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Wittstock: Stadt will alte Tuchfabrik retten

Wegweisende Entscheidung Wittstock: Stadt will alte Tuchfabrik retten

Die alte Tuchfabrik in der Nähe des Bleichwalls in Wittstock ist seit Jahren dem Verfall preisgegeben. Doch möglicherweise kommt jetzt doch noch Rettung in buchstäblich letzter Minute. Der Bauausschuss hat dafür gestimmt, die marode Immobilie in die Erhaltungssatzung der Altstadt aufzunehmen.

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Die Alte Tuchfabrik Wittstock an der Walkstraße hat schon bessere Zeiten gesehen – vielleicht ist sie noch zu retten.

Quelle: Björn Wagener

Wittstock. Das Dach ist zum Teil eingestürzt, aus den Dachrinnen wachsen inzwischen kleine Bäume: Die ehemalige Tuchfabrik an der Walkstraße in Wittstock verfällt seit Jahren. Bisher hat sich niemand daran gewagt, das mächtige Objekt zu sanieren, zumal dann auch für eine entsprechende Nachnutzung gesorgt werden müsste. Doch der Bauausschuss hat jetzt ein Signal gesetzt, das dafür sorgen könnte, den sogenannten Sechsgeschosser doch noch zu retten. Denn die Ausschussmitglieder sprachen sich auf ihrer jüngsten Sitzung dafür aus, dass die Erhaltungssatzung für die Altstadt Wittstock so erweitert wird, dass sie das alte Industriegebäude mit einschließt. Das könnte Sanierungsmaßnahmen vorantreiben. Denn eine Erhaltungssatzung ist eine Art „kommunaler Denkmalschutz“. Mit ihr kann die Kommune unabhängig vom Denkmalschutz Gebäude oder mitunter sogar ganze Stadtteile vor nachteiligen Veränderungen schützen. Objekte, die die Erhaltungssatzung mit einschließt, hätten nicht nur bessere Chancen auf Fördermittel. Die Stadt könne so mehr Druck auf die Eigentümer ausüben, um zu erreichen, dass die Gebäude instand gesetzt werden, sagte Victoria Heese vom Bereich Planung und Stadtsanierung der Stadtverwaltung.

Herausragende städtebauliche Bedeutung

Schließlich habe das Areal der Tuchfabrik durch die unmittelbare Lage zur Altstadt eine herausragende städtebauliche Bedeutung. Zudem bilde sie einen bedeutenden Eingangsbereich zur Altstadt, so Heese. Doch klar ist auch: Der Leerstand, der bereits seit Anfang der 1990er Jahre anhält, nagt am betagten Gemäuer. Inzwischen spricht auch die Verwaltung längst von einem „städtebaulichen Missstand“, der im Widerspruch zur sanierten Altstadt stehe. Wirtschaftsförderer Dieter Herm bestätigte auf der Sitzung des Bauausschusses, dass in der Vergangenheit schon mehrfach darüber verhandelt worden sei, ob es möglich wäre, dass die Stadt das Gebäude kauft. Jedoch sei es zu keinem Ergebnis gekommen, da es zu viele unbeantwortete Fragen gebe – im Hinblick auf Baustatik, Nachnutzung oder auch auf die Erhaltungssatzung. „Wir können da nichts falsch machen“, meinte Martina Grubetzky. Auch für Dieter Herm steht fest, dass die Möglichkeiten der Erhaltung „erledigt“ wären, wenn der Sechsgeschosser nicht Bestandteil der Erhaltungssatzung würde.

Einzigartiges Ensemble der Produktionsgeschichte

Auch die untere Denkmalschutzbehörde des Kreises würde die anvisierte Satzungserweiterung begrüßen – gerade im Hinblick auf die Tatsache, dass es neben dem Sechsgeschosser auch noch um eine ganze Reihe weiterer Gebäude geht, die das Areal zu einem „einzigartigen Ensemble der Produktionsgeschichte“ machten. Kreis-Sprecherin Britta Avantario zählt dazu etwa die Sheddachhallen, das Kesselhaus, das Industriegebäude von 1905, die Direktorenvilla oder die Einfriedung. All das zeuge von der langen Tradition der Textilherstellung in Wittstock und sei für die Industriegeschichte der Stadt von besonderem Wert. Deshalb stünden diese historisch bedeutenden Bauwerke bereits seit 1998 unter Denkmalschutz, so Britta Avantario. Die Erweiterung der Erhaltungssatzung auf das Areal der Tuchfabrik sei ein „positives Zeichen“, damit dieser Gebäudekomplex eine Zukunft mit neuer Nutzung hat.

Die derzeit noch gültige Erhaltungssatzung „Altstadt Wittstock“ stammt vom 30. September 1999 und umfasst das Gebiet innerhalb und einschließlich der Stadtmauer sowie die Wall- und Grabenzone. Ob die Satzung tatsächlich so erweitert wird, dass sie das Tuchfabrik-Ensemble mit einschließt, müssen letztlich die Stadtverordneten entscheiden.

Von Björn Wagener

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