räum endlich mal die Bude auf und schlepp nicht so viel Mist heran.“ Doch Heinrich IV ist scheinbar unbelehrbar und taub auf dem Ohr, wenn es um Ordnung geht.

Auch wenn Minna beringt ist und damit der Beweis vorliegt, dass sie seit 2003 standorttreu ist, spricht sich Axel Riewe gegen die Beringung aus. „Alle frei lebenden Tiere sollten unberingt sein. Das sage ich, obwohl wir natürlich von Minnas Beringung profitieren“, sagt er.

Von Christamaria Ruch

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