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Ostprignitz-Ruppin Wittstock: Förderverein startete Frühjahrsputz
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock: Förderverein startete Frühjahrsputz
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00:18 18.02.2016
Im Bereich Wolfsloch wird das Abtragen und Neubau der Mauer als eine Sanierungsvariante vorgeschlagen. Quelle: Christamaria Ruch
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Wittstock

Die Motorsäge heult kurz auf, Dirk Grunert setzt das Werkzeug am Stamm vom Ahorn an und wenig später fällt der Baum den Wallgraben in Wittstock ­hinunter. Meter für Meter arbeitet sich Grunert in seiner Schutzkleidung vor; in sicherem Abstand räumen die Frauen und Männer Stämme, Äste und Zweige beiseite. Der 30 Kubikmeter große Container auf dem Wall füllt sich zusehends.

13 Mitglieder vom Förderverein zum Erhalt der historischen Stadtmauer in Wittstock trafen sich am Sonnabend zum alljährlichen Frühjahrsputz. Doch im Gegensatz zu den Vorjahren standen nun zum ersten Mal Baumfällarbeiten entlang der Mauer an. Dafür wählten die Vereinsmitglieder die Abschnitte links und rechts vom Gröper Tor. Eine Gruppe arbeitete sich in Richtung Wolfsloch vor und die andere in Richtung Dosseteich.

„Wir haben vor zwei Wochen entschieden, den Frühjahrsputz vorzuziehen“, sagte Vereinsvorsitzender Jürgen Pawlitta. Denn Bäume dürfen laut Verordnung nur bis Ende Februar gefällt werden. „Der Stammdurchmesser der Bäume, die wir hier herunter nehmen, ist zwischen zehn und 15 Zentimeter groß“, sagte Dirk Grunert. Somit mussten die Freiwilligen keine Genehmigungen für die Arbeiten einholen. „Wir halten uns hier an die Baumschutzverordnung und haben alle Arbeiten mit der Stadt und dem Bauhof abgestimmt“, so Jürgen Pawlitta.

Dirk Grunert zerlegt einen Ahorn am Mauerabschnitt Gröper Tor. Quelle: Christamaria Ruch

Ahorn und Holunder ging es nun an den Kragen. „Ahorn ist sehr schnellwüchsig und kann jährlich bis zu zwei Meter an Länge zulegen“, sagte Grunert. Und: „Wenn wir die Bäume nicht frühzeitig beseitigen, haben wir hier in 20 Jahren einen Wald.“ Hinzu kommt, dass sich diese Gehölzart selbst aussät, trotz Fällen immer wieder austreibt und somit auch an vielen unliebsamen Stellen dauerhaft Fuß fasst. Dazu gehört etwa der Mauerbereich. Viele der Bäume, die nun der Säge zum Opfer fielen, wuchsen in unmittelbarer Nähe zur Backsteinmauer.

Die Schäden entlang des 2472 Meter langen Bollwerkes sind augenscheinlich. Risse, Setzungen oder Anhebungen gehören zum Erscheinungsbild. Und dort, wo Bäume dem Gemäuer zu dicht kommen, greift das Wurzelwerk die Mauer an. Die Mauer hat so gut wie kein Fundament.

Dirk Grunert ist ein Mann der ersten Vereinsstunde: „Ich möchte dazu beitragen, dass die Mauer auch für nachfolgende Generationen erhalten bleibt. Zum Gesamtbild gehören die Wallanlagen und die uralten Eichen.“ Ähnlich formuliert Ute Mentzel ihr Engagement: „Die Stadtmauer ist ein einmaliges Gut, ich liebe meine Heimatstadt und finde die Mauer bezaubernd.“ Mentzel ist seit vier Jahren im Verein aktiv: „Wenn man Kraft hat, dann kann man hier auch mit anpacken.“ Sie bedauert, dass sich „manche Wittstocker gar nicht mit der Mauer identifizieren.“ Dies beobachtet sie bei der jährlichen Gewerbeschau, wo der Verein auf sein Anliegen aufmerksam macht – und viele Besucher dafür kein Interesse zeigen. Bei ihrer Tätigkeit als Stadtführerin weist Mentzel immer wieder auf die Mauer hin: „Jede Führung lebt von den Geschichten rund um die Bauwerke.“

Ab Frühjahr rückt eine große Baumaßnahme am Wittstocker Schutzwall in den Blickpunkt: Die Sanierung vom Südtor. Das Südtor ist seit zwei Jahren wegen akuter Einsturzgefahr gesperrt.

Projekt Wolfsloch

Der Bereich Wolfsloch an der Wittstocker Stadtmauer bereitet ähnliche Sorgen wie das Südtor. Grund sind ebenfalls statische Probleme.

Einen Vorstoß macht nun Friedhelm Kanzler, Bauamtsleiter der Stadt. Er schlägt vor, entlang vom Wolfsloch 40 Meter Mauer in Richtung Gröper Tor vollständig abzutragen und sie dann neu aufzubauen.

„Dies ist eine von mehreren Möglichkeiten, die aber mit dem Denkmalschutz abgestimmt werden muss“, sagt Stadtsprecher Jean Dibbert auf MAZ-Nachfrage. Ziel: Bis Mitte dieses Jahres sollen die Bauuntersuchungen in diesem Abschnitt abgeschlossen sein. Dann kann der Bauantrag gestellt werden. Voraussetzung für die Sanierung ist die Förderfähigkeit der Maßnahme. „Das muss alles gut vorbereitet werden“, so Dibbert.

Von Christamaria Ruch

In der „Richtlinie zur Jugend- und Vereinsarbeit des Amtes Neustadt“ steht es klar und deutlich: Vereine haben „wichtige jugend-, sozial- und gesellschaftspolitische Funktion“, ihre Arbeit ist „unverzichtbarer Bestandteil des sozialen und kulturellen Lebens“. Daher greift ihnen die öffentliche Hand finanziell gerne unter die Arme. 30 Vereine dürfen sich darüber jetzt freuen.

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