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Ostprignitz-Ruppin Wittstock: Friedhof vor Umgestaltung
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock: Friedhof vor Umgestaltung
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00:18 25.04.2016
Urnenbestattungen nehmen zu. Quelle: Björn Wagener
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Wittstock

Der Trend geht zur Urne. Immer mehr Menschen lassen ihre verstorbenen Angehörigen in Urnengräbern bestatten (siehe Info-Kasten). Denn der Pflegeaufwand ist im Vergleich zum herkömmlichen Grab viel geringer. Wittstocks Ordnungsamtsleiter Holger Schönberg belegte das am Mittwochabend im Rathaus auch mit einigen Zahlen. Dort kamen die Mitglieder des Ordnungsausschusses und des Wirtschafts-, Landwirtschafts- und Bauausschusses der Stadtverordnetenversammlung zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen. Es ging darum, sich ein Bild davon zu machen, wie der Friedhof angesichts der sich wandelnden Bestattungskultur umgestaltet werden könnte. Dazu stellte Anja Brückner vom Büro für Landschaftsarchitektur aus Zernitz-Lohm ihre Pläne vor.

Neuordnung vonnöten

Die Ausgangssituation biete noch Potenzial zur Aufwertung: Zerfahrene Wege, unglücklich platzierte Abfallbehälter, verbesserungswürdige Zugänge und eine nicht immer optimale Einzäunung – der Friedhof sei zum Teil kaum noch als solcher zu erkennen. Holger Schönberg wies zudem darauf hin, dass bei den Urnenreihen- und -wahlgräbern der Platz knapp werde, während andererseits immer größere Freiflächen bei den Erdbestattungen entstünden. Das verlange nach einer Neuordnung. Der Plan sieht eine günstigere Gliederung durch Hecken, kleinere Abteile und viel Grün vor. Ein umlaufender Hauptweg solle den Friedhof zudem wie einen Park wirken lassen, der auch Spaziergänger lockt. Denkbar seien zudem Durchgänge zum Altenheim und zur KMG-Klinik. Bisher gebe es solche nicht. Das Kriegerdenkmal solle in seiner zentralen Rolle hervorgehoben werden. Noch seien die Vorstellungen nicht in Stein gemeißelt, sondern lediglich eine Diskussionsgrundlage. Anja Brückner empfahl, bei den Planungen auch die Träger des kirchlichen Teils des Friedhofes mit einzubeziehen, damit die Lösungen ineinandergreifen.

Bestattungen in Wittstock

135 Begräbnisse gab es 2015 auf allen Friedhöfen der Stadt Wittstock. Davon waren 106 Urnenbestattungen und 29 Erdbestattungen. Zwar stieg die Zahl der Erdbestattungen im Vergleich zu 2014 von 19 auf 29, aber dennoch wird der Trend zur Urne sehr deutlich. Denn 2005 wurden lediglich 51 Urnenbestattungen registriert. Demgegenüber standen 48 Erdbestattungen.

2014 war der Unterschied größer. Damals gab es 113 Urnen- und 19 Erdbestattungen.

In diesem Jahr gab es auf dem städtischen Teil des Friedhofs im Rote-Mühle Weg bisher drei Urnenbegräbnisse. 2015 waren es zehn; 2012 sogar 20.

Gestaltungsraum offen lassen

Holger Schönberg sah es als sinnvoll an, den Friedhof so zu gestalten, dass künftig rasch auf sich ändernde Bestattungstrends reagiert werden könne und Gestaltungsmöglichkeiten offen bleiben. Gottfried Gilde hätte allerdings lieber einen vor-Ort-Termin gehabt, um sich ein besseres Bild von den Plänen und Vorstellungen machen zu können. Auch warf er ein, dass im Hinblick auf die künftig zu erwartenden Flüchtlinge andere Rituale und Bestattungsformen eine Rolle spielen könnten. Davon geht Friedhofsgärtner Bernd Haase allerdings nicht aus. „Verstorbene Muslime werden in ihre Herkunftsländer zurückgeführt und dort bestattet“, sagte er. Denn sie dürften nach ihrem Glauben nicht an Orten beerdigt werden, wo bereits andere Verstorbene ihre letzte Ruhe fanden. Deshalb werde das in Wittstock keine Rolle spielen. Als es in der Diskussion um Vandalismus und Diebstahl auf und von Gräbern ging, sagte Haase, dass das sehr wohl ein Problem sei, die Diebe allerdings meist am Tage kämen – zu den gewöhnlichen Öffnungszeiten. Die Frage, ob Bestattungen künftig auch auf privaten Grundstücken erlaubt seien, beantwortete sie sehr eindeutig: Davon gehe sie nicht aus.

Beide Ausschüsse empfahlen die Umgestaltungspläne für den städtischen Teil des Friedhofes am Rote-Mühle-Weg letztlich dem Hauptausschuss und machten damit den weiteren Weg in Richtung Umsetzung frei.

Von Björn Wagener

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