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Wittstock wirbt mit Kleiderbügel

Willkommenskultur Wittstock wirbt mit Kleiderbügel

Gäste und Einheimische sollen sich in Wittstock willkommen fühlen. Das erreicht man nach Meinung von Bürgermeister Jörg Gehrmann gut, wenn man ihnen mit einer kleinen Geste entgegenkommt: Den Kleiderbügel hinhalten. Damit will Wittstock jetzt Werbung für sich machen.

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Bürgermeister Jörg Gehrmann ließ einige Bügel auf der Grünen Woche in Berlin von prominenten Politikern signieren.
 

Quelle: Christian Bark

Wittstock.  Was haben Kleiderbügel mit Wittstock und der Landesgartenschau, die 2019 in der Dossestadt stattfinden wird zu tun? Über diesen Zusammenhang klärte Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann beim Pressegespräch am Montag auf. „Die Bügel sind ein Werbemittel mit historischem Hintergrund“, verriet er.

Zum einen sei Wittstock eine Tuchmacherstadt gewesen, aus Tuchen habe man Konfektionen gefertigt, um diese dann auf besagtem Bügel im Kleiderschrank verstauen zu können. Zum anderen erinnerte Gehrmann an die Holzwarenfabrik im Ortsteil Gadow, die auch Kleiderbügel produziert hätte. „Der historische Zusammenhang ist also nicht so weit hergeholt“, erklärte der Bürgermeister.

Doch die hölzerne Aufhänghilfe ist nach Ansicht Gehrmanns mehr als nur ein Gebrauchsgegenstand. Insbesondere mit Blick auf die Landesgartenschau sollen die Kleiderbügel als kleiner Willkommensgruß für Einheimische und Gäste dienen. „Wenn ich jemandem den Bügel hinhalte, um seine Jacke daran aufzuhängen, weiß der schon, dass er es sich bei mir gemütlich machen kann“, erläuterte Gehrmann die symbolische Bedeutung des „Bügel-Hinhaltens“. Noch dazu, wenn auf dem Bügel ein „Herzlich willkommen in Wittstock/Dosse“ stehe.

Limitierte Auflage in der Touristeninformation erhältlich

„Die Bügel waren gar nicht so einfach zu bedrucken“, erinnerte sich Stadtsprecher Jean Dibbert, der auch an dem Pressegespräch teilnahm. Die Schwierigkeit habe in der geschwungenen Form und schmalen Fläche gelegen. Den Auftrag habe eine Werbefirma in Süddeutschland übernommen. Die Bügel gebe es in einer limitierten Auflage.

„50 Stück haben wir der Touristeninformation gegeben“, sagte Gehrmann. Dort seien die hölzernen Willkommensgrüße ab sofort für 2,50 Euro pro Stück erhältlich. Fünf Exemplare könne ein Interessent maximal kaufen. Ob weitere Bügel hergestellt werden, hänge vom Erfolg der Aktion ab.

Auf der Grünen Woche in Berlin sind die Willkommensgrüße auf jeden Fall sehr gut angekommen, wie sich Jörg Gehrmann erinnerte. Auch prominente Politiker wie Berlins regierender Bürgermeister Michael Müller hätten sich auf einigen Bügeln per Signatur verewigt.

Bügel soll an Landesgartenschau erinnern

Mit den bedruckten Bügeln wolle man auch eine längst vergessene Tradition anknüpfen. „Früher waren die Holzbügel immer bedruckt“, sagte Gehrmann. Meist mit den Namen von Modehäusern. So etwas habe mittlerweile Seltenheitswert, genau wie die Wittstock-Bügel. Heute gebe es vor allem Modelle aus Plastik oder Draht, die nach einer gewissen Zeit eher als Wegwerfprodukt dienten.

Wer hinter dem Wittstock-Bügel eine alte Sage oder Anekdote aus früherer Zeit vermutet, den muss Gehrmann enttäuschen und auf die Zukunft verweisen. Denn diese entstünden erst noch im Zusammenhang mit der Landesgartenschau 2019. „Wir wollen während der Laga auch eine Bügel-Geschichte schreiben“, kündigte er an. Vielleicht würden sich dann unsere Nachkommen, wenn sie den Bügel aus dem Schrank holen, an die wunderbare Zeit erinnern, als Wittstock die Landesgartenschau 2019 austrug.

Von Christian Bark

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