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Wittstock hat ein Problem mit Fundkatzen

Platznot im Tierheim Wittstock hat ein Problem mit Fundkatzen

Seit August nimmt das Tierheim in Herzsprung keine Katzen mehr auf, weil die Kapazitäten ausgereizt sind. Der Wittstocker Tierschutzverein drängt jetzt auf eine Lösung. Auf einer internen Mitgliederversammlung am Mittwochabend ging es um dieses Problem. Denn: Wo sollen die Fundkatzen bleiben?

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Ausgesetzt. Katzen sind niedlich, aber es braucht auch Menschen, die sich um sie kümmern.

Quelle: dpa

Wittstock. Bereits seit August nimmt das Tierheim in Herzsprung keine Fundkatzen mehr auf. Damit zogen die Betreiber Andrea und René Berthold die Notbremse. Denn die Kapazitäten sind dort ausgereizt. Für den Tierschutzverein Wittstock und Umgebung wird diese Situation mehr und mehr zum Problem. Denn es gibt momentan keine Alternative zur Unterbringung im Tierheim Herzsprung, sagt Marion Anton vom Verein. Wird eine Katze irgendwo aufgegriffen, „können wir nur bei den Findern um Verständnis bitten und hoffen, dass sie die Katze bei sich behalten“, sagt sie und stellt gleichzeitig klar: „Auf Dauer geht das natürlich nicht.“ Eine Lösung muss her.

Marion Anton vom Wittstocker Tierschutzverein

Marion Anton vom Wittstocker Tierschutzverein.

Quelle: Björn Wagener

Deshalb gab es am Mittwochabend im Torbogenhaus eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Vereins, bei dem das Problem diskutiert wurde – nicht öffentlich. Ergebnis: Ein Durchbruch sei nicht erzielt worden und die Sache somit weiterhin offen, berichtet Marion Anton. Es gebe lediglich einige Ansätze für eine Zusammenarbeit, ohne weiter ins Detail gehen zu wollen. Es werde jedoch Wert darauf gelegt, die „offene Kommunikation“ mit dem Tierheim fortzusetzen, denn nur dann gebe es eine Chance auf eine Lösung. Gleiches gelte für die Zusammenarbeit mit der Stadt Wittstock, die Marion Anton als sehr gut und engagiert bezeichnet. Es gebe einen regelmäßigen Austausch. „Aber die Stadt unterhält nun einmal kein eigenes Tierheim. Dafür ist sie zu klein. Das würde nicht funktionieren.“

Die Wittstocker Stadtverwaltung teilte am Donnerstag auf MAZ-Nachfrage mit, dass sie mit dem Tierheim im Dialog stehe. Und: „Sollte das Tierheim Herzsprung zukünftig nicht mehr als Vertragspartner zur Verfügung stehen, müssen andere Lösungen gefunden werden.“

Halten den Aufnahmestopp für Katzen aufrecht

Halten den Aufnahmestopp für Katzen aufrecht: Andrea und René Berthold betreiben das Tierheim in Herzsprung.

Quelle: Björn Wagener

Die Zahl der Fundkatzen, also Tiere, die eindeutig einen Besitzer haben, sei in Wittstock und den Ortsteilen überschaubar, so Marion Anton. Gerade einmal vier seien in diesem Jahr in dieser Kategorie registriert worden. Allerdings nahm das Tierheim Herzsprung bis zu seinem Aufnahmestopp nicht nur Katzen aus dem Raum Wittstock auf und auch nicht nur Fundkatzen, sondern ebenso Tiere, die aus schlechter Haltung stammten oder solche, die einfach vorm Tor in einer Kiste abgestellt wurden. Die Frage, wie lange der Aufnahmestopp voraussichtlich noch aufrecht erhalten werden muss, konnte am Donnerstag nicht geklärt werden. Die Tierheim-Betreiber waren nicht zu erreichen.

Der Tierschutzverein Wittstock und Umgebung kümmert sich außerdem aber auch noch um rund 200 frei lebende Katzen, die sich regelmäßig an den Futterstellen einfinden. Diese seien jedoch alle bekannt und kastriert. Sobald sich irgendwo eine neue Katze hinzu gesellt, werde diese ebenfalls kastriert. Der damit verbundene Aufwand wie das Einfangen oder auch Fahrtkosten würden von den ehrenamtlichen Mitgliedern getragen. Für die Kastration selbst gebe es Fördergelder. „Wir wünschen uns schon lange eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Katzen, ähnlich wie es sie für Hunde gibt“, so Marion Anton.

Der Tierschutzverein

Dem Tierschutzverein Wittstock und Umgebung gehören 30 Mitglieder an. Sie verstehen sich als eine generationsübergreifende Gemeinschaft, in der sich jeder nach seinen Möglichkeiten einsetzt. Die Vereinsvorsitzende ist Brigitte Fagien.

Folgende Aufgaben hat sich der Verein zum Ziel gesetzt:
– Förderung des Tierschutzgedankens
– Verhütung von Tierquälerei
– Errichtung und Betreuung von Futterstellen für herrenlose, frei lebende Katzen sowie die Kastration dieser Tiere, um die unkontrollierte Vermehrung einzudämmen
– Hilfe in Notfällen bis hin zur tierärztlichen Behandlungen
– Vermittlung von Tieren.

Exkursionen und die Teilnahme an Veranstaltungen rund um den Tierschutz gehören ebenfalls zum Tätigkeitsbereich des Wittstocker Vereins.

Von Björn Wagener

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