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Wittstock: Probleme im Jugendklub C 60

Jugendarbeit im Tief Wittstock: Probleme im Jugendklub C 60

Dem Wittstocker Jugendklub C 60 fehlen die Jugendlichen. Viele bleiben fern, weil sie sich dort an eine Kita erinnert fühlen. So sehen das zumindest zwei Verfasser eines Offenen Briefes an Bürgermeister Jörg Gehrmann. Darin wird auch eine Betreuerin kritisiert. Bisher hat aber offenbar niemand mit ihr darüber gesprochen.

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Ilona Soicke bei einem Bastelnachmittag während der Sommerferien im Jugendklub C 60.

Quelle: Björn Wagener

Wittstock. Im Jugendklub C 60 in Wittstock gibt es offenbar Probleme. Jugendliche behaupten, er werde von vielen Altersgenossen gemieden. Vor allem die wichtige Zielgruppe der 14- bis 18-Jährigen bleibe häufig fern. Sogar von Boykott ist die Rede.

Der Jugendsozialarbeiter Matthias Stock, der erst seit Mitte September dort im Einsatz ist, kann das bestätigen. Doch er ist weitgehend machtlos. Er würde gern mehr Freizeitangebote auf die Beine stellen und auch die Jugendlichen darüber mitbestimmen lassen, was sie gern hätten. Aber ohne Jugendliche? Die Situation sei verfahren – so sehr, dass zwei der bisherigen Klubgänger, Jonathan Kludt und Sven Lippke, ihrem Ärger in einem offenen Brief an den Bürgermeister Jörg Gehrmann Luft machten.

Der neue Jugendsozialarbeiter Matthias Stock

Der neue Jugendsozialarbeiter Matthias Stock.

Quelle: Björn Wagener

Darin wird vor allem die Art der Betreuung kritisiert. Die Freizeitangebote seien zu sehr auf jüngere Kinder ausgerichtet statt auf Jugendliche. „Wir hätten gern eine Alternative zur Kindertagesstätte, die früher unser Jugendklub war“, schreiben sie und machen deutlich, dass sie die „Abwärtsspirale“, die bereits im vergangenen Jahr begonnen habe, bedauern. „Der Jugendklub war für die Wittstocker Jugendlichen fast wie ein Zuhause. Wir konnten unsere Grenzen austesten und ausleben. Wir haben gelernt, uns zu respektieren und angefangen, uns politisch in unserer Stadt zu engagieren.“ Doch all das habe sich mittlerweile „verflüchtigt“.

Und dann wird Kritik an der Jugendbetreuerin Ilona Soicke angedeutet: „Man kann nun natürlich spekulieren, ob dieses Geschehen mit dem Arbeitsbeginn von Frau Soicke zu tun hat. Jedenfalls könnte man sagen, dass dieses Ereignis den Alltag der Wittstocker Jugend, die den größten Teil ihrer Freizeit im Jugendklub bestritt, drastisch verändert hat.“ Ilona Soicke ist die städtische Jugendbetreuerin im Klub C 60. Über derartige Probleme habe aber noch niemand mit ihr gesprochen. „Von so einem Brief weiß ich nichts“, sagt sie. Es habe sich auch niemand bei ihr beschwert. Da es aber im Sommer nicht unbemerkt blieb, dass weniger Jugendliche ins Haus kommen, habe sie selbst die Initiative ergriffen und Jugendliche gefragt, weshalb sie fernbleiben. Zur Antwort habe sie bekommen, dass sich eine Gruppe Jugendlicher ohnehin zerschlagen und dass das nichts mit ihrer Person zu tun habe.

Der Jugendklub C 60 in Wittstock

Der Jugendklub C 60 in Wittstock.

Quelle: Björn Wagener

Um den Klub zu beleben und Gäste anzuziehen, habe sie ständig an neuen Angeboten gearbeitet. Diese hätten dann Kinder angesprochen – und daran habe sie sich dann orientiert. Jetzt kämen täglich zwischen elf und 20 Kinder, aber auch Jugendliche, wie sie sagt. Dass die Älteren gänzlich wegblieben, könne sie nicht bestätigen.

Sven Lippke sagte auf MAZ-Nachfrage, dass Bürgermeister Jörg Gehrmann ein Gespräch mit den jugendlichen Verfassern des offenen Briefes in Aussicht gestellt habe. Dabei möchten sie ihre Probleme auf den Tisch bringen. Der 15-Jährige sieht jedoch durchaus Chancen, die Wogen zu glätten. „Wir sollten uns nur einmal mit Frau Soicke über unsere Probleme und Bedürfnisse unterhalten“, findet er. Das wünscht sich auch Matthias Stock. „Denn derzeit ist es schwer, Jugendarbeit zu machen. Die Fronten sind verhärtet.“

Von Björn Wagener

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