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Wittstocker Lichtblicke im Museum

Neue Ausstellung Wittstocker Lichtblicke im Museum

„Lichtblicke“ heißt die neue Ausstellung in den Wittstocker Museen Alte Bischofsburg, in der die Anfänge der Energieversorgung sowohl der Gasversorgung wie der Elektrifizierung gezeigt werden. Kern der Ausstellung ist die Sammlung des Perleberger Roberto Bölter, Eröffnung ist am Mittwoch, 22. Juni, um 18 Uhr.

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Keramische Lockenwickler und eine Oberleitung: Museumsleiterin Antje Zeiger kündigt die Ausstellung „Lichtblicke“ an.

Quelle: Claudia Bihler

Wittstock. Die Ausstellungsräume in den Museen Alte Bischofsburg wurden einmal mehr komplett umgebaut und farblich gestaltet: Das intensive Rot bildet nun den passenden Hintergrund für die Ausstellung „Lichtblicke“, die am kommenden Mittwoch, 22. Juni, um 18 Uhr mit einer Illumination – also einer Beleuchtungs-Vorführung eröffnet wird.

Mal eilt die Ausstellung in Riesenschritten durch die Vergangenheit, wie etwa bei den Verweisen auf die offene Beleuchtung, die auch in Wittstock zu einem verheerenden Stadtbrand im Jahre 1716 führte. Oder gar noch weiter zurück zu der Zeit mit den ewigen Feuern des Zarathustras, die in Persien bereits im frühen 13. Jahrhundert brannten – und als vermutlich erste kontinuierliche Lichtquelle aus Erdgas gespeist wurden.

Dann verlangsamt die Ausstellung ihre Schritte und schwenkt zur Neuzeit, um daraufhin zu erzählen, wie Erdgas und Elektrizität gebändigt wurden, und sich immer mehr im menschlichen leben etablierten. Doch zuvor gibt es noch einen Blick ins Zeitalter des Petroleums: Petroleumkännchen und die dazugehörigen Lampen finden dort Platz.

Den Kern der Ausstellung bildet die Sammlung von Roberto Bölter aus Perleberg. Museumsleiterin Antje Zeiger zeigt auf die kunstvoll gestalteten Lampen: „Die Dinge, die Roberto Bölter seit vielen Jahren zusammengetragen hat, sind echte Kunstwerke.“

Ein Set historischer Bestrahlungslampen im  Museum Wittstock

Ein Set historischer Bestrahlungslampen im Museum Wittstock.

Quelle: Claudia Bihler

In den Nachbarräumen kommt Hochspannung auf, dort wurde sogar eine „Oberleitung“ quer durch den Raum gezogen. Installationsgegenstände wie Schalter oder Steckdosen aus der Frühzeit der Elektrifizierung sind zu sehen. Ein Friseursalon lässt ahnen, welche Mühen Frauen auf sich genommen haben, um schick zu sein: In einer elektrifizierten Box warten keramische Lockenwickler auf ihren Einsatz, nachdem sie durchdringend erhitzt wurden, die Trockenhauben muten ein wenig wie unheimliche Kraken von einem anderen Stern an.

Viele unterschiedliche Anwendungen vom Staubsauger mit Holzstil bis zum Set von Bestrahlungslampen werden ausgestellt. Und selbst ein riesiger Kronleuchter aus dem ehemaligen Rat der Stadt wird gezeigt, ergänzt durch Fotografien vom Flugplatz Alt Daber, auf dem in den Räumen der Offiziere ähnliche Konstruktionen hingen.

 Diese gasgespeiste Glühstrumpflampe wird gezeigt

Diese gasgespeiste Glühstrumpflampe wird gezeigt.

Quelle: Claudia Bihler

Wie das Thema Elektrifizierung wird die Nutzung von Stadt- und Erdgas von umfassenden Informationstafeln zur Geschichte begleitet. Noch erinnern sich viele an das ehemalige Gaswerk in Wittstock, das an der Stelle der heutigen Mehrzweckhalle stand. Dort wurde aus Kohle Stadtgas produziert. „Noch in den 1990er Jahren waren Überreste des Werkes zu sehen.“ Die alten Gaszähler die in der Ausstellung zu sehen sind, erscheinen aus heutiger Sicht mit ihren armdicken Leitungen nur wenig vertrauenserweckend.

Und doch war die Stadt Wittstock unter anderem mit Gaslampen beleuchtet. Dass dafür wie auch für die häusliche Beleuchtung eine andere Technik erforderlich war, zeigt Roberto Bölter ebenfalls: Als wahre Raritäten können die Gaslampen mit ihren zerbrechlichen Glühstrümpfen heute betrachtet werden.

Technikliebhaber werden die Ausstellung lieben. Heimatgeschichtler können Lichtblicke der Wittstocker Geschichte erleben.

Von Claudia Bihler

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