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Wittstocker Abiturienten spielten „Linie 2“

Musicalpremiere im Gymnasium Wittstocker Abiturienten spielten „Linie 2“

Das Musical „Linie 1“ war gestern. Schüler vom Seminarkurs Musical am Wittstocker Gymnasium entwickelten daraus ihr eigens Stück „Linie 2“. Bei der Premiere erlebten die Zuschauer ein Liebesdrama rund um die 17-jährige Sunny. Die Geschichte ist mitten aus dem Leben gegriffen und bewegt nicht nur Jugendliche.

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Buletten-Trude (r.) hat ein offenes Ohr für die gestrandete Sunny.

Quelle: Christamaria Ruch

Wittstock. „Wow, was ist denn hier los?“ Landei Sunny, zarte 17 Jahre jung, gerät zum ersten Mal in den Strudel des Berliner Milieus. Sie sucht ihre vermeintlich große Liebe Jonny. Der Musiker gab mit seiner Band auf dem platten Land ein Konzert, himmelte dort immer wieder das blonde Mädchen in der ersten Reihe an und machte ihr ein Kind. „Wir haben uns nur drei Wochen gekannt“, erzählt Sunny einer Passantin in der Berliner
U-Bahn.

„Linie 1“ gehört seit seiner Premiere vor 30 Jahren zu den meist gespielten Musicals in Deutschland. Im Grips Theater in Berlin läuft dieses Drama vom Leben und Überleben in der Großstadt noch immer. Elf Schüler des erstmals aufgelegten Seminarkurses Musik und Kunst am Städtischen Gymnasium in Wittstock nahmen die Steilvorlage von „Linie 1“ an. Sie entwickelten daraus das Musical „Linie 2“. Am Donnerstag erlebten die Besucher in der rappelvollen Schulaula die Premiere.

Nach schlaflosen Nächten nun richtig stolz

Die Schüler überzeugten auf ganzer Linie. Eineinhalb Schuljahre Arbeit stecken in dem Stück – vom Drehbuch über Regieanweisungen, Bühnenbild oder Kostüme und Programmheft trägt alles die Handschrift der Abiturienten. „Wir hatten viele schlaflose Nächte, aber jetzt sind wir richtig stolz“, sagten Musiklehrerin Sigrun Stahmleder und Kunstlehrerin Ellen Thonack am Rande der 90-minütigen Aufführung.

Hübsch, aber unberechenbar

Hübsch, aber unberechenbar: Die Drogendealer sind auf „Linie 2“ unterwegs.

Quelle: Christamaria Ruch

„Linie 2“ ist ganz nah bei den Darstellern. „Da stecken viele Dinge drin, mit denen die Jugendlichen konfrontiert werden“, so Stahmleder. Sie warf dieses Musical in den Ring und die Akteure machten daraus ihre eigene Geschichte. Neben dem Liebesdrama erlebt die schwangere Sunny bei ihrer Irrfahrt das volle Programm: Wie unter einem Brennglas sieht sie Alkoholiker wie Schlucki, Drogendealer, Alte wie die gebückte Liese, Clubtypen oder Flüchtlinge.

Berliner Typen mit Herz

Berliner Typen mit Herz: Alki Schlucki (l.) und die alte Liese.

Quelle: Christamaria Ruch

Jeder ist mit sich und seinem Smartphone beschäftigt, doch hinter all den Fassaden stecken immer auch Lebensgeschichten. Langsam tastet sich Sunny durch diese unbekannte Welt und lernt etwa den coolen Macker Bambi oder die herzensgute Bulette-Trude kennen.

Auf „Linie 2“ bewegt sich die U-Bahn, schluckt die Fahrgäste oder wirft sie wieder aus. Das Musical steht auch für Bewegung in den Lebensentwürfen, es vereint Hoffnungen und zerplatzte Träume und gibt den Blick auf Ungeahntes frei. Denn Sunny findet am Ende nicht in Jonny das Glück, sondern entdeckt in Bambi eine Liebe. Die Schüler spielen und singen sich frei und schütteln all ihre Ängste vor dem Gang ins Rampenlicht ab. Das minimalistische Bühnenbild trägt die Handschrift aller Akteure. Der Fernsehturm ragt als Silhouette hervor und das weiße „U“ auf blauem Grund zeigt den Weg zur U-Bahn.

Die U-Bahn-Fahrgäste spielen mit ihren Smartphones

Die U-Bahn-Fahrgäste spielen mit ihren Smartphones.

Quelle: Christamaria Ruch

Als Hürde erwies sich zunächst, dass fünf Darsteller nach der 11. Klasse die Schule verließen und beim Musical diese Rollen neu besetzt werden mussten. Bis auf Sunny schlüpfen alle anderen Akteure in mehrere Rollen. Sie sind wandlungsfähig und treffen mit ihrer mitunter derben Sprache voll das Berliner Milieu. Sitzen sie in der U-Bahn, imitieren sie mit dezentem Körpereinsatz das Ruckeln auf den Gleisen.

Happy-End nach der Zeitreise

Das Happy End entpuppt sich nach einer Zeitreise. Als Klammer für das Musical wird am Anfang und Ende jeweils ein selbst gedrehter Film eingespielt. Während in dem Streifen anfangs Sunny ihre Tasche packt, durch den Ebert-Park zum Bahnhof Wittstock geht und in den Zug nach Berlin steigt, wird das Publikum am Ende sechs Jahre weiter katapultiert: Sunny, Bambi und die sechs alte Tochter gehen durch Wittstock und schmieden Pläne für eine Wohnung in der Dossestadt.

Von Christamaria Ruch

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