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Wo Schiffchen erst mal Auto fahren

Wulkow Wo Schiffchen erst mal Auto fahren

In Wulkow betreibt Olaf Sternitzke einen Kanu-Verleih. Meistens sind es Tagesausflügler, die sich bei dem gelernten Tischler die Boote mieten. Ausgestattet mit einer Wasser-Wanderkarte und noch auf dem Trockenen fachmännisch eingewiesen, kann der Skipper auf Zeit seine Tour starten. Den Startpunkt kann er sich aussuchen.

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Olaf Sternitzke parkt seine Kanus im Garten am Haus, bis sie auf der Dosse gebraucht werden. Das kann auch im Winter sein.

Quelle: Wolfgang Hörmann

Wulkow. Ein halbes Dutzend Kanus lassen sich von buntem Laub ­berieseln. Zwei haben Boden­kontakt. Die restlichen vier liegen noch auf einem Bootsanhänger. Wasser ist hier weit und breit keines zu sehen. Von Wulkow aus muss man schon ein Stückchen fahren, um die Schiffchen schwimmen zu lassen.

Olaf Sternitzke, sechsfacher „Bootsmann“, könnte den Service ohne viel Aufwand sofort anbieten. „Eine Saison mit Anfang und Ende, etwa wie in einem Freibad, gibt es bei mir nicht. Ich hatte auch schon Paddler hier, die im Herbst und im Winter mal kurz in See stechen wollten“, sagt der 47-Jährige.

Der gelernte Tischler baut in der Teetzer Straße gerade das Wohnhaus aus. Seit 2003 ist es die Adresse seiner kleinen Familie. Der alte Fachwerkbau mit einer wohl 300 Jahre alten Eiche als ­Nachbarin, hat schon sehr viel Arbeit gekostet. Das sieht man ihm an. Jetzt ist der frühere Berliner dabei, einen ­weiteren Wohnraum herzurichten, mit Rohrmatten und Lehmputz zur inneren Isolierung. Olaf Sternitzke setzt auf alte Baustoffe, genießt Naturbelassenheit in seinem Garten genau so, wie das Draußen-sein. Dazu gehört auch Bewegung auf dem Wasser – wenn es die Zeit zulässt.

Mit Kanus erkundete er die Region

Hauptberuflich beschäftigt sich der Handwerker mit dem Einbau von genormten Bau- und Fertigteilen, sprich: Türen, Fenstern, Luken etc. Er ist sein eigener Chef und regelmäßig auch auf Montage. Zwei Kanus haben ihm seit seinem Umzug ins Ruppiner Land dabei geholfen, die Region zu erkunden. Daraus entstand eine Geschäftsidee. Sie ist mit dem Verleih „Dosse-Kanu“ einfach erklärt. Die Empfehlung „Zwischen Wittstock und Havelberg mit dem Kanu die Dosse entdecken“ lesen Interessenten im Internet oder auf der Werbepostkarte, gedruckt auf Recyclingpapier. Meistens sind es Tagesausflügler, die sich melden. Da der Wulkower im Nebenerwerb einen mobilen Verleih betreibt, können sich die Mieter aussuchen, wo genau sie ihr Abenteuer beginnen wollen. Ausgestattet mit einer Wasser-Wanderkarte und noch auf dem Trockenen fachmännisch eingewiesen, kann der Skipper auf Zeit seine Tour starten.

Am Zielort holt Olaf Sternitzke das Kanu wieder ab, eventuell sogar seine ganze Armada, wenn eine Gruppe unterwegs war. Das ist auf alle Fälle zweimal im Jahr so. Dann sind mit einem Ornithologen an Bord geführte Wanderungen im Angebot. Die Nachfrage ist immer groß. Mehr als die sechs Boote, die sich gegenwärtig ausruhen, sollen es unter den Bäumen in der Teetzer Straße 3 nicht werden. „Alles muss überschaubar, vor allem aber ökologisch vertretbar bleiben“, begründet der Verleiher die angezogene Bremse. „Die Natur darf vom Menschen nicht mehr als nötig belastet werden.“

Von Wolfgang Hörmann

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