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Wo Alt und Jung übers Parkett fegen können

Dossow Wo Alt und Jung übers Parkett fegen können

Früher fanden in der ehemaligen Dossower Dorfgaststätte regelmäßig Tanzabende statt. Das soll, wenn es nach den neuen Besitzern und Betreibern des Weidenhofs Simon geht, wieder so sein. Fast jeden Monat laden sie zum Volkstanz unter Anleitung eines Tanzprofis. So auch wieder am Freitag, wobei sich der Vertreter der MAZ ebenfalls aufs Parkett wagte.

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In langsamen Schritten ging es um die Tische im Saal des Weidehofs. Tanztrainer Jost (r.) gab den Takt an.
 

Quelle: Christian Bark

Dossow.  Eigentlich bin ich an diesem Freitagabend nur mit dem Ziel nach Dossow gefahren, über den Folktanz zu berichten und einige Bilder zu schießen – von Mitmachen war keine Rede gewesen. „Doch, mach mit. Dann kommst Du gleich besser ins Thema“, überredete mich Antje Simon, die in Dossow den Weidenhof Simon betreibt. Zum Weidenhof gehört auch die ehemalige Dorfgaststätte mit dem großen Saal, auf dessen Parkett an diesem Abend getanzt wurde.

Den Takt beim „Folktanz“, also Volkstanz, gab Tanztrainer Jost an. Antje Simon kennt ihn durch ihre Schwester, an deren Schule der Thüringer schon Volkstanzkurse veranstaltet hatte, wie sie sagte. Auf Bitte sei Jost dann im vergangenen Mai auch erstmals nach Dossow gekommen. Seitdem finde bis zu fünfmal im Jahr ein solcher Folktanzabend statt.

Schwungvoll rhythmisch oder vorsichtig schreitend

Schwungvoll rhythmisch oder vorsichtig schreitend. Die Tänze hatten verschiedene Facetten.

Quelle: Christian Bark

Der Name „Folk“ sagt es schon, man braucht für die Tänze möglichst viele Leute. Über 30 waren es an diesem Abend – bunt gemischt. Ältere und Junge, Frauen und Männer, Tanzerfahrene und Anfänger, zu denen ich mich auch zähle. Aber das machte nichts, denn das war kein klassischer Tanzkurs, sondern als amüsanter Zeitvertreib am Freitagabend konzipiert. Es war auch kein Problem, dass ich ohne Begleitung erschienen war, denn in den gut drei Stunden tanzte jeder mal mit jedem. „Aus didaktischen Gründen“, wie Jost immer wieder beim Partnerwechsel bemerkte – also, damit wir was lernen. Neben den ganzen Tanznamen wie Mazurka, Schottisch oder Bourree lernten wir auch, was die Polka ausmacht. „Ihr müsst möglichst kleine Schritte machen“, erklärte Jost. Auf die Drehung durfte auch verzichtet werden, das sei auch ohne schon eine Variante dieses Volkstanzes.

Die Tänzer kamen nicht umhin, sich an die Hände zu fassen

Die Tänzer kamen nicht umhin, sich an die Hände zu fassen.

Quelle: Christian Bark

Und wenn es zu schnell wurde, versuchte der Anleiter immer wieder das Tempo rauszunehmen. „Das hier ist kein Wettbewerb. Es soll einfach nur Spaß machen“, betonte Jost. Und den hatten alle Teilnehmer, auch wenn das Tanzen eine schweißtreibende Angelegenheit war. Auf Presseterminen schüttle ich ohnehin schon viele Hände aber so viele wie an diesem Abend waren es wohl noch nie. Bei einer Polonaise durch den Saal ging es Hand in Hand durch Tunnel, die die Tanzteilnehmer mit ihren Armen bildeten. Das Bild entwickelte sich aber immermehr zu einer Schlange, die sich zu verknoten drohte. „Bloß nicht loslassen“, rief Jost. Und wir hielten durch.

Auch in den Pausen wurde weitergetanzt

Auch in den Pausen wurde weitergetanzt.

Quelle: Christian Bark

In den kurzen Pausen kam ich zum Beispiel mit Urte Delft ins Gespräch. Sie wohnt in Barenthin bei Kyritz, wie sie sagte. Extra für den Tanzabend war sie nach Dossow gekommen. „Dichter dran gibt es sowas nicht“, erklärte sie. Nur die Dorfstraße runter musste Günter Vierjahn gehen. Er wohnt in Dossow. „Wenn ich Zeit habe und im Weidenhof was los ist, bin ich immer dabei“, sagte er. Das Tanzen hätte ihn zwar ganz schön ins Schwitzen gebracht, aber dafür sei der Abend wieder richtig lustig gewesen.

„Das sind so die Möglichkeiten, Kultur aufs Land zu holen“, sagte Antje Simon, die ebenfalls begeistert mittanzte. Derzeit sei sie mit Jost im Gespräch für einen nächsten Folktanztermin. Der könnte dann Ende April sein.

Von Christian Bark

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