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Wittstock: Nur zwei 7. Klassen fürs Gymnasium

Bildung Wittstock: Nur zwei 7. Klassen fürs Gymnasium

Am Städtischen Gymnasium in Wittstock dürfen im nächsten Schuljahr nur zwei 7. Klassen eröffnet werden. Dadurch sind die Unterrichtsräume so voll, dass zwei Schüler abgelehnt werden mussten, obwohl sie später in den Kursen dringend gebraucht würden.

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Das Städtische Gymnasium in Wittstock.

Quelle: Gerd-Peter Diederich

Wittstock. 62 Schüler würden ab dem kommenden Schuljahr gern ans Städtische Gymnasium in Wittstock wechseln. Doch zwei davon musste Schulleiter Helmut Kühn ablehnen, obwohl er eigentlich jeden Schüler dringend bräuchte. Warum das so ist, erklärte er kürzlich den Mitgliedern des Fördervereins des Wittstocker Gymnasiums.

Klassen sind randvoll

Das Staatliche Schulamt Neuruppin habe lediglich zwei 7. Klassen genehmigt. Damit sind diese Klassen mit jeweils 30 Schülern randvoll. Mehr lässt das Gesetz nicht zu. Deshalb mussten die übrigen zwei draußen bleiben. Dabei wäre es laut Kühn theoretisch auch möglich gewesen, drei 7. Klassen zu eröffnen. Denn die sogenannte Bandbreite hätte es zugelassen. Sie legt die Klassenstärken fest und liegt bei 20 bis 28, in Ausnahmefällen auch bei 30 Schülern pro Klasse. Für eine Klassenstärke am unteren Ende der Bandbreite hätten die 62 Bewerber gerade so ausgereicht. Aber der Frequenzrichtwert, also die anzustrebende Anzahl, liege bei 27.

Etwas „ganz Normales“

„Schulleiter, Schulkonferenz und Schulträger waren mit der Entscheidung einverstanden. Zumal in Pritzwalk und auch Neuruppin noch Plätze vorhanden sind“, sagt dazu Schulrätin Doris Kerfin. Die Wege für die betreffenden Schüler seien zumutbar. „Eine solche Entscheidung ist etwas ganz Normales, auch in anderen Schulen wird in ähnlicher Weise vorgegangen. Das ist kein Problem.“

Viele Schüler gehen früher ab

Glücklich ist Helmut Kühn damit aber dennoch nicht. Denn jeder einzelne Schüler, der in der 7. Klasse aus Kapazitätsgründen abgelehnt werden muss, fehle später in den Jahrgangsstufen 11 und 12. Denn längst nicht jeder Schüler, der in der 7. Klasse ans Gymnasium kommt, sei in der 11. oder 12. Klasse noch da. Etwa zehn bis 15 Prozent der Jugendlichen verließen nach der 10. Klasse das Gymnasium, weil sie eine berufliche Ausbildung anstreben oder sich für ein Abitur 13 statt nur zwölf Jahre Zeit nehmen wollen und deshalb ans Oberstufenzentrum (OSZ) nach Neuruppin wechseln, wo das möglich ist. Einige gingen auch nach elf Jahren vom Gymnasium ab, weil sie den Anforderungen nicht gewachsen oder mit der Fachhochschulreife zufrieden sind, die nach der 11. Klasse mit einem zusätzlichen Praktikum erreicht werden könne. „Das hat in den vergangenen Jahren gewaltig zugenommen. Diese Schüler gehen uns ebenfalls verloren.“ 17 seien es im vergangenen Jahr beim Wechsel von Klasse 11 auf 12 gewesen, mit zehn bis elf rechnet Kühn in diesem Schuljahr. Das Problem: Die Schülerzahl stehe in direktem Zusammenhang mit den möglichen Unterrichtsstunden, die ein Lehrer geben darf. Das heißt: Weniger Schüler gleich weniger Stunden gleich weniger Leistungskurse. Dadurch würden diese in der 12. Klasse oftmals „neu gemischt“ – für Kühn alles andere als ein Idealzustand. Doris Kerfin betont aber, dass begonnene Kurse auf jeden Fall weitergeführt werden müssten.

Jedes Jahr auf der Tagesordnung

Für den Schulleiter ist dennoch jeder einzelne Schüler, den er für die 7. Klasse ablehnen muss, ein Verlust, dem er entgegen wirken möchte, wegen der randvollen Klassen aber keine Chance hat. „Dieses Problem beschäftigt uns jedes Jahr und bringt uns immer wieder in Wallung“, sagte Kühn vor den Fördervereinsmitgliedern.

Ehrenmitglied Wolfgang Dost plädiert dafür, dass der Schulträger mehr Einfluss bekommen sollte, wenn es darum geht, wie viele Klassenzüge eingerichtet werden sollen.

Von Björn Wagener

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