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Ostprignitz-Ruppin Wo Motive Geschichte(n) erzählen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wo Motive Geschichte(n) erzählen
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16:15 03.07.2017
Andrea Müllenberg vom Förderverein Freyenstein erinnert sich noch gut an einige Szenen aus der Stadtgeschichte. Quelle: Christian Bark
Freyenstein

„Sie ist in Wirklichkeit viel schöner. Ungefähr wie die Friedrichstraße“, beschrieb ein Besucher 1903 seinen Verwandten in Berlin die Freyensteiner Marktstraße. „Damals waren die Postkarten noch vorne beschrieben“, erklärt Andrea Müllenberg vom Förderverein Freyenstein. Die Karte des Berliners mit einer Darstellung der Marktstraße ist eine von rund 80 historischen Postkarten und Fotos, die aktuell im alten Schloss in Freyenstein zu sehen sind.

Der Förderverein hatte die Zeitzeugnisse über Jahre hinweg gesammelt. „Im Fundus befinden sich gut 100 Karten und Fotos“, berichtet Andrea Müllenberg. Die meisten seien Teil der Ausstellung, ihre Zeitspanne reiche vom späten 19. Jahrhundert bis in die 1970er Jahre. Jede einzelne erzähle eine Geschichte und helfe, die Entwicklung der Stadt Freyenstein nachzuverfolgen.

Beim alten Postamt kommt gerade der Pferdebus nach Meyenburg um die Ecke gefahren – zeigt diese Karte aus dem frühen 20. Jahrhundert. Quelle: Christian Bark

So existieren auf den Karten noch Gebäude und Räume, die es so heute nicht mehr gibt. Zum Beispiel das Haus, in dem von 1893 bis 1905 die Post untergebracht war. „Es wurde nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen“, sagt Andrea Müllenberg. Heute befinde sich ein Teil der ehemaligen Kaufhalle „Centerkauf“ an der Stelle. Die Veränderung von Gebäuden sei aber auch binnen weniger Jahre nachzuvollziehen. Zum Beispiel bei einem Haus, das auf einer Postkarte von 1911 noch völlig anders als auf jener von 1925 aussieht. „Da war dann bis zur Wende ein Bekleidungshaus drin“, erinnert sich Andrea Müllenberg.

Gänse watschelten in Kolonnen durch die Stadt

Gut erinnern kann sie sich auch an „Der Gänse Heimkehr“, wie eine Karte mit Motiv am Küsterland betitelt ist. „Die Gänse fanden fast allein ihren Weg nach einem Tag auf der Wiese zurück in die Gehöfte“, blickt die Freyensteinerin zurück. Für Kinder wie sie sei dann auch immer der Zeitpunkt zum Nachhausegehen gekommen. Die Karte trägt keine Jahreszahl, Andrea Müllenberg vermutet aber, dass das Motiv um 1900 entstanden ist. Anhaltspunkte für Zeitbestimmungen finden sich auf den Karten genug. Ob nun bauliche Veränderungen oder Fahrzeuge. Der Blick auf das Postamt, wie ihn eine weitere Karte zeigt, muss Andrea Müllenberg zufolge zwischen 1893 und 1912 entstanden sein. 1993 sei das Postamt in das Gebäude gezogen, 1912 fuhr die erste Eisenbahn von Wittstock über Freyenstein bis nach Meyenburg. „Vorher verkehrte immer ein Pferdebus“, erklärt sie. Der ist ebenfalls auf der Postkarte zu sehen.

Die Postkarte zeigt die Gänsekolonnen. Quelle: Christian Bark

Natürlich würden auch die Texte darauf schließen lassen, aus welcher Zeit die Karten stammen. Zum Beispiel die der Gäste im ehemaligen Schlosshotel Freyenstein. „Ich habe nur positive Kritik darin gelesen“, sagt Andrea Müllenberg. Eine Karte, die unter der Rubrik „Gaststätten“ verortet ist, zeigt sogar den Familiensaal derer von Winterfeld im neuen Schloss. Bei einer möglichen Rekonstruktion des stark sanierungsbedürftigen Raumes könne das Motiv als Anhaltspunkt dienen. Ansonsten verfügt Andrea Müllenberg über den Schriftverkehr der Freyensteinerin Henriette Havemann. Diese berichtete in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ihren Brüdern in Amerika von der Entwicklung der Heimat. Aus einer Zeit, als es noch zahlreiche Geschäfte in dem Städtchen gegeben hatte. „Auch dieser Briefwechsel mit amerikanischen Verwandten, den später Henriette Havemanns Nachkommen fortsetzten, half uns, einzelne Motive ungefähr einer Zeit zuzuordnen“, erklärt die Ausstellungsbetreuerin.

Die Öffnungszeiten sind im Tourismusbüro im neuem Schloss zu erfragen. Tel. 033967/6 00 57. Das ist dienstags bis freitags von 11 bis 17 Uhr und am Wochenende von 13 bis 17 Uhr geöffnet.

Von Christian Bark

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