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Ostprignitz-Ruppin Wittstock, ein Abendmärchen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock, ein Abendmärchen
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00:24 09.12.2015
Die sieben Zwerge führten den Rundgang an. Quelle: Christamaria Ruch
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Wittstock

Sogar der Schneefall setzte am Sonnabend pünktlich um 17 Uhr auf dem Wittstocker Marktplatz ein. Auch wenn es sich dabei nur um Kunstschnee handelte, der den Besuchern kräftig ins Gesicht wehte. Doch beim Abendspaziergang „Wittstock, ein Wintermärchen“ ziehen die Veranstalter vom Kulturamt der Stadt jedes Jahr alle Register.

Bereits zum 10. Mal stand diese beliebte Veranstaltung auf dem Programm. Sie bildet zugleich einen der Höhepunkt des Weihnachtsmarktes in der Dossestadt. Die sanierte Altstadt bietet seit Jahren das passende Ambiente für diese besondere Zeitreise.

Dabei überraschten die Akteure um Petra Fastenrath vom Kulturamt einmal mehr mit einem inhaltsreichen Rundgang. „Viele engagierte Wittstocker schlüpfen in die Kostüme und bereichern den Spaziergang“, sagte sie vorab. Dazu zählen Stadtführer, Schüler und Einwohner.

Heidi und der Geißenpeter (mit Geiß). Quelle: Ruch

Doch wer nun wieder eine Reise durch die Welt der Märchen erwartete, wurde eines Besseren belehrt. „Es gibt so viele Märchen, aber die meisten kennen nur einen Bruchteil davon“, so Fastenrath. Aus diesem Grund verließen die Veranstalter eingefahrene Gleise und überraschten mit völlig neuen Perspektiven.

In insgesamt 22 lebendigen Bildern tauchten bekannte Figuren aus der Literatur und Geschichte auf. Doch zum Auftakt des einstündigen Spazierganges standen die sieben Zwerge aus Grimms Märchen „Schneewittchen“ im Rampenlicht. Sie lugten aus den Fenstern in der dritten Etage vom Rathaus hervor.

Schon vor drei Jahren begann der Abendspaziergang mit diesem Bild und verzückte damals das Publikum. Bürgermeister Jörg Gehrmann sieht in den Zwergen „ein Sinnbild für Fleiß und Tatendrang, denn auch mit einer kleinen Schippe über der Schulter kann die Botschaft vom Mut der Menschen vermittelt werden.“ Wenig später griff jeder der sieben Zwerge zu einer Laterne und führte dann den langen Tross durch die Stadt an. Die Königstraße stand fest in der Hand vom Sandmännchen. Der bärtige Experte streute wie gewohnt den Schlafsand in die Menge. Auch Herr Fuchs, Frau Elster, Schnatterinchen und Pittiplatsch erlebten in dieser Straße ihren Auftritt.

Besonders romantisch zeigte sich dann die Stadtmauer zwischen Königstraße und Gröper Tor. Der gestiefelte Kater, Heidi und Peter sowie Fräulein Rottenmeier tauchten dort auf.

Ritsche-ratsche: Die Lausbuben Max und Moritz sägen die Brücke entzwei. Quelle: Ruch

Schüler vom Städtischen Gymnasium zeigten ihre Vorliebe für die sieben Streiche von Max und Moritz. In sieben Bildern entführten sie die Besucher im Zeitraffer zu den beiden Lausbuben. Egal, ob sie die Hühner köderten, Onkel Fritz mit den Maikäfern ärgerten oder die Brücke durchsägten, über die Meister Böck stolzierte – mit Einfallsreichtum und ausgefeilten Bühnenbildern setzten sie alles in Szene. Brennende Fackeln säumten wieder den Weg. Dabei behielten die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Wittstock den Überblick.

Am Gröper Tor warf sogar Christoph Kolumbus den Anker seines Schiffes.

Christoph Kolumbus ging an der Dosse vor Anker. Quelle: Ruch

„Das ist der Auftakt für die nächsten Bilder, wo es um die Begegnung mit verschiedenen Nationen geht“, sagte Petra Fastenrath. Damit zeigte die Stadt sprichwörtlich Flagge für das friedliche Miteinander. Das sanierte Haus der Begegnung machte dabei seinem Namen alle Ehre. Flüchtlinge aus Syrien und Pakistan überraschten mit Gebäck und Getränken.

Der Chor Katjuscha trat dort mit russischen Weisen auf. „Es geht uns darum, die Nationen zusammen zu bringen“, sagte Fastenrath. Dabei durfte auch die schwedische Lucia mit ihrem Lichterkranz im Haar nicht fehlen. Wer genau hinschaute, entdeckte die Wittstocker Rosenkönigin Vivien I in dieser Rolle.

Von Christamaria Ruch

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