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Ostprignitz-Ruppin Wittstocker diskutieren über Depressionen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstocker diskutieren über Depressionen
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00:18 22.02.2016
Thomas Kühne kam mit den Gästen in der Bibliothek ins Gespräch. Quelle: Christian Bark
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Wittstock

Großzügig geschmierte Schmalzstullen und eine große Kanne mit heißem Teewasser nebst -beuteln erwarteten die Gäste der Veranstaltungsreihe „Live um 6“ am Donnerstagabend in der Wittstocker Bibliothek im Kontor. Eine gemütliche Atmosphäre für ein beklemmendes Thema. Denn die an diesem Abend stattfindende Lesung drehte sich um das Thema „Depression“.

„Live um 6“

Thomas Kühnes Vortrag war die zweite Lesung der Veranstaltungsreihe „Live um 6“. Einmal im Monat gibt es einen solchen Abend jeweils ab 18 Uhr.

Als Ergänzung zu den Veranstaltungsreihen „Grüner Salon“ und „Literaturcafé“ wurde „Live um 6“ im Januar ins Leben gerufen.

Die Diskussion über Sachthemen ist das Ziel der Veranstaltung.

Am 5. März findet die nächste Lesung der Reihe statt. Dann wird der Sohn des Schauspielers Gerd E. Schäfer aus der Biografie seines Vaters vortragen. Der Eintritt kostet fünf Euro.

Buchautor Thomas Kühne präsentierte dem Publikum sein mittlerweile zweites Buch mit dem Titel „Im Strudel der Depressionen“. „Vor einigen Jahren hatte ich schon mein erstes Buch zu dem Thema in Wittstock vorgestellt“, erinnerte sich der 55-Jährige. Darin beschreibt er seinen langen Leidensweg mit der psychischen Erkrankung und den Umgang mit Freunden und verwandten. „Du wirst immer antriebsloser und plötzlich siehst Du nur noch schwarz“, schilderte er seine Erfahrungen. Kühne wusste, dass er ein bislang wenig in die Öffentlichkeit getragenes Problem an diesem Abend ansprach. Sein Anspruch sei es auch nicht gewesen, wissenschaftliche Begründungen für die wie er sagte „Stoffwechselkrankheit“ zu formulieren, sondern anhand eigener Erfahrungen anderen Menschen Mut zu machen oder sie vor gewissen Verhaltensmustern zu warnen. Immerhin seinen bundesweit fast acht Millionen Menschen depressiv.

Viele scheuen sich, Medikamente zu nehmen

Grund für seine über Jahre währenden starken Depressionen sind Kühne Zufolge Sorgen am Arbeitsplatz gewesen. „Oft ist es aber auch Mobbing, sogar in der Familie, das unsere Seele zutiefst verletzt“, erklärte der mittlerweile Erwerbsunfähige, der noch bis nach einer ersten vermeintlichen Heilung einen Supermarkt in seiner Heimat Stassfurt leitete. Und dann sei da oft der Drang, diese Welt zu verlassen. Auch er hätte schon einen Suizidversuch gewagt, der aber mehr als Hilferuf zu verstehen gewesen wäre.

Es war keine Lesung im eigentlichen Sinne, Kühne las nur drei- bis viermal Passagen aus seinem Buch vor. Vielmehr berichtete er aus seinen Erinnerungen und kam mit den Wittstockern ins Gespräch. So riet er einer Frau im Publikum, bei der Depression im Anfangsstadium festgestellt wurde, die Scheu vor Medikamenten zu verlieren. Ihm habe ein Präparat geholfen, das er nach wie vor einnehme. Überhaupt empfinde er die Lesungen als persönliche Bereicherung. „Es ist immer spannend, was man so für Leute trifft“, sagte er. Den Anspruch, ein Bestsellerautor zu sein habe er realistischerweise nicht. Das Schreiben und Vortragen sei vielmehr eine Art Therapie für ihn. „Ich plane schon ein drittes Buch“, kündigte er an. Das handle dann aber nicht von Krankheiten.

Von Christian Bark

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