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Ostprignitz-Ruppin Witwe kann sich von Ex-Mann verabschieden
Lokales Ostprignitz-Ruppin Witwe kann sich von Ex-Mann verabschieden
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19:45 01.04.2016
Die Urne soll in Fehrbellin beigesetzt werden. Quelle: Peter Geisler
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Fehrbellin

Margit Rother hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben, sich von ihrem Ex-Mann verabschieden zu können. Denn dieser war Anfang März tot in seiner Wohnung in Königshorst gefunden worden. Da die Gemeinde Fehrbellin keine Angehörigen ermitteln konnte – Kinder hatte der 58-Jährige nicht, seine Eltern waren bereits gestorben – ist eine anonyme Bestattung in einer Urnengemeinschaftsanlage auf dem Fehrbelliner Friedhof geplant. Margit Rother will unbedingt dabei sein. Immerhin war die Berlinerin 13 Jahre mit ihrem Mann verheiratet. Zwar liegt die gemeinsame Zeit bereits 20 Jahre zurück. Dennoch hat Rother sie nicht vergessen. „Ich will ihm die letzte Ehre erweisen und ihm ein Röschen mitbringen.“

Tötungsdelikt ausgeschlossen

Immerhin hatte sie ihren Ex-Mann erst vor zwei Jahren wieder ausfindig gemacht und ihn seitdem immer wieder mal in Königshorst besucht. „Es ging ihm zuletzt ziemlich schlecht“, sagt Rother. Er war arbeitslos, habe Probleme mit dem Jobcenter gehabt, kaum noch die Wohnung verlassen und fast nur noch für seine Katzen gelebt. Als sie zufällig vom Tod ihres Ex-Mannes erfuhr, wollte die Berlinerin unbedingt wissen, was eigentlich geschehen ist und vor allem, wann ihr einstiger Lebensgefährte bestattet wird. Sie wandte sich an die Neuruppiner Polizei, weil diese über den Tod des 58-Jährigen informiert hatte. Denn der Mann war entdeckt worden, weil ein Vollstrecker in die Wohnung wollte. Doch die Beamten konnten ihr lediglich mitteilen, dass ein Verfahren eingeleitet worden war, um die Todesursache zu ermitteln. Auch nachdem klar war, dass es sich um kein Tötungsdelikt gehandelt hat und der Mann wohl freiwillig aus dem Leben geschieden ist, konnte die Polizei der Berlinerin nicht helfen.

Anrufe im Ordnungsamt

„Das ist ein extrem schwieriges Thema“, sagt Neuruppins Polizeisprecherin Dörte Röhrs. Zudem gebe die Polizei aus Datenschutzgründen generell keine persönlichen Daten heraus. Der Hinweis, sich an das Ordnungsamt in Fehrbellin zu wenden, brachte Margit Rother zunächst ebenfalls nicht weiter. Nach mehreren Anrufen habe das Amt sämtliche Auskünfte abgelehnt, „weil ich keine Angehörige des Toten bin“, sagt Rother. Möglicherweise ist es bei den Telefonaten zu Missverständnissen gekommen. Denn das Ordnungsamt ging davon aus, dass die Berlinerin für ihren Ex-Mann kein anonymes Begräbnis haben wollte, sondern eines mit Namentafel. „Das wäre auch kein Problem“, sagt Fehrbellins Bürgermeisterin Ute Behnicke. Aber dann müsse Rother auch die Kosten dafür übernehmen. Denn das Amt wählt bei Verstorbenen, die keine Angehörigen haben, stets die preiswerteste Bestattungsvariante: eine anonyme Urnenbestattung in einer Gemeinschaftsanlage ohne Zeremonie. Diese Variante kostet in Fehrbellin 131 Euro. Ist hingegen eine Bestattung in einer Urnengemeinschaftsanlage mit Namenschild gewünscht, sind in Fehrbellin aktuell 542 Euro fällig.

Jetzt fehlt nur noch der Termin

Doch darum ging Margit Rother gar nicht. „Ich will einfach nur wissen, wann und wo mein Ex-Mann beerdigt wird, damit ich dabei sein kann.“ Das scheint jetzt doch möglich zu sein. Denn nachdem sich die MAZ eingeschaltet hatte, gab es am Freitagmittag einen weiteren Kontakt mit dem Fehrbelliner Ordnungsamt. Ein „sehr netter und zugänglicher Mitarbeiter“ habe ihr gesagt, dass die Asche ihres Ex-Mannes auf dem Fehrbelliner Friedhof beigesetzt werden soll. Nur der Termin ist noch nicht bekannt. Dieser soll Margit Rother mitgeteilt werden, sobald er feststeht.

Die Berlinerin bereitet sich schon darauf vor. Sie will mit Bahn und Bus zur Beerdigung nach Fehrbellin kommen und hat bereits die Fahrpläne gewälzt, wie sie am besten zum Friedhof kommt. „Es ist ein trauriger Anlass. Aber jetzt findet mein Ex-Mann wenigstens seine letzte Ruhe.“ Und Margit Rother kann ebenfalls wieder ruhiger leben.

Von Andreas Vogel

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