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Wittstock muss die Mauer schützen

Baumkataster für Erhalt der Stadtmauer Wittstock muss die Mauer schützen

Der Pflanzenbestand rund um die Stadtmauer soll in einem Baumkataster erfasst werden. Das plant der Förderverein zur Erhaltung der Historischen Stadtmauer Wittstock. Damit soll der Zustand der Bäume überblickt und verhindert werden, dass umstürzende Bäume oder Wurzelwerk die Mauer beschädigen. Die Stadt schützt ihre Mauer.

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Efeu, wilder Wein und andere Pflanzen machen der Stadtmauer zu schaffen. Für Schutzmaßnahmen soll ein Baumkataster erstellt werden.

Quelle: Björn Wagener

Wittstock. Für die Wittstocker Stadtmauer soll ein Baumkataster erstellt werden, das als Grundlage für künftige Schutzmaßnahmen dienen soll. Das heißt, sämtliche Bäume in näherer Umgebung werden erfasst, um einschätzen zu können, ob sie „gegebenenfalls eine Gefahr für die Stadtmauer darstellen“, sagt Markus Hennen vom Förderverein zur Erhaltung der Historischen Stadtmauer in Wittstock. Dabei gehe es nicht nur darum, Bäume im Auge zu behalten, die möglicherweise auf die Mauer stürzen und sie beschädigen könnten. Gefahr drohe auch unterirdisch. Wurzelwerk kann zerstörerisch wirken. Darüber hinaus soll möglicher Bewuchs im Blick behalten werden – Efeu etwa, der einen dicken Stamm bilden und ins Mauerwerk eindringen oder wilder Wein, der sich auf der Mauer breit machen kann.

„So etwas hat in der Vergangenheit schon zu Schäden geführt. Deshalb muss man rechtzeitig entgegenwirken“, sagt Markus Hennen, allerdings immer in Zusammenarbeit mit der unteren Denkmalschutzbehörde und der Stadt Wittstock.

Projekt für Schüler innerhalb des Baumkatasters geplant

Die Idee zu diesem Baumkataster habe Vereinsmitglied Jürgen Goldberg auf der jüngsten Mitgliederversammlung gehabt. Als Grundlage werde die Kilometrierung der Stadtmauer in der Diplomarbeit von Nadin Feldten dienen, die ebenfalls im Förderverein mitarbeitet. Wann dieses Baumkataster tatsächlich umgesetzt werden kann, sei zwar noch offen. Aber dass es kommen werde, daran lässt Markus Hennen keinen Zweifel. Das kommende Jahr werde dafür auf jeden Fall anvisiert. Um das Ganze zu realisieren, werde die Zusammenarbeit mit einer Wittstocker Schule angestrebt. Die Jugendlichen könnten diese Arbeit innerhalb eines Projektes erledigen, so die Vorstellung. Allerdings unter fachmännischer Begleitung. Ob es dafür eine finanzielle Unterstützung von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz oder der Stadt Wittstock geben kann, ist bislang noch nicht sicher, so Hennen.

Imposant und immer wieder sanierungsbedürftig

Imposant und immer wieder sanierungsbedürftig: die Stadtmauer.

Quelle: Björn Wagener

Früher schützte die Mauer die Stadt, jetzt ist es umgekehrt. Aktuell gelte der Mauerabschnitt zwischen Wolfsloch und Gröper Tor als Problembereich. Denn dort geriet das Bauwerk aus dem Lot und neigt sich. Generell werde die Mauer vom Verein als ein markantes, aber sensibeles Wahrzeichen angesehen, „um das man sich ständig kümmern muss“, wie Hennen sagt. Die jüngsten Schutzmaßnahmen betrafen den Bereich zwischen alter Post und Kyritzer Tor, wo die Krone gesichert wurde. Bei der Finanzierung solcher Aktivitäten sei der Verein auf Mitgliedsbeiträge und Spenden angewiesen. „Die Wittstocker Gebäude- und Wohnungsverwaltung ist da sehr engagiert. Wir waren auch auf der Gewerbeschau präsent. Außerdem kam ein Teil des Erlöses des Drachenfestes dem Verein zugute“, nennt Hennen Beispiele.

Die Wittstocker Stadtmauer

Die Stadt Wittstock war nach alter Chronik im Jahr 1244 erstmals ummauert.

Die Stadtmauer ist 2435 Meter lang und mit Ausnahme eines kleinen Feldsteinsockels im Norden gänzlich aus Backsteinen im Klosterformat gebaut. Das ist einzigartig in Deutschland.

Ursprünglich war sie neun bis elf Meter hoch. Heute sind es noch zwischen vier und acht Meter.

Auch das bis heute einzig erhaltene Gröper Tor war ursprünglich viel größer und eher als eine Toranlage zu bezeichnen.

Die Mauer diente dem Schutz der Stadt.

„Bis zum Beginn des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1618 galt Wittstock als uneinnehmbar“, berichtet Markus Hennen.

Vielerorts seien die Stadtmauern später abgerissen worden, weil sich die Städte ausdehnten und Platz brauchten. Da waren die Mauern im Weg. In Wittstock allerdings sei der ästhetische Wert der Stadtmauer schon im 19. Jahrhundert erkannt worden.

Der Förderverein zur Erhaltung der Historischen Stadtmauer in Wittstock engagiert sich seit vier Jahren für den Schutz und Erhalt dieses stadtbildprägenden Wahrzeichens. Der Verein hat aktuell 76 Mitglieder. Der Jahresbeitrag kostet 25 Euro (für Schüler und Studenten gibt es Sonderkonditionen). Vorsitzender ist Jürgen Pawlitta, der ehemalige Bauamtsleiter der Stadt.

 

Von Björn Wagener

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