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Ostprignitz-Ruppin Wittstock: Großes Fest in der Röbeler Vorstadt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock: Großes Fest in der Röbeler Vorstadt
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00:17 25.05.2016
Das Interesse an einem Rundgang durch das Wohngebiet war riesengroß. Quelle: Björn Wagener
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Wittstock

Grün, gelb, grau – die bunten Tupfer an einigen Fassaden und Balkonen der Häuser in der Röbeler Vorstadt in Wittstock fallen zuerst ins Auge. Auf den zweiten Blick sind ein komplett neues Heizhaus, eine neue Straße, neue Balkone und barrierefreie Passagen zu erkennen. Manch Pflasterweg endet abrupt, weil er noch nicht fertig ist. Erdhaufen und bereitstehende Pflastersteine machen klar: Hier wird gearbeitet. Unter anderem sind 6000 Quadratmeter Dämmung verbaut und 5000 Kubikmeter Erde herangeschafft worden.

Mitten in der Erneuerung

Das Wohngebiet Röbeler Vorstadt in Wittstock ist gerade dabei, sich zu erneuern. Der erste Bauabschnitt ist beendet. Außerdem wurde am Sonnabend zum zweiten Mal der bundesweite Tag der Städtebauförderung begangen. Grund genug für ein Fest für Groß und Klein. Gastgeber waren die Stadt Wittstock und die Gebäude- und Wohnungsverwaltung (GWV). Bürgermeister Jörg Gehrmann und GWV-Geschäftsführer Hans-Jörg Löther führten nicht nur die vielen Gäste herum, sondern begrüßten auch Jürgen Schweinberger, den ehemaligen Abteilungsleiter für Stadtentwicklung im Infrastrukturministerium des Landes. Möglich gemacht werde die umfassende Umgestaltung auf Grundlage einer Kooperationsvereinbarung zwischen der Stadt und der GWV mit dem Ministerium: Die Stadt

Noch ist nicht alles fertig in der Röbeler Vorstadt. Quelle: Björn Wagener

verpflichtet sich zu weitreichenden Erneuerungsmaßnahmen, das Ministerium sichert eine Förderung von insgesamt rund 20 Millionen Euro zu. Die Umgestaltung der Röbeler Vorstadt ist dabei nur eines von mehreren Projekten. „Wir haben solche Vereinbarungen nur mit vier Städten im Land abgeschlossen“, sagte Schweinberger und nannte auch den Grund: „Es ist das Traumteam Gehrmann/Löther. Die beiden nehmen etwas in die Hand, und dann wird auch ’was daraus. Wir waren überzeugt, dass Wittstock mehr kann als die anderen“, sagte Schweinberger, der, wie er sagte, am Freitag in den Ruhestand gegangen sei, und sich am ersten Tag nach seinem Berufsleben gefragt habe: „Was machst du heute? Ach, fährst du nach Wittstock.“

Gut angelegtes Geld

In die Dossestadt seien seit der Wende rund 50 Millionen Euro aus der Städtebauförderung und mehr als 60 Millionen Euro für die Wohnraumförderung geflossen. Bei einem Blick in die Stadt werde schnell sichtbar: „Es ist gut angelegtes Geld“, so Schweinberger. Bürgermeister Gehrmann überreichte ihm zum Dank eine Medaille mit Bischof und Stadtwappen drauf. Außerdem bekam der Gast später im neuen Heizhaus auch die schriftlichen Ergebnisse einer dendrologischen Untersuchung eines uralten und verkohlten Stückes Eichenholz, das sich bei den Bauarbeiten angefunden hat. Demnach existierte der Baum von 981 bis 1251, also zu jener Zeit, als Wittstock gegründet wurde. Das war 1248. Darüber hinaus kündigte Gehrmann an, sich für einen „Löthersteig“ einzusetzen – als Anerkennung für das große Engagement des GWV-Chefs für die Stadt. Und zu den Mietern gerichtet, versprach Gehrmann, dass die Mietpreise trotz der Investitionen auch künftig moderat bleiben werden. Denn das Heizhaus sorge für merkliche Ersparnisse bei der Wärmeversorgung.

Farbe lockert wuchtigen Beton auf

Die Besucher konnten sich in dem modern eingerichteten Wohngebietstreff umschauen, an Schautafeln einen Rück- und Ausblick halten, einen kostenlosen Imbiss genießen oder sich von Architekt Bernd Abel das Gesamtkonzept für das Wohngebiet erklären lassen. „Die Schwierigkeit bestand darin, die Häuser aus den 30er, 50er, 60er und 70er Jahren so in eine Einheit zu bekommen, dass sie dem Charakter der Stadt gerecht werden.“ Die farbliche Akzentuierung solle die wuchtig erscheinende Betonmasse kaschieren und auflockern. Das Konzept kommt an: „Ich wohne gern hier“, sagte Elke Koch-Sagner, die vor vier Jahren von Neuruppin in die Röbeler Vorstadt nach Wittstock zog. Auch andere Besucher bekräftigten das in Gesprächen.

Von Björn Wagener

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