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Wittstock: Glück im Unglück

Feuer im Autohaus löscht sich selbst Wittstock: Glück im Unglück

Ein Deckenlüfter, der nachts unbemerkt Feuer fing, hätte beinahe ein Autohaus in Wittstock vernichtet – doch der Betreiber hatte Glück im Unglück. Der Lüfter fiel zu Boden, das Feuer löschte sich selbst. Dennoch ist der Schaden beträchtlich.

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Die Feuerwehrleute machen sich auf die Suche nach dem Brandort, innen ist alles verrußt.

Quelle: Gerd-Peter Diederich

Wittstock . Das Toyota-Autohaus am Sonnenweg in Wittstock wäre beinahe einem Brand zum Opfer gefallen. Nur durch einen Glücksfall blieb es bei einem Brand am Sonnabend früh erhalten. Dabei hätte dort genauso gut nur noch eine Brand-Ruine, Autowracks und wahrscheinlich auch schwer beschädigte Nachbarautohäuser übrig bleiben können.

Samstagmorgen hatte der erste Autohausmitarbeiter, der die Geschäftstür aufschloss, als erstes die verrußten Ausstellungsautos wahrgenommen und den Brandgeruch und Qualm in der ganzen Autohaushalle. Er alarmierte sofort die Leitstelle wegen eines noch möglichen Brandes, um 7.28 Uhr wurde die Wittstocker Feuerwehr alarmiert. Mit sechs Einsatzfahrzeugen und 24 Feuerwehrleuten eilten sie in das Gewerbegebiet an der Papenbrucher Chaussee und mussten sich zunächst im Schritttempo durch den Sonnenweg fahrend, die richtige Hausnummer suchen. Denn als Firmenname war der Einsatzort nicht benannt worden. „In solchem Fall ist es unbedingt ratsam, dass sich dann jemand an die Straße stellt und Zeichen gibt“, rät Stadtbrandmeister Sven Scheer für ähnliche Situationen. Ansonsten ist er nach dem Einsatz voll des Lobes für den zunächst dort einzigen Mitarbeiter, der habe alles richtig gemacht bis zum Eintreffen der Feuerwehr.

Die Brandstelle

Die Brandstelle. Zum Glück fiel der brennende Deckenlüfter herunter.

Quelle: Gerd-Peter Diederich

Brandherd war ein eingebauter Decken-Lüfter in der Besuchertoilette. Nicht ungewöhnlich, die dabei üblicherweise installierte Abschaltautomatik hatte nach MAZ-Recherchen auch andernorts schon mehrfach Brände verursacht. In diesem Fall hatte das unbemerkt ausgebrochene Feuer und die dabei entstehende Hitze dafür gesorgt, dass der brennende Lüfter aus der Akustikdeckenverkleidung heraus geschmort und zu Boden gefallen war. Vermutlich durch diesen Umstand ist das Feuer selbsttätig ausgegangen. Zurück geblieben war das völlig verqualmte Innere des Autohauses mit einem durchgehenden Rußbelag auch auf allem Inventar und den Ausstellungsfahrzeugen, eine Qualmwolke im Haus und der Brandgeruch.

Der Mitarbeiter hatte jedoch noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr alle Türen weiter geschlossen gehalten, die elektrischen Sicherungen für die Hauselektroanlage abgeschaltet und sich selbst solange im Freien aufgehalten.

„Das war absolut richtig gehandelt. Andernfalls hätte der Mann eine Vergiftung durch die stehenden Brandgase erleiden können“, sagt Wehrführer Sven Scheer. Durch die abgeschaltete Elektroversorgung war auch die Gefahr gebannt, dass weitere Anlagenteile schmoren oder im Fall eines Löscheinsatzes elektrische Stromschläge die Feuerwehrleute gefährden. „Das Feuer muss nach Ladenschluss und lange vor unserem Einsatz ausgebrochen und dann auch selbst erloschen sein“, vermutet Scheer. Denn die Brandstelle und alle Installationsteile im Umfeld waren am Samstagmorgen kalt. Auch die verschlossene Toilettentür nach Geschäftsschluss war völlig korrekt und habe wohl beigetragen, dass das Feuer begrenzt auf diesen knapp zwei Quadratmeter großen Raum geblieben war. „Auch hier erweist sich, dass alles mit Hilfe von Rauchmeldern noch früher bemerkt worden wäre, wenn diese kleinen automatischen Helfer hier installiert wären. Aber das kann ja immer noch nachgeholt werden und das Ereignis rechtfertigt diesen Aufwand unbedingt“, sagt der Stadtbrandmeister nach dem Einsatz. Das träfe auch für private Hauseigentümer zu – jetzt beginne wieder die Kampagne zur Aufklärung über lebensrettende Rauchmelder. Der Feuerwehreinsatz in dem Toyota-Autohaus wurde um 8.15 Uhr beendet. Zuvor hatten die Feuerwehrleute mit einem Hochdrucklüfter Frischluft durch das ganze Autohaus geblasen, um restliche giftige Dämpfe von dem Schwelbrand zu verdrängen. Die Autohausmitarbeiter haben nun gegen die klebrige Rußschicht zu kämpfen, die sich vom Fußboden bis zur Hallendecke überall festgesetzt hat.

Von Gerd-Peter Diederich

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