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Wittstock will Elend der Katzen stoppen

Kastrationspflicht im Gespräch Wittstock will Elend der Katzen stoppen

Katzenbesitzer in Wittstock könnten künftig dazu verpflichtet werden, ihre Tiere zu kastrieren. Ob es wirklich dazu kommt, ist noch offen. Der Tierschutzverein befürwortet das Projekt. Und auch der Ordnungsausschuss der Stadt steht dieser Möglichkeit sehr aufgeschlossen gegenüber.

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Mit dem Kastrieren frei lebender Katzen wollen Stadt und Wittstocker Tierschutzverein die Vermehrung eindämmen.

Quelle: Peter Geisler

Wittstock. Katzenbesitzer in Wittstock könnten künftig dazu verpflichtet werden, ihre Tiere zu kastrieren. Ob das tatsächlich umgesetzt wird, steht derzeit zwar noch nicht fest, aber der Ordnungsausschuss steht dieser Möglichkeit sehr aufgeschlossen gegenüber. Das wurde auf der jüngsten Sitzung des Gremiums in dieser Woche deutlich.

Die entsprechende Forderung machte zuvor der Tierschutzverein Wittstock und Umgebung auf, der sich und seine Arbeit an dem Abend vorstellte. Marion Anton, die stellvertretende Vorsitzende des Vereins, die gemeinsam mit der Vorsitzenden Brigitte Fagien auf der Sitzung zu Gast war, ging dabei unter anderem auch auf das Problem der Unterbringung von Fundkatzen ein. Denn seit dem im August verhängten Aufnahmestopp wegen überlasteter Kapazitäten im Tierheim Herzsprung müsse man sich mit privaten Pflegestellen behelfen. Eine Dauerlösung sei das nicht. Deshalb müsse an Alternativen gearbeitet werden. Hinzu komme, dass die Vereinbarung zwischen Stadt und Tierheim, die die Übernahme von Fundkatzen festlegte, zum Jahresende ausläuft, sagte Marion Anton.

In den vergangenen zehn Jahren habe der Wittstocker Verein 594 Katzen kastrieren lassen – für gut 32 000 Euro, finanziert über Fördermittel. Auch die Stadt Wittstock stelle für diesen Zweck jedes Jahr 800 Euro zur Verfügung. Zwar seien in diesem Jahr erst vier Fundkatzen registriert worden (2014: 64; 2013: 52), aber der Verein will das Problem an der Wurzel packen und künftig wirksamer verhindern, dass sich Katzen vermehren können – deshalb die Forderung nach genereller Kastration. Bundesweit gebe es bereits 250 Kommunen, die das so praktizieren.

Arbeit des Tierschutzvereins soll unterstützt werden

Auch eine Kennzeichnungspflicht via Chip wird von den Tierschützern begrüßt, allerdings sei das den Haltern aus Kostengründen kaum zuzumuten, meinte Rosemarie Priebus. Allein das Kastrieren könne sie sich aber durchaus vorstellen. Zustimmung kam auch von Martin Schäfer. Er empfahl, ernsthaft zu versuchen, genau das zu erreichen. „Wir sollten alle Register ziehen, um die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer im Tierschutzverein zu unterstützen“, sagte er. Denn sollte sich der Verein einmal damit überfordert fühlen und sich nicht mehr darum kümmern können oder wollen, dann bliebe das Problem ohnehin am Ordnungsamt und damit bei der Stadt hängen.

Auch Kerstin Zillmann sprach sich für eine Kastrationspflicht aus. Man sollte sich zunächst mit Kommunen austauschen, die das bereits eingeführt haben. Sie plädierte dafür, den städtischen Betrag von 800 Euro aufzustocken.

Amtsleiter steht der Kastrationspflicht skeptisch gegenüber

Der Ordnungsamtsleiter Holger Schönberg steht einer grundsätzlichen Kastrationspflicht eher skeptisch gegenüber. „Da bin ich nicht restlos überzeugt“, sagte er. Eine solche Verordnung lasse sich nur durchzusetzen, wenn von Tieren eine Gefahr für Ordnung und Sicherheit ausgehe. Das sei bei Katzen – im Gegensatz zu Hunden – kaum nachzuweisen.

Einig war man sich in der Runde, dass den Mitstreitern des Tierschutzvereins großes Lob gebührt. Denn ohne deren unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz rund um das Fangen und Unterbringen von Fundkatzen oder die Übernahme von Fahrtkosten zum Tierarzt wäre die Situation noch weitaus schwieriger. Aktuell gehören dem Verein 32 Mitglieder an, sagte Marion Anton. Das Durchschnittsalter liegt bei 55 Jahren. Um künftig noch mehr junge Mitstreiter zu finden, kündigte sie an, dass der Verein im kommenden Jahr eine Jugendgruppe aufbauen will.

Von Björn Wagener

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