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Wittstock hofft auf einen „Nadelwald“

Große Strickaktion Wittstock hofft auf einen „Nadelwald“

Einfach los und mitmachen: Am Donnerstag kann im Wittstocker Rathaus jeder zu Nadel und Wolle greifen. Die gestrickten Ergebnisse werden am 21. Dezember in Berlin an Bedürftige verteilt. Außerdem soll die von Wittstocks Bürgermeister Gehrmann ersteigerte Rosendecke künftig die regionale Verbundenheit demonstrieren.

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Bürgermeister Jörg Gehrmann (2.v.l.) ersteigerte die Rosendecke beim Wittstocker Stadtfest am 31. Mai 2015. An seiner Seite sind Moderator Günter Lutz und Doris Sperling.

Quelle: Björn Wagener

Wittstock. Gemeinsam Gutes tun und anderen Menschen helfen – darum geht es, wenn am Donnerstag zu einer besonderen Aktion ins Foyer des Wittstocker Rathauses eingeladen wird. Von 9 bis 16 Uhr findet dort eine große Strickaktion statt: Jeder, der möchte, kann dort gemeinsam mit anderen Strickerinen und vielleicht auch Strickern Schals, Socken, Handschuhe, Mützen, Pullover, Jacken eigenhändig herstellen. Es gibt keine Vorgabe. „Jeder kann stricken, wozu er in der Lage ist oder worauf er Lust hat“, sagt Doris Sperling. Gemeinsam mit Petra Schellin aus Katerbow und Rosela Bennarndt vom Quartierstreff im Rote-Mühle-Wohngebiet in Wittstock kündigte sie am Montag die Aktion im Beisein von Bürgermeister Jörg Gehrmann an.

Alle Beteiligten hoffen, dass möglichst viele Freizeitstrickerinnen ins Rathaus kommen. Denn die dort entstandenen Kleidungsstücke sollen Bedürftigen zugute kommen. Konkret werden sie am 21. Dezember im Berliner Estrel-Center an Obdachlose verteilt. Denn an diesem Tag findet dort das traditionelle Weihnachtsessen statt, das Schlagersänger Frank Zander bereits zum 21. Mal organisiert. Das Treffen ist längst mehr als ein bloßes Essen. Es gibt viele Angebote, die den Alltag von Obdachlosen erleichtern sollen. Seit 2013 hat sich auch Doris Sperling dort mit eingebracht. Sie möchte möglichst vielen Menschen helfen. Das geht wiederum nur mit Helfern, die mitstricken. Einige Hundert Stücke seien schon zusammengekommen, berichteten die Frauen am Montag, aber das gemeinsame Stricken im Rathaus soll der Aktion noch einmal frischen Schwung geben. Wolle werde genug vorhanden sein, müsse also nicht mitgebracht werden, hieß es.

Gruppenbild mit Bürgermeister Jörg Gehrmann

Gruppenbild mit Bürgermeister Jörg Gehrmann: Petra Schellin (l.) mit Doris Sperling und Rosela Bennarndt (r.).

Quelle: Björn Wagener

Doch das gemeinsame Stricken soll künftig noch weitere Kreise ziehen. Ausgangspunkt ist die Rosendecke, die beim Wittstocker Stadtfest am 31. Mai versteigert wurde. Den Zuschlag erhielt der Bürgermeister Jörg Gehrmann – für 150 Euro. Seitdem habe die Decke einen Ehrenplatz bekommen, sagt er. Doch das besondere Stück Handarbeit soll künftig mehr als nur Erinnerung an die damalige Namensweihe für die Wittstock-Rose und an ein gelungenes Fest sein. Jörg Gehrmann möchte damit auch ein neues Projekt in Gang bringen: Er sähe es gern, wenn jedes Jahr eine ähnliche Decke im Patchwork-Stil jeweils in einer anderen Stadt im Ruppiner Land und in der Prignitz hergestellt würde, um sie dann für einen guten Zweck zu versteigern. Denn die Decke sei „ein Produkt mit hoher Identität“ und besitze eine Symbolik mit regionaler Strahlkraft. Das Stricken und die Decke selbst stünden für die Zusammenarbeit und Vielfältigkeit der Städte und Gemeinden und die Wollfäden nicht zuletzt auch für die Verbundenheit untereinander. Auf diese Weise könne das Engagement für die Strickaktionen, das jetzt schon über Kreisgrenzen hinweg funktioniert, weitergedacht werden und neue Impulse setzen. Darüber hinaus würden sowohl die Rosendecke als auch die Strickaktionen für Bedürftige ein Zeichen für die Handarbeit setzen und dafür sorgen, dass dieser „handwerkliche Schatz“ nicht in Vergessenheit gerät.

Die Rosendecke

Die Rosendecke wurde von Februar bis Mai dieses Jahres von 19 Strickerinnen in Freizeitarbeit hergestellt. Sie ist 1,40 mal 1,80 Meter groß, besteht aus 234 Teilen und 41 Verzierungen in Rosenblütenform.

Vier Kilogramm gespendete Wolle wurden dafür verarbeitet. Bei dem Material handelt es sich um Reste, die bei den Strickaktionen für Bedürftige in Berlin übrig geblieben waren.

Der Wittstocker Bürgermeister Jörg Gehrmann ersteigerte die Decke beim Stadtfest zur Rosenweihe am 31. Mai 2015 für 150 Euro.

Von Björn Wagener

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