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Wittstockprofi in 24 Stunden

Stadtführerlehrgang in Wittstock Wittstockprofi in 24 Stunden

Egal, ob sie später Touristengruppen durch Wittstock führen oder nur mehr Wissen über ihre Stadt verinnerlichen wollen – Die Gründe der zwölf Teilnehmer am Stadtführerlehrgang in Wittstock sind vielfältig. Während der gut 24 Unterrichtsstunden lernen sie bei Historiker Wolfgang Dost allerhand über die Dossestadt und kleine Histörchen am Rande.

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Bei Streifzügen durch die Altstadt erklärte Wolfgang Dost (Mitte) den angehenden Stadtführern Geschichte und Geschichtchen.

Quelle: Christian Bark

Wittstock. Bis zur Prüfung ist es nur noch eine einzige Veranstaltung, dann müssen die zwölf angehenden Wittstocker Stadtführer am 19. Mai zeigen, was sie in ihrem etwa 24-stündigen Lehrgang seit März über die Dossestadt, ihre Geschichte und ihre Geschichtchen gelernt haben. Und so stand bei den Prüfungsvorbereitungen am vergangenen Donnerstag noch allerhand auf dem Lehrplan, den der Kursleiter und Historiker Wolfgang Dost mit ihnen zusammen abarbeitete.

„Beim letzten Mal haben wir nicht alles geschafft, das müssen wir jetzt nachholen“, kündigte Dost vor der Veranstaltung an. Im kleinen Sitzungssaal des Rathauses fachsimpelte er zunächst mit den Kursteilnehmern über mögliche Touristenattraktionen und Vergleiche der Dossestadt mit Rothenburg ob der Tauber. „Details entlang der Stadtmauer sind wichtig“, betonte Dost. So wären ein gut erhaltener Wehrgang und begehrbare Wiekhäuser ein Vorteil im fränkischen Rothenburg gegenüber seinem märkischen Pendant an der Dosse.

Ausbildung zum Stadtführer in Wittstock

Mit mindestens acht Teilnehmern startet der Stadtführerlehrgang jedes Jahr.

In sieben Einheiten mit insgesamt 24 Stunden lernen die Teilnehmer einmal pro Woche Geschichte und Geschichtchen der Stadt Wittstock detailliert kennen.

Die V olkshochschule organisiert
den Lehrgang. Kursleiter ist seit Jahren der Historiker Wolfgang Dost.

Zusätzliche Schulungen werden gestandenen und neuen Stadtführern angeboten, wenn Neuerungen ins Haus stehen: zum Beispiel im Zuge der Vorbereitungen auf die Landegartenschau 2019.

Während der Prüfung müssen die Teilnehmer eine Sequenz aus der zweistündigen Stadtführung übernehmen.

Zehn Stadtführer gibt es aktuell in Wittstock. Zum Stadtjubiläum 1998 fanden mit 157 die meisten Führungen statt.

Die Aufwandsentschädigung liegt über dem gesetzlichen Mindestlohn.

 

Aus historischen Stadtplänen schritt der Historiker mehrere Routen mit den Kursteilnehmern gedanklich ab. So stellten sie sich immer wieder die Frage, von wo eine Führung idealerweise starten könne, um in maximal zwei Stunden möglichst viel Wittstock für Besucher erlebbar zu machen. Dabei empfahl Dost, auf jeden Fall die „Schokoladenseite der Stadt“, wo möglichst viele Türme gleichzeitig zu sehen sind, auf der Route zu begehen. Diese befände sich gut 280 Schritt hinter dem Südtor in Richtung Touristinfo.

Während Wolfgang Dost recht ausschweifend auf Episoden aus der Stadtgeschichte einging, notierten die Kursteilnehmer viele Informationen und Anekdoten fleißig mit. Zum Beispiel die Geschichte, als sich ein sächsischer Korporal 1812 mit der Wirtin eines Wittstocker Gasthauses in die Haare bekam und der Streit in eine Schlägerei ausartete. Auch die Badergasse machte neugierig. „Haben Bader nicht auch Zähne gezogen“, wollte Kursteilnehmerin Georgia Arndt wissen. „Bader waren nicht nur Barbiere, sie nahmen multifunktionale Aufgaben wahr“, erklärte Dost. Eben auch das Zähneziehen.

Stadtführer schlüpfen in Rollen „Wittstocker Originale“

Nach dem Theorieteil ging es für die Stadtführerlehrlinge dann an die frische Luft. Raus aus dem Rathaus an die Gerichtslaube, wo einst die Hexe Dossmann hingerichtet worden sei. Diese ist übrigens auch eine Figur der Stadtführertour durch „Wittstocker Originale“, wie Elke Baude von der Touristinfo im MAZ-Gespräch informierte. Weitere Figuren seien Bischof Konrad oder die Marktfrau Mutter Mosolf. Welche Tour die angehenden Stadtführer später einmal übernehmen wollen, werde dann individuell geklärt.

Im Rathaussaal plauderten die Teilnehmer über Sehenswürdigkeiten und Geschichten

Im Rathaussaal plauderten die Teilnehmer über Sehenswürdigkeiten und Geschichten.

Quelle: Christian Bark

„Es ist ein tolles Hobby“, schwärmt Kursteilnehmer Manfred Jungbluth vom Lehrgang. Als Wittstocker lerne er dadurch selber viel über seine Heimat und könne so seine neugewonnene Freizeit als Rentner sinnvoll nutzen. „Noch bis 2015 hatte ich außerhalb gearbeitet“, erklärte Jungbluth. Da sei für sowas keine Zeit gewesen. Nun, wo er auch als Touristenführer auf der Aussichtsplattform zum Dreißigjährigen Krieg arbeite, könne er seine Kompetenz zusätzlich erweitern.

Doch nicht alle Teilnehmer wollen später mal als Stadtführer Touristengruppen durch Wittstock führen. Viele machen den Kurs vor allem „für sich selbst“, wie Teilnehmerin Uta Köhn über ihre Motivation, mehr über die Stadt zu erfahren, berichtete. Aber auch für ihre berufliche Qualifikation sind die Lehrstunden von Wolfgang Dost hilfreich, erklärte Bibliotheksleiterin Georgia Arndt. „Als Tourismusvereinschef muss ich mehr über Wittstock wissen“, begründete Jürgen Paul seine Teilnahme am Kurs. Bange vor der Prüfung haben die wenigsten Lehrlinge. „Das brauchen sie auch nicht“, beruhigte Wolfgang Dost. Denn das Know-how entwickle sich sowieso erst während der Führungen mit Gästen.

Von Christian Bark

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