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Wo Hunde baden dürfen

Kyritz Wo Hunde baden dürfen

Spätestens bei tropischen Temperaturen suchen auch Hunde gern Abkühlung im Wasser, doch nicht jeder toleriert das. Wo Hunde baden dürfen und wo nicht, darüber gibt es oft Missverständnisse. Manchmal folgt Unmut. In Kyritz wird das gerade angeregt diskutiert.

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Hunde lieben Wasser. Nicht jeder Mensch liebt Hunde im Wasser.

Quelle: dpa

Kyritz. Hundstage. Die heißeste Zeit des Jahres. Herrchen schwitzt und seinem Liebling hängt das Wetter zusammen mit der Zunge zum Halse heraus. Abkühlung tut Not. Am besten im Wasser. Doch das Thema „Mensch und Hund im See“ ist immer noch für Diskussionen gut – aktuell auch in Kyritz.

Kyritzer Facebook-Nutzer grübeln da gerade, wo und wie sie mit ihren Hunden eigentlich ans Wasser des Untersees kommen. Die „alte Badestelle“, ein halbwegs zugängliches Stück Ufer, bietet sich an – allerdings nicht immer ganz konfliktfrei. Ab und an gibt es Badegäste, die sich von den Tieren belästigt fühlen.

„Mit welchem Recht wird darauf gepocht, dass Hunde nix an der alten Badestelle verloren haben“, wundert sich Steffen Strebel. Jan Duwentester ergänzt: „Ich hatte da auch schon oft Stress, obwohl ich mit Hund zuerst da war.“

In aller Regel scheinen die Hundehalter es aber nicht auf Konfrontation anzulegen. Steffen Strebel schreibt: „Ich hab Verständnis und gehe weiter. Wenn man erst erklären muss, dass man mal mit dem Hund für 15 Minuten ins Wasser will . . .“ Verena Lehmann sieht das ähnlich: „Ich gehe auch jeder Diskussion aus dem Wege. Bringt ja eh nichts. Es gibt immer Leute, die etwas zu meckern haben.“

Natürlich gibt es am Seeufer viele Plätze auch abseits der „alten Badestelle“, an denen man das Wasser irgendwie erreichen kann. Doch die eigenen sich nicht für jeden Hund, sind oft steil, zugewuchert oder schlicht zu weit entfernt. Die Hundebesitzer haben schon den Gedanken aufgeworfen, ob man nicht ein spezielles Plätzchen etwas von umgestürzten Bäumen und ähnlichem freiräumen könnte, um tiergerechten Zugang zum Wasser zu schaffen. Doch ohne Unterstützung der Kommune wird sich da nicht viel machen lassen: Technisches Gerät müsste zum Einsatz kommen und der Eigentümer des Fleckchens sollte natürlich sein Einverständnis geben.

Generell gilt: Das Baden von und mit Tieren ist in den Brandenburger Gewässern erlaubt, solange nicht ausdrücklich etwas anders festgelegt wurde. In Paragraf 44 des Brandenburgischen Wassergesetzes heißt es zum „Gemeingebrauch“: „Jedermann darf (. . .) oberirdische Gewässer mit Ausnahme der Gewässer, aus denen zur Trinkwasserversorgung Wasser entnommen wird, zum Baden, Tauchen mit Atemgerät, Schöpfen mit Handgefäßen, Viehtränken, Schwemmen, Eissport (. . .) ohne Erlaubnis oder Bewilligung benutzen.“

Zugleich gelten einige generelle Einschränkungen speziell für Hunde. Paragraf 4 der Brandenburgischen Hundehalterverordnung legt fest: „Hunde dürfen nicht auf Kinderspielplätze, auf Liegewiesen, die als solche gekennzeichnet sind, und in Badeanstalten sowie an als solche gekennzeichnete öffentliche Badestellen mitgenommen werden.“ Häufig gibt es an den betreffenden Stellen zusätzliche Hinweise. Im Kyritzer Strandbad beispielsweise weist ein kleines Schild noch einmal ausdrücklich auf das Hundeverbot hin. Die „alte Badestelle“ am Kyritzer Seeufer ist nicht offiziell als solche gekennzeichnet. Das wissen auch die Hundehalter. „Wenn die Leute von Hunden nicht ,belästigt’ werden wollen, gibt es Schwimmbäder“, schreibt Heike Grüttner in der Kyritzer Diskussion auf Facebook. Und schließlich gebe es ja noch jede Menge andere Tiere im See. Sollen die etwa auch alle weg?

Wieso eigentlich Hundstage?

Der Begriff wird landläufig für die heute beginnende und bis zum 23. August andauernde Zeitspanne mit meist sehr warmem Wetter verwendet.

Der Ursprung ist jedoch kein klimatischer, sondern ein astronomischer.

Im Römischen Reich wurde die Zeit, in der der Sirius (auch „Hundsstern“) gemeinsam mit der Sonne aufging, als „dies caniculares“ also als Hundstage bezeichnet. Einst fiel das astronomische Ereignis mit der heißesten Jahreszeit (Ende Juli bis Ende August) zusammen.

Die Hundstage wurden im gesamten römisch geprägten Raum zum Begriff. Das russische „Kanikuly“ für Ferien geht beispielsweise auf die lateinische Bezeichnung der Hundstage zurück.

In Deutschland geht der Sirius heutzutage erst ab Ende August zusammen mit der Sonne auf. Die Hundstage haben trotzdem ihren Platz im Kalender behalten.

Im Ordnungsamt der Stadtverwaltung teilt man diese Auffassung offenbar. Es sei schon ein Weilchen her, dass sich überhaupt jemand über Hunde im Wasser beklagt habe, berichtet eine Mitarbeiterin. „Ich hab gesagt: Wenn Sie sicher sein wollen, dass kein Hund mit im Wasser ist, dann sollten Sie das Strandbad besuchen.“

In Wusterhausen am anderen Ende des Sees läuft es beim Baden mit Hunden ebenfalls gelassen. „Es gibt im Moment keine Probleme“, sagt Ordnungsamtsleiterin Martina Vogel.

Echte Konflikte sind also eher die Ausnahme. Trotzdem: Die eine oder andere gekennzeichnete Hundebadestelle in der Nähe von größeren Siedlungen könnte sicherlich dazu beitragen, Missverständnisse zu vermeiden.

Von Alexander Beckmann

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